Mit ‘möbeldesign’ getaggte Artikel


sinnfindung im erbe von mies van der rohe

Samstag, 11. Mai 2013

an der udk könnt ihr momentan eine sehr interessante ausstellung besuchen. “sinnfindung im erbe von mies van der rohe. werk werner blaser – edition löffler” gewährt euch den blick eines zeitzeugen der moderne auf die damalige welt. das erbe von mies van der rohe bildet dabei den rahmen für das fotografische lebenswerk des schweizer architekten und publizisten werner blaser. im mittelpunkt der ausstellung stehen die bauwerke van der rohes sowie klassische japanische architektur. die intensive auseinandersetzung mit dem menschen und dem werk van der rohes spiegelt sich vor allem auch in den eigenen möbelentwürfen blasers wider. die edition löffler zeigt uns seine selbst gefertigten möbel sowie einen dokumentarfilm über den mittlerweile 89-jährigen. ein besuch lohnt sich! der eintritt ist frei.

sinnfindung im erbe von mies van der rohe. werk werner blaser – edition löffler

25. april bis 30. mai 2013, mo bis sa von 10 bis 19 uhr

@ udk berlin, eingangshalle und quergalerie

hardenbergstraße 33  in berlin

http://www.udk-berlin.de/sites/content/themen/aktuelles/index_ger.html?infoID=e209209



der handlebar table von jasper morrison

Montag, 25. Februar 2013

in unserem post über das projekt “kaufhaus des ostens” von 1984 der udk berlin haben wir ausführlich jasper morrisons essay im austellungskatalog, “the poet will not polish”, zitiert, in welchem er neue denkweisen im design diskutiert, insbesondere: “als marcel breuer eine fahrradlenkerstange sah, beschloss er, stühle mit demselben industriellen verfahren herzustellen. der neue welt-konstrukteur beschließt, die lenkerstange so zu verwenden, wie sie ist, und sich die mühe und kosten zu sparen, sie selbst zurechtzubiegen.“ handfeste beweise für das, was er damit meinte, sind jetzt in der neuen dauerausstellung “extraordinary stories about ordinary things” der sammlung des design museums london zu sehen.

handlebar table von jasper morrison in “extraordinary stories about ordinary things”, design museum london

den “handlebar table” hat morrison 1983 noch während seiner studienzeit an der kingston polytechnic entworfen und war nach morrisons eigenen Angaben sein erstes “kommerzielles” produkt.1. 10 stück wurden produziert und der junge morrison verdiente stolze 80 pfund pro verkauftem tisch. was vermutlich mehr pro stück ist, als er an vielen seiner jüngeren produkten verdiente – die inflation nicht berücksichtigt. gefertigt aus buche, glas und aluminium, ist der handlebar table einerseits ein typisches produkt seiner zeit, zu der junge designer versuchten, mit etablierten normen zu brechen und eine rolle für den neuen beruf des industriellen produktdesigners zu definieren. aber es ist gleichermaßen nach wie vor eine bezaubernde arbeit, und wenn man davorsteht – wie wir es in london das erste mal taten – erkennt man, wie maßgebend es bis heute ist. bezüglich des berliner designs zeigt der handlebar table, warum sich morrison so leicht in die entstehende “neue deutsche design”-bewegung um leute wie joachim stanitzek, andreas brandolini und axel kufus integrieren und so dazu beitragen konnte, dass das „kaufhaus des ostens“ ein so faszinierendes und bedeutendes projekt wurde.

“extraordinary stories about ordinary things” im design museum london

 2015 wird das london design museum umziehen und die ausstellung “extraordinary stories about ordinary things” repräsentiert auf vielfältige weise den offiziellen beginn dieses prozesses. nach dem umzug sieht die planung eine erweiterung der ständigen sammlung auf basis von “extraordinary stories about ordinary things” vor. und die, mit dieser ausstellung geschaffene basis verheißt einen späteren erfolg. mit den sechs in sich geschlossenen installationen zur erläuterung von design ist “extraordinary stories about ordinary things” wahrscheinlich nicht die vollständigste ausstellung, die man sich vorstellen kann, aber sie bietet ein amüsantes herumtoben durch’s design und nebenbei die ein oder andere neue erkenntnis. sowie eine wirklich faszinierende mischung von ausstellungsstücken.

außer dem handlebar table besteht eine beziehung zum berliner design auch durch jerszy symours gießkanne “pipe dreams” für magis aus dem jahr 2000 – ein objekt, das brillanter weiser, wirklich absolut brillant, neben jonathan ive und seinem mac ausgestellt wird – sowie durch das etwas ältere “hallesche service” von marguerite friedlaender für die königliche porzellan-manufaktur berlin – ein erfreulich reduziertes kaffeeservice aus keramik, das den weg für die moderne in sachen wohnaccessoires ebnete.

