Mit ‘architektur’ getaggte Artikel


sinnfindung im erbe von mies van der rohe

Samstag, 11. Mai 2013

an der udk könnt ihr momentan eine sehr interessante ausstellung besuchen. “sinnfindung im erbe von mies van der rohe. werk werner blaser – edition löffler” gewährt euch den blick eines zeitzeugen der moderne auf die damalige welt. das erbe von mies van der rohe bildet dabei den rahmen für das fotografische lebenswerk des schweizer architekten und publizisten werner blaser. im mittelpunkt der ausstellung stehen die bauwerke van der rohes sowie klassische japanische architektur. die intensive auseinandersetzung mit dem menschen und dem werk van der rohes spiegelt sich vor allem auch in den eigenen möbelentwürfen blasers wider. die edition löffler zeigt uns seine selbst gefertigten möbel sowie einen dokumentarfilm über den mittlerweile 89-jährigen. ein besuch lohnt sich! der eintritt ist frei.

sinnfindung im erbe von mies van der rohe. werk werner blaser – edition löffler

25. april bis 30. mai 2013, mo bis sa von 10 bis 19 uhr

@ udk berlin, eingangshalle und quergalerie

hardenbergstraße 33  in berlin

http://www.udk-berlin.de/sites/content/themen/aktuelles/index_ger.html?infoID=e209209



berliner designpioniere: peter behrens

Dienstag, 30. April 2013

es ist wohl nicht übertrieben zu behaupten, dass 99% der berlinbesucher mit einer erinnerung an die arbeiten von peter behrens, einem der ersten und bedeutendsten industriedesigner, nach hause zurückfahren. und es ist ebenso wahr, das 99,9% davon in glückseliger unwissenheit eben dieses umstandes leben. und das passt irgendwie zu dem mann, der sowohl dazu beitrug die hinwendung zum modernismus zu definieren sowie die karrieren vieler der bekanntesten vertreter desselben modernismus ins rollen zu bringen, selbst aber weitgehend unbekannt geblieben ist…

1868 in hamburg geboren, studierte peter behrens zunächst malerei, ehe liebäugeleien mit dem jugendstil ihn zum glas- und keramikdesign sowie verwandten handwerken brachten. 1899 trat peter behrens der darmstädter künstlerkolonie bei, ein schritt, der ihn dazu ermunterte, sein erstes architektonisches projekt in angriff zu nehmen und sich generell weiter von “reiner” zu angewandter kunst hin zu bewegen. 1904 verließ er darmstadt, um einer ernennung zum direktor der kunstgewerbeschule düsseldorf zu folgen, ehe er 1907 in berlin sein eigenes archtitekturbüro gründete. eigentlich war es in neubabelsberg, aber wir wollen, wenn ihr nicht darauf besteht, keine haarspalterei betreiben.

die aeg-turbinenhalle in berlin von peter behrens

ebenfalls im jahre 1907 nahm er die einladung an, als “künstlerischer berater” für den deutschen elektrikwarenhersteller aeg tätig zu werden: eine stelle, die peter behrens nicht nur als einen der ersten industrie- bzw. corporate-designer etablierte, sondern auch den beginn seiner einflussnahme auf die architektur berlins markiert. im sinne eines vorzeitlichen dieter rams war peter behrens bei der aeg für die entwicklung und kontrolle aller aspekte der firmenmarke verantwortlich: von aschenbechern und uhren über logos und werbebroschüren bis hin zu gebäuden – bauten, die heute noch als wunderbare zeugen der menschheit und ihrer ideen in berlin stehen.

