Mit ‘uli budde’ getaggte Artikel


mailand 2012: uli budde @ salon satellite

Freitag, 18. Mai 2012

wenn auch kein neuling in mailand mehr, hatte der fh potsdam absolvent uli budde erst 2012 sein debut auf der salone satellite. drei neue objekte hat uns der junge designer in mailand zusammen mit der hamburgerin milia seyppel und der weimarer designerin laura strasser sowie dem designstudio 45kilo bei “… some german designers” präsentiert. (…wenn auch im interview immer nur die rede von zwei objekten sein wird. leider haben wir vergessen, zu fragen, was mit seinem neuen regalsystem diagonal ist, weil wir es schon als prototyp auf der imm 2011 gesehen hatten und es jetzt nicht mehr wirklich als neues produkt registriert haben.)

wir haben also nur über seine zwei anderen projekte, hazy day und shifted, gesprochen. zuerst haben wir aber gefragt, wie er zur salone satellite kam.

uli budde: ich hatte bisher noch nicht auf der salone satellite ausgestellt und da ich wegen der altersbeschränkung ab nächstem jahr nicht mehr teilnehmen werden darf, dachte ich mir, warum nicht. ich habe mich mit den anderen studios zusammengetan und wir haben entschieden, es einfach zu probieren.

minimumblog: heißt das also, “… some german designers” ist nur eine einmalige sache?

uli budde: obwohl wir alle schon mal zusammen ausgestellt haben, war “… some german designers” ausschließlich als teil der salone satellite 2012 geplant gewesen. wir dachten, die studios würden gut miteinander harmonieren und ihre arbeiten zusammen funktionieren.

minimumblog: und was ist dein persönliches ziel, suchst du vor allem nach herstellern, publicity oder…?

uli budde: beides. publicity und presse sind immer gut und wichtig, weil das wirklich helfen kann, ein projekt weiterzuentwickeln. ein zentraler aspekt ist aber natürlich auch, nach einem hersteller für die produkte zu suchen.

minimublog: …was eine ganz wunderbare überleitung zu deinen neuen arbeiten ist.

uli budde: zuerst ist da die hängelampe “hazy day”, die, wie der name schon impliziert, an einen diesigen morgen, wenn die sonne nur ganz langsam durch die dunkelheit vorstößt, erinnern soll. es handelt sich dabei um ein mundgeblasenes stück, hergestellt in basel, und die äußere oberfläche hat einen sandgestrahlten verlauf, der sich schrittweise von transparent matt bis zu einer polierten, transparenten oberfläche entwickelt, sodass das licht langsam auf- und abblendet – je nachdem wie man darauf guckt.

dann gibt es noch die beistelltische “shifted”, die mit dem gedanken spielen, dass ein verschluss, der nicht exakt auf ein gefäß passt, irgendwie falsch ist. bei shifted liegt der deckel bewusst daneben und scheint nicht recht zu passen. dadurch tritt ein teil des stauraums zu tage, wobei der großteil aber unter dem deckel verborgen bleibt.

minimumblog: zurück zu hazy day. wir müssen einfach fragen: kam dir die idee zu der lampe, weil du eines morgens aus deinem atelierfenster geschaut hast und dachtest “oh nein, was ein diesiger tag!”? oder was war deine muße?

uli budde: mein erstes bild war kein reales, sondern ein foto, das ich in der zeitung gesehen und ausgeschnitten habe. das foto hing dann an meiner studiowand und war etwas, worauf ich immer wieder zurückkam. dann kam mein metaphorischer nebliger tag und damit die idee eine lampe zu machen. ursprünglich hatte ich nur die weiße version geplant, aber dann dachte ich, dass ja auch jeder mal einen grauen tag hat… also entstand auch noch die graue version.

mehr informationen über uli budde und sein neues projekt gibt es unter www.ulibudde.com

