Mit ‘dmy berlin’ getaggte Artikel


dmy awards & jury selection 2012 im bauhaus-archiv berlin

Mittwoch, 12. September 2012

wir haben neulich festgestellt, dass uns der herbst unmittelbar bevorsteht. das gute daran ist aber, dass unsere angenehmste erinnerung an die nicht immer ganz so goldene jahreszeit zu neuem leben erwacht ist: die jährliche dmy awards & jury selection ausstellung im bauhaus-archiv berlin ist eröffnet.

2009 initiiert, dient die ausstellung oberflächlich betrachtet dazu, die 10 nominierungen für den jährlichen dmy award zu ehren. vor allem tut sie aber eins, nämlich die projekte in verbindung zueinander zu bringen, mit denen man im laufe des jahres schon sehr viel zeit verbracht hat. sie sind alle da: andrea brena und seine “knitted army”, agri-expo yunlin mit ihrer “farmer’s creativity“, der “gravity stool” von jólan van der wiel… sogar atelier yea-yea, die wir in tempelhof leider nicht finden konnten. obwohl uns dieses zusammenkommen daran erinnert, dass der sommer vorbei und es wieder an der zeit ist, zurück an die arbeit zu gehen, finden wir es jedes jahr doch auch immer wieder schön, fast schon beruhigend.

der spezielle ausstellungsraum im bauhaus-archiv ist zwar nicht der größte – das war er noch nie und wird es wohl nie sein können -, aber kurator ake rudolf und sein team haben ein kleines wunder vollbracht: es scheint fast so als hätten sie die größe des raums verdoppelt. wir haben auf jeden fall noch nie eine sonderausstellung im bauhaus-archiv erlebt, die dem besucher so viel bewegungsfreiheit bietet – sowohl physisch als auch philosophisch. dieser freiraum wird noch durch den intelligenten einsatz von videos und infobroschüren erweitert, die jedes projekt für sich sehr verständlich vorstellen. man muss aber nach wie vor selbst denken, man wird sogar dazu ermutigt, womit sich das kuratorenteam unserer ansicht nach den zweiten goldenen stern verdient hat.

neben der schönen ausstellung selbst bietet auch das begleitprogramm eine reihe wahrer herbstjuwele, darunter ein workshop zur nutzung von magnetismus im design mit jólan van der wiel am 11. oktober und eine podiumsdiskussion am 20. september zum thema “von kreation zu kreativität – kopieren und teilen als designstrategie” mit beiträgen von frederike wanstrath, johanna keimeyer, ronen kadushin und van bo le-mentzel. die diskussion wird von lucas “berlins härtester moderator” verweij moderiert.

die dmy awards & jury selection 2012 ausstellung kann noch bis zum 15. oktober 2012 im bauhaus-archiv berlin besucht werden.

mehr infos dazu und zum begleitprogramm gibt’s unter www.bauhaus.de.



dmy berlin 2012: farmers creativity

Freitag, 22. Juni 2012

fälschlicherweise wird oft behauptet, der teufel habe die besten songs. die hat aber nicht er, sondern die taiwanesen. und der “farmers creativity”-stand beim dmy berlin 2012 demonstrierte das mit seiner hintergrundbeschallung durch unnötig fröhlichen taiwanesischen rock ganz wunderbar.

organisiert von ou studio und der taiwan art in residence interchange association, war “farmers creativity” im wesentlichen als werbung für die yunlin agriculture expo 2013 gedacht und präsentierte eine bunte mischung aus traditionellem taiwanesischem handwerk und modernen, aber in der regionalen traditionen verwurzelten, produkten – und natürlich die endlosschleife des unnötig fröhlichen taiwanesischen rocks.

mit einer sammlung von objekten, die so vielfältig und interessant wie klischeehaft und vorhersehbar waren, gehörte “farmers creativity” zu den interessanteren ständen beim dmy berlin 2012. interessant deshalb, weil es unsere aufmerksamkeit auf sich zog und auch halten konnte, aber nicht etwa weil es sonderlich innovativ oder anspruchsvoll war.