“extraordinary stories about ordinary things” im design museum london ist während der normalen öffnungszeiten des museums zu besichtigen. wir können jedem, der in london ist, einen besuch von ganzem herzen empfehlen. und dies nicht allein wegen des handlebar tables von jasper morrison. obwohl es das großartigste und exquisiteste stück der ganzen ausstellung ist.

1. http://designmuseum.org/media/item/79665/4636/jasper-morrison-handlebar-table-final-1.pdf. accessed 30.01.2013

farbenfroh, plastik, kindisch. pipe dreams von jerszy seymour für magis. und der erste imac.

Extraordinary Stories About Ordinary Things Design Museum London Hallesche Service Marguerite Friedlaender Königlichen Porzellan Manufaktur Berlin Marcel Breuer

hallesche service von marguerite friedlaender für die königliche-porzellan manufaktur berlin in einem regal und über marcel breuer stühlen

extraordinary stories about ordinary things @ design museum london

handlebar table von jasper morrison



galerie erstererster: die komplexität des einfachen

Montag, 28. Januar 2013

am ersten wochenende des februars 2013 wird es in der berliner galerie erstererster das erste event des jahres geben. unter dem titel “die komplexität des einfachen” haben benedikt gnadt und christof flötotto eine ausstellung kuratiert, welche die entwicklung eines modernen stuhls aus 100% holz untersucht. „wie bitte?” hören wir euch schreien. „was?” was ist komplex daran, ein paar holzstücke zusammenzufügen? das machen wir doch seit jahrtausenden! es geht ja hier nicht etwa um die entwicklung neuer materialien oder den versuch…

am beispiel des rip chair des berliner designstudios läufer + keichel für den berliner hersteller schneiderschram zielt “die komplexität des einfachen” darauf ab, zu erläutern, wie viel arbeit, überlegung, diskussion, blut, schweiß, tränen und letztendlich design eigentlich notwendig sind, um ein scheinbar einfaches und naheliegendes objekt zu erschaffen. und dennoch: ein scheinbar einfaches und naheliegendes objekt, welches das holzstuhl-“genre” erneuert und dabei hilft, es voranzubringen, indem es uns darüber belehrt, was eigentlich möglich ist und wie. einfach zwei holzstücke zusammenzufügen, lieber leser, hat nie und wird niemals irgendetwas anderes hervorbringen als zwei zusammengefügte holzstücke … einzelstücke auf golgotha ausgenommen.

desinger und hersteller werden der vernissage am donnerstag, den 31. januar, beiwohnen und auch der finissage am 3. februar. julia läufer und marcus keichel werden ein gespräch über das “making of the rip chair” moderieren. die vernissage am 31.1. und die finissage am 3.2. beginnen jeweils um 19 uhr. das gespräch am 3.2. folgt um 20 uhr. vollständige ausstellungsdetails gibt es unter http://www.erstererster.de.

„die komplexität des einfachen“

31. januar bis 3. februar 2013

@ galerie erstererster

pappelallee 69 in 10437 berlin

http://www.erstererster.de

rip chair von läufer + keichel für schneiderschram

das ist ganz ehrlich das erste, woran wir denken, wann immer wir “vernissage in der galerie erstererster berlin” hören…



orgatec 2012: osko+deichmann über akustikwände & drehbare tische

Mittwoch, 19. Dezember 2012

im vorfeld der orgatec 2012 sprachen wir mit dem berliner designerduo osko+deichmann über ihr modulares sitzsystem “plot”, das sie für den deutschen hersteller brunner entworfen haben. auf der orgatec 2012 konnten wir uns endlich die neuesten funktionen und erweiterungen des systems ansehen. darunter sind die akustikplatten für die seiten und den rücken fraglos die fundamentalsten und interessantesten objekte, nicht zuletzt, weil sie das sitzelement umschließen, ohne dass der benutzer in irgendeiner weise auf die funktionalität verzichten muss, die “plot” zu einem so faszinierenden produkt macht.