Milan 2012 Uli Budde at Salon Satellite ... Some German Designers

der ... some german designers stand @ salone satellite 2012

Milan 2012 Uli Budde at Salon Satellite Hazy Day

hazy day von uli budde @ salone satellite 2012

Milan 2012 Uli Budde at Salon Satellite hazy day white

und hazy day weiß, etwas näher dran

Milan 2012 Uli Budde at Salon Satellite Shifted

shifted von uli budde @ salone satellite 2012. die größere version



spree meets navigli: fuorisalone mailand 2012

Mittwoch, 02. Mai 2012

alle fälle berliner kreativität auf der milan design week zu dokumentieren, ist eine ebenso dankbare aufgabe wie… nun, wie eine analogie für die dokumentation aller fälle berliner kreativität auf der milan design week zu finden. aufgrund der hohen schwierigkeitsstufe, die dieses unterfangen mit sich bringt, haben wir uns für eine auswahl einiger wirklich toller objekte entschieden, die zumindest einen einblick in das geben, was zurzeit an den ufern der spree so passiert – und die wunderbar verdeutlichen, wie wichtig berliner designer für die europäische möbelbranche sind. die folgende auflistung erhebt natürlich keinen anspruch auf vollständigkeit. und wie immer gilt: sorry an alle, die nicht mit aufgeführt sind. ist nichts persönliches…

werner aisslinger musikbox interlübke milan 2012musikbox von werner aisslinger für interlübke ally hertel klarhoefer bla station milan 2012ally von hertel & klarhoefer für bla station uli budde hazy day milan 2012hazy day von uli budde
ett la ben parts instant stories milan 2012parts von ett la benn für maxwell & williams anne boenisch motion milan 2012motion von anne boenisch plot osko+deichmann brunner milan 2012plot von osko+deichmann für brunner
aerostat hermann august weizenegger instant stories milan 2012aerostat von hermann august weizenegger steffen schellenberger put milan 2012put von steffen schellenberger e 27 Louis chair instant stories milan 2012louis chair von e 27


vienna design week passionswege: unfold von uli budde

Montag, 31. Oktober 2011

einer der interessanteren aspekte der vienna design week ist passionswege, wo junge internationale designer mit traditionellen wiener herstellern zusammenarbeiten, um neue projekte und/oder produkte zu kreieren.

bei der vienna design week 2010 entwarf mark braun die wasserkaraffen fortune für und mit j. & l. lobmeyr. dieses jahr hat uli budde mit dem ehemaligen hofjuwelier und schöpfer des sisi sterns, a. e. köchert, zusammengearbeitet.

das ergebnis ist “unfold”, die darstellung eines entfalteten diamanten aus 18 karat gold, der in einer limitierten edition von sieben stück erhältlich ist.

Unfold Uli Budde A. E. Köchert

unfold von uli budde mit a. e. köchert

für uns funktioniert das stück auf vielen verschiedenen ebenen. abgesehen von der schlichten schönheit seiner form gefällt uns besonders die tatsache, dass es mithilfe industrieller verfahren – genauer gesagt rapid prototyping – hergestellt wurde. diamanten werden für gewöhnlich als luxusartikel betrachtet, doch die meisten abgebauten diamanten enden als teile technischer objekte. deshalb ist der diamant als industriematerial genauso wichtig wie stahl oder plastik.

uli budde hat offenbar seine ganz eigene interpretation. um mehr herauszubekommen, trafen wir uns mit ihm in wien und erkundigten uns zunächst wie die zusammenarbeit zustande kam.

uli budde: ich wurde dazu eingeladen, bei der vienna design week an den passionswegen teilzunehmen und wurde dabei a. e. köchert “zugewiesen”. ich habe mir das also nicht ausgesucht, aber in dem sinne ist es eine wunderbare möglichkeit, mit leuten zu arbeiten, mit denen man sonst nicht arbeiten würde. mir persönlich wäre es zum beispiel nie in den sinn gekommen mit dem ehemaligen hofjuwelier von sisi zu arbeiten! ich finde es aber toll, die möglichkeit zu haben, dieses neue terrain zu erkunden.

minimumblog: “neues terrain” ist ein gutes schlüsselwort. wie war denn das erste treffen? ist hier alles ein bisschen anders als bei ihrer vorherigen arbeit?

uli budde: für mich war das natürlich eine völlig neue welt, aber deshalb umso interessanter. wenn man etwas neues versucht, ist es immer spannend sich in das projekt einzuarbeiten und erstmal zu verstehen. in meinem alltäglichen leben kann ich nicht mit diamanten, platin, gold oder anderen wertvollen elementen arbeiten. mein background ist ja das produktdesign, bei dem es natürlich primär um gebrauchsgüter geht. auch von daher war es schön, mal mit luxusgütern zu arbeiten.