die für uns interessantesten objekte waren “the balance”, eine tasche aus gewebtem bambus und leder, “straw stool” von dhh studio und gina hsu und peijia hongs “facial painting art of eight generals”-puppen, eine schöne sammlung bemalter figuren der sogenannten “acht generäle” aus der taiwanesischen tradition.

bei uns entstand der eindruck, dass man zeigen wollte, wie zeitgemäß taiwan sein kann, wenn traditionelle produkte und techniken in “modernen” produkten auf eine “moderne” weise verwendet werden. das ist für uns zwar durchaus verständlich, aber auch der falsche weg. design sollte nicht nur als eine art exportgeschäft gesehen werden, sondern in erster linie als etwas nützliches für die gesellschaft.

wenn zum beispiel ou studio und kuo-chaing liu zu ihrer “paper bamboo bench” erklären, dass ihre entwicklung teilweise von der tatsache motiviert war, dass die praktische, ressourcensparende und günstige bambusbank nach und nach aus den taiwanesischen haushalten verschwindet, dann kann die richtige reaktion doch ganz bestimmt nicht sein, so eine bank mit einem hochglanz-bambusmuster zu bedrucken. oder?

damit wollen wir gar nicht die gezeigten stücke kommentieren, sondern nur hinterfragen, ob es die richtigen stücke sind. insbesondere in hinblick auf die ländliche, bäuerliche natur der ausstellung.

für uns wäre es logischer zu schauen, ob und wie die designer kleineren landwirtschaftlichen gruppen dabei helfen können, ihre ressourcen besser zu nutzen. wir haben solche lösungsversuche bei “farmers creativity” vermisst. so interessant manche der gezeigten stücke auch sind…

ehrlich gesagt sind wir uns nicht hundertprozentig sicher, ob “farmers creativity” uns in irgendeiner weise dazu inspiriert hat, die yunlin agriculture expo zu besuchen. doch allein die tatsache, dass die ausstellung uns gezwungen hat, die rolle von designern in der modernen gesellschaft neu zu überdenken macht “farmers creativity” auf jeden fall einen besuch wert.



dmy berlin 2012: lightstone von torsten werner für betonware

Donnerstag, 21. Juni 2012

wir können natürlich nicht zu allen beton-objekten, die wir beim dmy berlin 2012 gesehen haben, etwas posten. es gab davon nämlich jede menge. und zwar sehr viel mehr als wir in den letzten jahren gesehen haben. wir wollen uns deshalb mit dieser kurzen bemerkung zufrieden geben…

zu den interessantesten und ästhetisch ansprechendsten exemplaren gehörte auf jeden fall der “lightstone” von torsten werner in kooperation mit alexis oehler/betonware. das schöne am 26 kilo schweren lightstone ist die öffnung: ein schlitz, der durch zwei schrägliegende diagonale innenwände geformt wird. dieser aufbau dämpft das ausgestrahlte licht nicht nur auf eine subtile weise, sondern hilft auch dabei, das licht zu lenken und gezielt zu zerstreuen. der würfel kann so positioniert werden, dass die öffnung nach oben, unten, links oder rechts zeigt. außerdem kann die lichtquelle so eingestellt werden, dass entweder ein direkter oder ein indirekter strahl erzeugt wird. lightstone ist also flexibel genug das passende licht für jede umgebung zu schaffen. außerdem könnte man noch jede menge naheliegende analogien über den kontrast zwischen dem licht und dem material herstellen…

ein wunderbar einfaches konzept, das wunderschön in form eines tollen produktes umgesetzt wurde. wir können uns lightstone sehr gut in allen möglichen umgebungen vorstellen: zuhause, im büro, im einzelhandel, in der werbung, im hotel, etc., etc., etc. und obwohl es nur mit weißem licht zu sehen ist, sind auch andere farben auf anfrage verfügbar.

neben lightstone haben torsten werner und betonware noch eine neue hängeleuchte präsentiert. wir haben aber leider versäumt, ihren namen zu notieren. wahrscheinlich deshalb, weil sie uns weitaus weniger angesprochen hat als lightstone; ein produkt, dessen entdeckung uns ganz besonders gefreut hat.