anfangs befürchteten wir, die akustikplatten seien am sockel befestigt. jedoch brachte ein bisschen herumkriechen auf dem boden ein einfaches und schlaues system zu tage. und laut blasius osko und oliver deichmann, ein einfaches, schlaues system, welches das ergebnis unzähliger stunden stiller entwicklungsarbeit ist. die hauptherausforderung dabei war, die nötige stabilität ohne qualitätsverlust zu erreichen – eine herausforderung, die die beiden meisterhaft bewältigt haben. die andere für uns bedeutsame veränderung ist, dass “plot” jetzt drehbare tische statt der ursprünglichen, statischen hat. klingt belanglos, ist aber für alle, die vorhaben, einen bildschirm, einen entwurf oder eine pizza hawaii zu teilen, ein sehr wichtiger unterschied. und wir lieben immer noch den “pflanzen-plot”. versteht sich von selbst, kann aber nicht oft genug gesagt werden.

wie wir wahrscheinlich bereits erwähnt haben, ist “plot” eines der innovativsten und interessantesten sitzsysteme, die wir in letzter zeit gesehen haben – erst recht mit den neuen ergänzungen. und wir hoffen, dass noch ein paar mehr überraschungen dazukommen werden. wir halten euch darüber auf dem laufenden. hier ein paar fotos von der orgatec:



orgatec 2012: stefan diez über hays new order

Montag, 03. Dezember 2012

wie wir in unserem post über die präsentation des dänischen herstellers hay auf der orgatec 2012 bereits ansprachen, war eine der dortigen überraschungen, ein von stefan diez gestaltetes produkt zu sehen. eine wirklich erfreuliche überraschung, denn sein modulares pulverbeschichtetes stahlregalsystem “new order” ist eine sehr intelligente sowie sorgfältig überlegte und umgesetzte arbeit. also erschien es uns folgerichtig, ein bisschen mit stefan über dieses projekt zu plaudern…

minimum-blog: die naheliegende eingangsfrage, wie kam es zur zusammenarbeit mit hay?

stefan diez: wir haben uns vor ein paar jahren auf einer geschäftsreise nach singapur getroffen, haben uns sofort gut verstanden und bald beschlossen, dass wir versuchen sollten, gemeinsam ein projekt zu entwickeln.

minimum-blog: und die haben dann gesagt, bau uns ein modulares regalsystem, oder…?

stefan diez: ganz ehrlich gesagt wurde dieses projekt ursprünglich vor zwei jahren in mailand zusammen mit established & sons präsentiert, aber wir haben nie eine akzeptable vereinbarung erreichen können. bei so einem projekt ist der preis für mich entscheidend. ich halte es für wichtig, dass solche alltagsmöbel zu einen bezahlbaren, demokratischen preis angeboten werden. und mit hay ist es uns jetzt gelungen, dies umzusetzen.

minimum-blog: die zwei elemente, die unsere aufmerksamkeit erregen, sind einerseits die tieferen regalböden, andererseits das schiebetürensystem. erst einmal zu den türen, ist diese ausleger-funktion bei der schiebetür eine anspielung auf ihre tischlervergangenheit?

stefan diez: nein, nein, das ist reines industriedesign. es ist ein folienscharniersystem, genauer gesagt, aus polypropylen, und so konzipiert, dass das scharnier fast unsichtbar ist. das ganze system ist einfach zu benutzen und sehr leise. genauso wichtig ist aber, dass sowohl die türen als auch die seiten- und rückwände nach bedarf eingesetzt oder entfernt werden können. sie sind kein festes element der einheit und können eingesetzt oder entfernt werden, ohne dass man dazu werkzeug braucht oder die einheit auseinanderbauen muss.

minimum-blog: und bei den tiefer gelegten regalböden, welche idee steckt dort dahinter?