Vienna Design Week Passionswege Uli Budde with A. E. Köchert unfold

uli budde präsentiert unfold mit a. e. köchert in wien

minimumblog: wo haben sie mit dem projekt angefangen? was war der erste orientierungspunkt?

uli budde: ich begann damit, nach dem höchsten niveau im juweliergeschäft zu suchen: das sind edelsteine, besonders diamanten und insbesondere der brillantschliff. und mir wurde relativ schnell klar, dass ich das näher erkunden wollte. das wort “diamant” kommt vom altgriechischen “adámas” und bedeutet soviel wie “unzerbrechlich”. das reizte mich, einen diamanten zu zerbrechen.

minimumblog: inwiefern durften sie dann einen diamanten “zerbrechen” so wie sie es wollten?

uli budde: es war von vornherein klar, dass das projekt ein schmuckstück werden sollte, aber ich konnte dabei die richtung völlig frei wählen. und letztlich wurde es per rapid prototyping hergestellt, also einem industriellen verfahren.

minimumblog: war das eine bewusste entscheidung?

uli budde: nicht wirklich (lacht laut). einen solchen gegenstand aus einzelnen goldfacetten zusammenzusetzen wäre technisch kaum möglich gewesen, da diese so fein sind, dass, wenn wir zwei facetten zusammengeschweißt und dann versucht hätten, eine dritte hinzuzufügen, die erste einfach geschmolzen wäre. deshalb waren wir dazu gezwungen, uns nach alternativen verfahrensweisen umzusehen.

minimumblog: derzeit haben sie in berlin einen mülleimer in der ausstellung “trenntmöbel gesucht!”; hier in wien ein relativ kostspieliges schmuckstück aus gold. in welche richtung geht es in zukunft?

uli budde: (lacht laut) ich finde es sehr interessant, dass man mit schmuckwaren relativ wenige leute erreicht, aber wenn doch, dann auf eine viel intensivere weise als mit produktdesign. ich kann mir auf jeden fall vorstellen, in zukunft wieder mit schmuck zu arbeiten. ich bin also sehr offen für beide richtungen. andererseits bereite ich mich zurzeit auf mailand 2012 vor, wo sich wieder alles um möbel und accessoires dreht.

mehr infos zu uli budde und unfold gibt’s unter ulibudde.com

Vienna Design Week Passionswege Uli Budde with A. E. Köchert unfold

Uli Budde A. E. Köchert unfold



new order von böttcher + henssler gewinnt “trenntmöbel gesucht!“

Samstag, 08. Oktober 2011

am donnerstag, den 22. september, wurde new order vom berliner designstudio böttcher + henssler zum gewinner des designwettbewerbs “trenntmöbel gesucht!” gekürt.

der wettbewerb “trenntmöbel gesucht!”, bei dem es darum geht, ein produkt zu entwerfen, dass die leute bei der mülltrennung unterstützt, wurde im april von der berliner stadtreinigung (bsr) ins leben gerufen.

wir deutschen sind ja für unsere liebe zur mülltrennung bekannt, aber eigentlich tun wir das nur, weil wir dazu gezwungen werden. offensichtlich ist es praktisch für die bsr, wenn die berliner bevölkerung ihren müll fein säuberlich trennt. das erspart ihr später eine menge arbeit. als die bsr aber nach möglichkeiten suchte, die leute zur mülltrennung zu animieren, stellte sie fest, dass es auf dem markt einen akuten mangel an kreativen haushaltslösungen gab. also wandten sie sich an create berlin und baten sie um hilfe bei der organisation eines designwettbewerbs in der berliner designszene.

von allen bewerbern kamen zehn in die engere wahl, aus denen die jury wiederum vier favoriten wählte: new order von böttcher + henssler, schlagzeug von ahlgrimm rojahn, triplett von uli budde und stand von llot llov. und new order von böttcher + henssler ist der gewinner. glückwunsch!