DMY Berlin 2012 Lightstone by Torsten Werner for Betonware

dmy berlin 2012: lightstone von torsten werner für betonware

DMY Berlin 2012 Lightstone by Torsten Werner for Betonware

dmy berlin 2012: lightstone und die betonhängeleuchte von torsten werner für betonware

DMY Berlin 2012 Hanging concrete lamp by Torsten Werner for Betonware

dmy berlin 2012: betonhängeleuchte von torsten werner für betonware



dmy berlin 2012: thijs ewalts – autonomous plants 2012

Mittwoch, 20. Juni 2012

wenn es beim dmy berlin 2012 einen stand gab, den man einfach nicht übersehen konnte, dann war das “autonomous plants” von thijs ewalts, einem absolventen der design academy eindhoven. man konnte ihn deshalb nicht übersehen, weil die gefahr bestand, in einem unachtsamen moment von einer pflanze überfahren zu werden. ok, die pflanzen haben sich nicht schnell genug bewegt, um wirklich jemanden zu verletzen, aber sie haben sich immerhin selbst bewegt. und es könnte durchaus psychologische folgen haben, von einer rasenden schwertlilie angestupst zu werden…

die bewegung der pflanzen wird von sensoren gesteuert, die ständig ein vordefiniertes raster abscannen und nach irgendwelchen im weg stehenden objekten ausschau halten. je nach dem wie oft das objekt am gleichen ort lokalisiert wird, entscheidet das system, ob es sich um ein unbelebtes objekt handelt oder ob es doch etwas interessanteres sein könnte, und bewegt sich entweder auf es zu oder ignoriert es. auch wenn uns die bewegung vielleicht willkürlich erscheint, so ist sie für die pflanze doch sehr logisch.

so lustig das auch ist, fragen sich die meisten leute wahrscheinlich, worin der zweck dieser idee liegt – mal abgesehen davon, katzen zu erschrecken. diese frage ist auf jeden fall berechtigt. einerseits müssen es nicht unbedingt pflanzen sein, die sich bewegen. “autonomous plants” ist nämlich nur ein teil eines größeren forschungsprojekts von thijs über autonome objekte und deren interaktion mit menschen. und wenn wir das konzept richtig verstanden haben, sind die pflanzen kein zentraler bestandteil des systems, sondern nur ein projekt, das er für das rotterdam international poetry festival entwickelt hat. dabei fuhren die pflanzen im foyer des rotterdam theaters herum und mischten sich unter die gäste. die pflanzen sind nur ein mittel zum zweck: das publikum bekommt eine amüsante installation und thijs kann sein projekt weiterentwickeln und sehen, wo es ihn letztlich hinführt. aber auch für den einsatz mit pflanzen hat thijs schon interessante einsatzvorschläge gehört: man könnte sie zum beispiel als eine art therapiepflanzen in altersheimen oder anderen institutionen benutzen, wo die bewegung eine positive wirkung auf die beobachter haben könnte.

das ist ein beweis dafür, dass es, egal wie abstrakt designforschung auch sein mag, immer jemanden gibt, dem eine sinnvolle verwendungsmöglichkeit dafür einfällt.

DMY Berlin 2012 Thijs Ewalts Autonomous Plants 2012

dmy berlin 2012: thijs ewalts autonomous plants 2012. achtung: plants crossing.