stefan diez: technisch gesehen sind dies eher ablagen als regalböden. und die idee ist, dem benutzer mehr möglichkeiten zu geben, als es heutige regalsysteme zulassen. sie sind 80 mm tief und während man sie durchaus für bücher und ähnliches benutzen kann, dienen sie auch bequem als ablage für kleinkram. mit ihren höheren rändern ist alles sehr sicher und nichts kann herausfallen oder anderweitig verloren gehen.

minimum-blog: um zum schluss zu kommen, gibt es pläne für weitere kooperationen mit hay?

stefan diez: ja, wir werden auf der stockholm furniture fair im februar nächsten jahres ein neues projekt präsentieren, es ist ein…

er hat es uns gesagt. aber geduld ist eine tugend, liebe freunde. geduld ist eine tugend!



eames by vitra im stilwerk

Sonntag, 25. November 2012

bis mitte november hatten alle in oder um berlin die möglichkeit, die ausstellung “eames by vitra” im stilwerk zu besuchen und somit die nahezu komplette sammlung von charles und ray eames’ kreationen für vitra zu bewundern. die exponate wurden durch videos, photos und texte ergänzt, welche die entstehung der objekte erläuterten. es war nichts besonders neues oder revolutionäres als solches, das zusammentragen der objekte an einen ort bot jedoch eine wunderbare gelegenheit, zwei der wichtigsten protagonisten in der möbeldesigngeschichte des 20. jahrhunderts kennenzulernen und ein gefühl für die entwicklung ihrer projekte zu bekommen.

für alle, die nicht vorbei kommen konnten, hier ein paar impressionen:

    
    
    
    
    


ausflug: hay@orgatec

Freitag, 23. November 2012

wir freuen uns immer, nach der devise in dubio pro reo handeln zu können. nicht zuletzt, weil es uns erspart, einen festen standpunkt einnehmen zu müssen. dies vorausgeschickt, hat der dänische möbelhersteller hay mit seiner show auf der orgatec 2012 „büroeinrichtungen“ weit außerhalb jeglicher derzeit international anerkannter grenzen definiert. ohne diskussionen. die gezeigten produkte waren weitestgehend exzellent, aber nicht wirklich büromäßig.

orgatec 2012 hay

orgatec 2012: hay

das erfreulichste neue projekt waren die “a table and chairs” von ronan and erwan bouroullec. die bouroullecs bei hay? welch eine überraschung. wer hätte das geahnt? ordentlich aus ordentlichem holz in eine ordentliche form gebracht, ist „a table and chairs“ eine herzallerliebste möbel-kollektion, die dadurch noch interessanter wird, dass sie nicht wie ein bouroullec-projekt aussieht. ja, sie ähnelt in ihrer formsprache und bauweise ein wenig der osso range für mattiazzi. aber sie scheint keinen bezug auf frührere, etablierte projekte zu nehmen, wie beispielsweise alcove für vitra, clouds für kvadrat oder facett für ligne roset.

im märz teilte uns der chef-kurator mateo kries bei der eröffnung der „album“-ausstellung im vitra design museum mit, dass er über die jahre einen gewissen organischen fluss in der entwicklung der arbeiten der bouroullecs erkennen könne … eine entwicklung, die allerdings oft erst im nachhinein sichtbar wird. also müssen wir wohl abwarten, ob die hinwendung zu holz und kork, wie sie auf der orgatec zu sehen war, wirklich die bewegung in eine (relativ) neue richtung anzeigt. für uns war das glanzlicht der „a“-kollektion, dasjenige, welches ihr wenigstens den anschein von büro-ernsthaftigkeit gibt, der „schreibtisch“ – wie wir ihn aus mangel an einem offiziellen begriff nennen wollen. mit seiner netten, kleinen, entlang der rückseite eingebauten papier- und buchablage hatte das objekt wirklich stil: an einen echten „escritoire“ erinnernd, aber auch zugänglich, praktisch und zeitgenössisch.