BSR Create Berlin Trenntmöbel gesucht Böttcher + Henssler
die gewinner von trenntmöbel gesucht!: studio böttcher + henssler

new order von böttcher + henssler ist  im prinzip eine sammlung von beuteln, die an der küchenwand befestigt werden. sozusagen skulpturen für die küche. natürlich braucht man eine ziemlich große küche um new order richtig in szene zu setzen, doch dann erhält man ein produkt, das die gewohnheiten der meisten von uns bei der abfallentsorgung imitiert: verschiedene beutel! nur viel umweltfreundlicher und ästhetischer.

new order eignet sich allerdings nicht nur für müll, sondern kann im gesamten konsumkreislauf genutzt werden. man kann eine new order tasche zum beispiel dazu benutzen, weggeworfenes papier zur abfalltonne nach draußen zu bringen und anschließend damit in läden gehen, um mehr papier zu kaufen, das man dann später wieder wegwerfen kann. weitere infos zur nützlichkeit von new order sowie ein interview mit den glücklichen gewinnern wird es bald an dieser stelle geben.

schlagzeug von ahlgrimm rojahn war sicher das ausstellungsobjekt, das zunächst die meiste aufmerksamkeit erregte. auf der grundlage der beobachtung, dass viele leute abfalleimer als trommeln benutzen, fragten sich dörte ahlgrimm und johannes rojahn: wieso muss man den mülleimer überhaupt erst zweckentfremden? wieso macht man ihn  nicht gleich zu einer trommel? und so entwarfen sie ein schlagzeug; komplett mit pedalen, um die verschiedenen behälter zu öffnen. eine selbstbewusste und intelligente arbeit, die für uns allerdings eher ein konzept als ein tatsächliches produkt war. die leute mögen es. auch uns zieht es an. aber würde es tatsächlich jemand kaufen und benutzen?

diese frage stellt sich nicht bei uli buddes triplett, dem ohne frage konventionellsten stück in der endrunde. triplett basiert auf einem “normalen” mülleimer, lässt aber den nutzer entscheiden, wie er das innenleben organisieren möchte. egal, ob man sich für drei oder vier abschnitte entscheidet; jeder eimer ist unabhängig und trägt gleichzeitig zum gesamtbild bei. das ganze wird dann in ein produkt verpackt, das in jede küche passt. wir waren besonders angetan vom kleinen haken zum aufhängen von leeren beuteln; eine jener scheinbar unbedeutenden kleinigkeiten, die so einfach wirken und doch den unterschied zwischen designer und nutzer ausmachen.

Trenntmöbel gesucht!: New Order by Böttcher + Henssler
trenntmöbel gesucht!: das siegerprojekt new order von böttcher + henssler

stand von llot llov sieht aus wie eine garderobe für müll. was es mit seinen unterschiedlichen beuteln für die vielen verschiedenen arten von müll im grunde genommen auch ist. jeder beutel ist so designt, dass er seine funktion optimal erfüllen kann: ein waschbarer leinenbeutel für papier, ein waschbarer kunststoffeimer für bioabfälle, ein leuchtender beutel für plastik und ein kleiner eimer mit deckel für restmüll. wenn wir ehrlich sind, versuchen wir immernoch stand zu verstehen. ja, uns gefiel die idee. ja, sie war gut ausgeführt. ja, es sah gut aus… aber funktioniert es? wir sind noch nicht so recht davon überzeugt, dass die leute a) so etwas in ihrer küche haben möchten und b) es auch benutzen würden. oder liegt das an uns? zum glück kann das jeder für sich entscheiden.

alle 10 projekte, die in die engere wahl gekommen sind, werden zurzeit in der berlinischen galerie ausgestellt; die vier finalisten als modelle, die anderen sechs in form von plakaten. dieses schöne ausstellungskonzept bietet den besuchern die möglichkeit, für sich selbst zu entscheiden, ob sie beispielsweise die beiträge von ett la benn, ulrich merz oder e27  eventuell mehr ansprechen als die favoriten der jury.

die offline-ausstellung wird durch eine online-galerie ergänzt. dort kann man für seinen favoriten aus den 10 finalisten voten. das ergebnis der publikumsabstimmung wird besonders interessant sein, da der wettbewerb schließlich initiiert wurde, um ein produkt zu kreieren, das die leute zur mülltrennung animiert. und das ist potentiell das werk, das die leute am meisten anspricht… unbedingt ansehen!

die ausstellung “trenntmöbel gesucht!” kann noch bis zum 10. oktober in der berlinischen galerie in der alten jakobstraße 124-128 in 10969 berlin besucht werden.

mehr infos zu allen 10 finalisten und die möglichkeit für seinen favoriten zu voten gibt’s unter: http://trenntstadt-berlin.de