DMY Berlin 2012 Thijs Ewalts Autonomous Plants 2012

dmy berlin 2012: thijs ewalts autonomous plants 2012



dmy berlin 2012: hopf & nordin

Dienstag, 19. Juni 2012

auf die gefahr hin, die lieben leute von hopf & nordin zu verärgern: alle, die schon immer nach einer designerlampe für den trekkie in der famile gesucht haben, werden jetzt in berlin-wedding fündig. auch wenn die leuchten “dark matter” von hopf & nordin natürlich nicht als weihnachtsgeschenkidee für sci-fi-freaks gedacht waren. obwohl sie optisch schon ein klein wenig in die richtung gehen…

zuerst werden die koordinaten von sternen aufgezeichnet. anschließend werden die punkte so verbunden, dass dreidimensionale formen entstehen. somit kann man die “dark matter”-leuchten als kleine, wohn- oder schlafzimmertaugliche darstellungen des sonnensystems sehen. aber vor allem haben sie eine einzigartige und faszinierende formensprache. und auch wenn es fast unmöglich ist, die dreidimensionale form zu begreifen, so wirken doch alle leuchten vertraut und um einiges wärmer als man in anbetracht ihres kalten, berechneten ursprungs erwarten würde. also nein: sie sind nicht nur für trekkies…

neben der “dark matter”-reihe präsentieren andreas hopf und axel nordin beim dmy berlin 2012 noch zwei ältere projekte: das gymnastische “kaleidocycle light” und die wassertröpfchenartigen “minimal surface lights” – projekte, die wie “dark matter” ihre ursprünge in der mathematik haben.

es wird ja allgemein anerkannt, dass die natur selbst die besten designlösungen hervorgebracht hat und dass die evolution komplexe systeme geschaffen hat, wie es kein mensch je schaffen kann. die natur besteht nach außen hin aus material und alle materialien entstammen der mathematik. deshalb ist die herangehensweise über die mathematik eine sinnvolle und interessante weise, neue designprozesse und -vorgehensweisen zu erforschen. oder wie hopf & nordin sehr schön demonstriert haben: hübsche und praktische alltagsgegenstände zu schaffen.



dmy berlin 2012: another planet – sonozen und simon lockwood

Montag, 18. Juni 2012

“space travel’s in our blood
there ain’t nothing we can do about it
long journeys wear us out but
oh god, you know we won’t live without it”

es war in der tat ein langes dmy, aber wie the only ones wissen, ist es ganz egal, wie weit man reisen muss, man tut es einfach. denn am ende einer reise wartet immer noch etwas anderes auf einen; ein anderer planet! wenn diese einleitung mal kein eindeutiger beweis für mentale lethargie ist…

schlecht gemachte anspielungen auf klassiker des pop punks mal beiseite. bei “another planet” im “show container” bei planet modulor am moritzplatz handelt es sich um eine gemeinsame präsentation des lautsprecherherstellers sonozen und des designers simon lockwood.

das lautsprechersystem admodum von sonozen bietet 1750 verschiedene konfigurationsmöglichkeiten. man kann sich auf wunsch aber auch sein eigenes, ganz individuelles system anfertigen lassen. simon lockwood präsentiert derweil seine konzentrische hängeleuchte eclipse.

so zeigt “another planet” zum einen die objekte als solche und demonstriert damit auf wunderbare weise, dass es den begriff der harmonie nicht nur in der musik gibt, sondern harmonie auch visuell greifbar sein kann…

DMY Berlin 2012 Another Planet

dmy berlin 2012: another planet - sonozen und simon lockwood

DMY Berlin 2012 Another Planet

dmy berlin 2012: another planet - sonozen und simon lockwood



dmy berlin 2012: sigurd larsen architecture and design

Sonntag, 17. Juni 2012

obwohl das dmy berlin für innovationen und experimente bekannt ist, findet man dort auch gutes, qualitativ hochwertiges, traditionelles handwerk. so wie an sigurd larsens stand “architecture and design”.

nach abschluss seines architekturstudiums an der royal academy of fine arts in kopenhagen, gründete sigurd 2009 in berlin sein eigenes studio. er arbeitet dort vor allem an projekten in den bereichen design, kunst und architektur und kombiniert diese auch gerne mal.