orgatec 2012 ronan and erwan bouroullec hay

orgatec 2012: der “schreibtisch” von ronan und erwan bouroullec für hay

die andere freude am hay-messestand war das ablagesystem „new order“ von stefan dietz. ein weiterer designer, den wir nicht bei hay erwartet hatten – aber dessen aufnahme in das auftragsregister, neben den bouroullecs, nur als zeichen dafür gewertet werden kann, wie ernst es hay damit ist, es in den kommenden jahren mit den größeren jungs aufzunehmen. die firma hatte dafür schon immer eine gute ausgangsposition und mit dingen vom kaliber „new order“ sieht es sogar noch besser für sie aus. als modularsystem will „new order“ keine akzeptierten standards neu definieren, wie es bernard, peter, stephen and gillian einst taten, als sie computertechnologie in den gitarren-rock einführten, sondern es zielt eher darauf ab, eine bezahlbare, praktische und einfallsreiche lösung für die tägliche ablage zu schafffen. ein besonders nettes extra sind dabei die angebotenen regalbretter in zwei verschiedenen tiefen: ein „normales“ flaches regalbrett und eine tiefere, kistenähnliche einheit. eine relativ „naheliegende“ lösung, die eine welt voll neuer möglichkeiten eröffnet.

aus gründen, welche die firma selbst am besten kennt, hatte hay seinen orgatec-stand einem käfig ähnelnd errichtet. vielleicht war dies eine metapher für das gefährlich gute design der ausstellungsstücke. vielleicht war es eine metapher für die wilden gefühle, die die möbel freisetzen sollten. vielleicht was es eine verschleierte kritik am globalen design-zoo. vielleicht hatte ihnen auch jemand gesagt, dass wilde tiere die kölner messehallen durchstreifen – immerhin waren sie das erste mal auf der orgatec dabei. was immer auch der grund gewesen sein mag, es war ein lohnendes erlebnis, diesen „knast“ von innen zu sehen. und den meetings und diskussionen nach zu urteilen, die dort stattfanden, als wir da waren, können wir erwarten, dass hays portfolio auf interessante und ausgefallene weise wachsen wird… vermutlich werden wir alle im februar in stockholm mehr wissen. und vergesst nicht: ihr habt es hier zuerst gelesen! naja, beinahe jedenfalls.

orgatec 2012 stefan diez new order hay

orgatec 2012: new order von stefan diez für hay – die hohe version

orgatec 2012 stefan diez new order hay deep

… und die niedrige version mit “schubladenbrett”



galerie helmrinderknecht went leipzig

Mittwoch, 21. November 2012

die galerie helmrinderknecht war ende oktober mit zwei projekten bei der grassimesse 2012 in leipzig vertreten – und ist somit die erste design-galerie, die zur teilnahme an europas ältester messe für angewandte kunst eingeladen wurde. „normale“ designer und künstler müssen sich erst bewerben und werden von einer jury ausgewählt, bevor sie ausstellen dürfen. und einladungen sind eine für gewöhnlich akademischen institutionen vorbehaltene ehre. naja, absolut dieser ehre würdig waren die zwei von der galerie helmrinderknecht in den heiligen hallen des grassi-museums ausgestellten objekte. sowohl dem ort als auch der atmospähre angemessen, war die installation „hotel dresden“ von hermann august weizenegger.

Grassimesse 2012 Galerie Helmrinderknecht Hotel Dresden by Hermann August Weizenegger

grassimesse 2012: galerie helmrinderknecht. hotel dresden von hermann august weizenegger

hotel dresden, erstmals vorgestellt auf der qubique 2011, ist hermann august weizeneggers rückblick auf die ursprünge moderner handwerksindustrie, auf eine epoche, in der design in seiner neuzeitlichen definition seine ersten zögerlichen schritte machte. weniger eine hommage als eine neuinterpretation des damaligen zeitgeistes, besteht „hotel dresden“ unter anderem aus einem gartenstuhl, lampen, teppichen und photographien. die einzelnen elemente der „hotel dresden“-kollektion wurden größtenteils von kleinen firmen gefertigt, deren traditionen bis ins 19. jahrhundert zurückreichen und somit althergebrachtes und modernes nicht nur in der form, sondern auch in der herstellung verbinden. dazu in farbe und material passend war eine sammlung neuer werke von frédéric dedelly aus zürich.

Grassimesse 2012 Galerie Helmrinderknecht  Frédéric Dedelley Objets Mélancoliques 2

grassimesse 2012: galerie helmrinderknecht. frédéric dedelley objets mélancoliques

die fortführung des 2008 begonnenen projektes “objects mélancholiques n°2 – 9” besteht aus einer sammlung von objekten aus tombac, einer bronze-kupfer-legierung, die mittels eines metallgussverfahrens hergestellt wurden. die objekte wirken industriell, wie zusammengeschweißt. ein eindruck, der jedoch nicht weiter von der wahrheit entfernt sein könnte…

die grassimesse 2012 endete leider bereits am 28. oktober. alle, die aber in den nächsten wochen in oder bei zürich sein werden, haben die chance die arbeiten der galerie helmrinderknecht in der ausstellung reflections on form zu sehen, die in zusammenarbeit mit der barbara seiler galerie entstanden ist. reflections on form richtet den blick auf die unterschiedlichen wege, wie künstler und designer auf allgemeine quellen der inspiration antworten und diese weiterentwickeln. das klingt wie eine nette, zeitgenössische antwort auf die aktuelle ausstellung im vitra design museum “pop art design”.

reflections on form kann noch bis zum 15. dezember 2012 in der barbara seiler galerie, anwandstrasse 67, 8004 zürich gesehen werden.

Grassimesse 2012 Galerie Helmrinderknecht  Frédéric Dedelley Objets Mélancoliques

grassimesse 2012: galerie helmrinderknecht. frédéric dedelley objets mélancoliques

Grassimesse 2012 Galerie Helmrinderknecht Hotel Dresden Hermann August Weizenegger

grassimesse 2012: galerie helmrinderknecht. hotel dresden von hermann august weizenegger



ausflug: herbstfarben mit thonet

Montag, 12. November 2012

thonet hatte wohl beschlossen, in diesem herbst noch zusätzlich farbe in unser leben zu bringen. jedenfalls hatten wir diesen eindruck auf der orgatec 2012. als fortsetzung der einführung von farbe in ihrer 404/5/6-serie von stefan dietz und bei mart stams klassiker s 43 präsentierte thonet in köln die brandneue 330-kollektion von läufer & keichel aus berlin. inspiriert vom „ambiente der theaterbühnen, literaturcafés und künstlerateliers“, bilden die 330er eine entzückende familie von holzstühlen, weitgehend im einklang mit der thonet-tradition, deren farben in jeder hinsicht so eindrucksvoll sind wie die reduzierte gestalt und ergonomische form. obwohl er uns auf der orgatec vorgestellt wurde, finden wir, dass der 330 kein bürostuhl im engeren sinn ist, sondern sich sehr für den hausgebrauch oder auch die gastronomie empfiehlt. auf der orgatec avancierte der 330 zu einem echten schmuckstück und passte auch perfekt in das herbstliche ambiente.

außer angenehmen farben präsentierte thonet das neue s 180-programm des berliner designstudios delphin design – eine erweiterung und weiterentwicklung der bestehenden programme s 160 und s 170. weiterhin konnten wir den stuhl s 774 bewundern, auf den die firma – zu recht – sehr stolz sein kann. der in zusammenarbeit mit kegelmann technik entwickelte s 774 ist eine neuinterpreatation von eddie harlis’ 1954er holzstuhl s 664. er kombiniert die werkstoffe kohlenstofffaser, plastik und epoxidharz unter verwendung der harzspritzpresstechnologie, die eigentlich für die automobilindustrie typisch ist. als erster mit diesem verfahren hergestellter stuhl bietet der s 774 nicht nur eine bestechende “hinter-glas”-optik, sondern verbessert auch den komfort und die haltbarkeit des ursprünglichen designs von harlis. ein stuhl und ein verfahren, auf die wir vermutlich regelmäßig zurückkommen werden…



gesundheit & design

Freitag, 09. November 2012

die preisträger des wettbewerbs „design & gesundheitswirtschaft” stehen fest! zu den glücklichen gewinnern zählen das architekturbüro graft, art+com, die charité berlin, die designer anne geier und simon bredt, das designbüro ion design sowie somatex medical technologies. der kreativwettbewerb wurde von den ländern berlin und brandenburg ausgelobt und war mit insgesamt € 60.000 dotiert. ziel der ausschreibung war es, zusätzliche impulse für innovationskooperationen zwischen der kreativbranche und der gesundheitswirtschaft in der hauptstadtregion zu geben. details zu den projekten findet ihr hier.