das highlight seiner möbelkollektion ist auf jeden fall der “concrete table” mit seiner genialen ecke zum anpflanzen von käutern. der “concrete table” gehört zu diesen produkten, die gar nicht erst versuchen, irgendwas ausgefallenes zu machen, sondern sich einfach bemühen, das, was sie tun, besser zu machen als irgendjemand anderes. und unserer ansicht nach gelingt das hier sehr gut.

außerdem hat uns das “daybed sideboard” sehr gut gefallen. weniger aufgrund seiner doppelfunktion, sondern deshalb, weil es dank der kombination aus kiefernholz und leder in seiner eleganten, dezenten und unauffälligen form zu den luxuriöseren beispielen seiner art gehört, die wir in letzter zeit gesehen haben. die “bett”-funktion ist zwar schön und stabil, so dass sie auch als improvisierte sitzgelegenheit/tisch benutzt werden kann, aber der stauraum ist unserer ansicht nach einfach nicht groß genug, um die bezeichnung “sideboard” zu rechtfertigen. dafür kann man darin immerhin jede menge kleine, flache gegenstände verstauen. ebenso ansprechend wie das stück selbst ist die tatsache, dass “daybed sideboard” – wie alle stücke aus sigurd larsens möbelkollektion – in kooperation mit lokalen berliner handwerkern kreiert wurde.

mehr infos über den “concrete table”, das “daybed sideboar” und alle anderen projekte von sigurd larsen gibt’s unter http://sigurdlarsen.eu

DMY Berlin 2012 Sigurd Larsen Architecture and Design

dmy berlin 2012: sigurd larsen architecture and design

DMY Berlin 2012 Sigurd Larsen Architecture and Design Concrete Table

concrete table von sigurd larsen architecture and design. im hintergrund das daybed sideboard



dmy berlin 2012: lichtstrom von federic sonnenberg & fynn freyschmidt

Samstag, 16. Juni 2012

was ist, wenn wir ganz plötzlich und wirklich dringend strom für unsere laptops brauchen? wieso gibt es in solchen momenten nie eine steckdose? oder zumindest nicht in erreichbarer nähe… die udk berlin studenten federic sonnenberg & fynn freischmidt kennen diese situation offenbar und haben eine lösung entwickelt, die so offensichtlich und so einfach ist, dass wir fast das gefühl haben, unsere intelligenz zu beleidigen, wenn wir es erklären: sie haben eine steckdose in eine hängelampe integriert. dabei wird einfach die elektrizität, die die glühlampe betreibt, für die versorgung der steckdose benutzt… einfach genial!

und da designer ja bekanntermaßen weiter denken als gewöhnliche menschen, beinhaltet die steckdose auch einen usb-anschluss, sodass man usb-betriebene geräte aufladen kann – was in ein paar jahren so ziemlich alle handys in europa betreffen wird.

mit seinem tollen betonschirm und der noch tolleren dimmfunktion gehört lichtstrom von federic sonnenberg & fynn freyschmidt zu unseren spannendsten entdeckungen auf dem dmy berlin 2012.

DMY Berlin 2012 Lichtstrom by Federic Sonnenberg  Fynn Freyschmidt

dmy berlin 2012: lichtstrom von federic sonnenberg & fynn freyschmidt

DMY Berlin 2012 Lichtstrom by Federic Sonnenberg  Fynn Freyschmidt

dmy berlin 2012: lichtstrom von federic sonnenberg & fynn freyschmidt



dmy berlin 2012: pit out tree lamp von e27

Freitag, 15. Juni 2012

wir wissen, dass es bei designmessen und -festivals eigentlich um neue dinge gehen sollte. nichtsdestotrotz ist das objekt, das uns beim dmy berlin 2012 mit am meisten gereizt hat, “nur” die weiterentwicklung eines projektes, das schon beim dmy 2011 zu sehen war.

bei der pit out leuchtenserie von e27 handelt es sich um outdoor-leuchten mit einem spatenartigen fuß, der es ermöglicht, die leuchte im boden zu fixieren. die 3 meter große pit out large war dabei ganz klar unser highligt. mit der pit out tree lamp haben sich e27 nun aber unserer ansicht nach noch einmal selbst übertroffen und fast den zenith des projektes erreicht.

so sehr wir die “in-den-boden-steck”-version auch mögen, die baum-version spricht uns sogar noch mehr an, da sie das licht viel schöner in die umgebung abgibt. man muss nicht noch irgendwas hinzufügen, sondern nutzt einfach das, was ohnehin da ist. es ist einfach so schön unaufdringlich. außerdem braucht man keinen boden, in den man die leuchte stecken kann, sondern nur etwas, woran man sie befestigen kann. und das muss auch nicht zwangsläufig ein baum sein…

wir haben gesagt, dass e27 mit der pit out serie nur fast den zenith ihres projektes erreicht haben. fast, weil alle ausführungen noch immer in steckdosennähe platziert werden müssen. wenn e27 eine solarbetriebene oder sogar aufladbare variante entwickelt, verschwindet das “fast”. doch auch so ist pit out einer der ästhetischsten wege, einen lauen frühlings- oder herbstabend in garten oder hof in die länge zu ziehen.

DMY Berlin 2012 Pit Out Tree Lamp by e27

dmy berlin 2012: pit out tree lamp von e27



dmy berlin 2012: hawk hochschule für angewandte wissenschaft und kunst hildesheim – redesign klosterkammer / schätze für morgen

Dienstag, 12. Juni 2012

zunächst mal müssen wir zugeben, dass wir das konzept des projektes ein wenig falsch verstanden hatten: während wir davon ausgegangen sind, dass die hawk studenten zwei konvente in niedersachsen besucht haben und tausend jahre alte objekte modernisiert haben, besuchten die studenten eigentlich die konvente, ließen sich von dem inspirieren, was sie dort fanden und übertrugen dann ihre ergebnisse auf neue objekte – ein ebenfalls sehr wertvolles projekt, aus dem eine sehr interessante mischung von designstilen hervorging. darunter waren auch einige echte hightlights.

zu den hightlights zählte für uns vor allem stu von daniel gronemeyer – eine wunderschöne kombination aus verstausystem und schreibtisch, das perfekt für alle ist, die zwar platz brauchen, um steuer-, versicherungs- und finanzunterlagen zu verstauen, aber in ihrem wohnzimmer keine mit aktenordnern gefüllten regale rumstehen haben möchten. in stu sind sie zugleich versteckt und zugänglich. und stu kann unabhängig als ganz normaler einrichtungsgegenstand benutzt werden. wir würden allerdings eine kleinigkeit vorschlagen: eine seitliche öffnung am hauptstaubereich, sodass man schneller an die gewünschten aktenordner kommt, wäre schon ganz nett.

von daniel gronemeyer stammt auch die wunderschöne lautleuchte. die lampe erinnert an eine glocke: das kabel geht in den lampenschirm und die leuchte wird durch leichtes ziehen am kabel ein- und ausgeschalten. einfach und eine tolle lösung der projektaufgabe.

auch “kelch to go” von christoph golombeck soll hier lobend erwähnt werden: ein wunderbares beispiel für homorvolles statt philosophisches design.

in der ausstellung findet man auch einige sehr schöne beispiele für verpackungs-, mode- und grafikdesign. zwar nicht bahnbrechend oder revolutionär, aber alles wurde überaus professionell ausgeführt und der ausstellungsraum in der niedersächsischen “botschaft” passt ganz wunderbar zum flair der ausstellung.

hawk hochschule für angewandte wissenschaft und kunst hildesheim – “redisign klosterkammer // schätze für morgen” kann noch bis zum 12. juni in der vertretung des landes niedersachsen beim bund in den ministergärten 10 in 10117 berlin besucht werden.