angefangen mit der majestätischen turbinenhalle in moabit aus dem jahre 1909, vollendete peter behrens im folgenden jahrzehnt, neben fabrikgebäuden und fertigungshallen, wohnsiedlungen für aeg-arbeiter, zum beispiel in oberschöneweide oder lichtenberg. zwei sehr gut zugängliche beispiele von peter behrens’ zusammenarbeit mit der aeg kann man entlang der linie u8 entdecken. von der aeg 1907 als “gn-linie” geplant, die gesundbrunnen mit neukölln verbinden sollte, wurde die planung und verwirklichung der heute als u8 bekannten u-bahnlinie weitgehend von alfred grenader geleitet, allerdings sind die stationen bernauer straße und moritzplatz werke von peter behrens. sehr typische beispiele übrigens. die arbeiten peter behrens’, eines bekennenden und bekannten bewunderers schinkels, schreien nach der vergangenheit. aber sie schreien im schlichten verständnis des jugendstils. klar, es finden sich säulen und bögen in seinen bauten. aber diese sind – im gegensatz zu den übermütigen dekorationen von ehedem –  nüchterne technische strukturen. insofern bildet peter behrens’ schaffen unbestreitbar eine brücke zwischen neoklassizismus und modernismus. eine brücke, die peter behrens 1930 in voller länge mit seinen monumentalen bauten alexanderhaus und berolinahaus am alexanderpaltz überschritt – zwei der besten beispiele für den späten europäischen modernismus in berlin. und leider auch zwei der am zuverlässigsten übersehenen meisterwerke in der stadt.

alexanderhaus von peter behrens am alexanderplatz

peter behrens’ einfluss auf die entwicklung von design und architektur geht dabei über die von ihm verwirklichten gebäude hinaus. um zum vergleich mit dieter rams zurückzukehren: auch peter behrens hatte bedeutenden einfluss auf folgende generationen von designern und architekten. kurz vor seiner offiziellen anstellung bei der aeg veröffentlichte peter behrens ein essay mit dem titel “kunst und technik”, in dem er zugunsten einer engeren zusammenarbeit der künste mit der industrie argumentierte. es war eine der ersten schriften mit diesem tenor und ein text, in dem zum beispiel viele der grundgedanken des bauhauses zu finden sind. zusätzlich entströmte eine konstante anzahl vielversprechender junger architekten den türen peter behrens’ studios in babelsberg: vielversprechende junge architekten die von einem mann zu lernen hofften, dessen arbeiten sie respektierten und bewunderten. darunter sind le corbusier, mies van der rohe und walter gropius nur drei der klangvollen namen derer, die in den jahren vor dem ersten weltkrieg mit und für peter behrens arbeiteten.

obwohl peter behrens zugegebenermaßen zu anderen städten und regionen engere beziehungen hatte als zu berlin, war die zeit, die er in berlin verbrachte nicht nur für seine eigene karriere entscheidend, sondern vor allem für den erfolg des europäischen modernismus, des bauhauses und dessen, was wir heute unter industriedesign verstehen. und damit gehört peter behrens in das pantheon der berliner designpioniere. wir werden in den nächsten monaten das werk und das erbe peter behrens‘ eingehender betrachten. aber für heute erstmal ein paar fotos einiger seiner berliner arbeiten.

und wo bleibt das eingangs erwähnte allgegenwärtige behrens-andenken? nun, der schriftzug „dem deutschen volke“ am reichstagsgebäude ist in einer speziell für dieses bauprojekt von peter behrens und anne simmons entwickelten schrifttype eingraviert. und welcher tourist macht kein foto vom reichstag?



tour bois le prêtre – transformation eines wohnhochhauses @ daz

Donnerstag, 25. April 2013

bis zum 31. märz zeigte das deutsche architektur zentrum daz die ausstellung “tour bois le prêtre – transformation eines wohnhochhauses“. als wir ursprünglich über die ausstellung berichteten, hatten wir sie noch nicht gesehen. nun haben wir es und waren angenehm überrascht. architekturausstellungen haben die angewohnheit, techniklastig oder allzu streng auf das jeweilige objekt bezogen zu sein. “tour bois le prêtre – transformation eines wohnhochhauses” fokussiert jedoch die folgen der arbeit aus der sicht der nutzer und spiegelt damit ein zentrales anliegen des projektes wieder.

kuratiert von der berliner agentur ilka & andreas ruby, ist “tour bois le prêtre” mehr oder weniger angelegt zu zeigen, wie das interieur einer “standard”-wohnung nach der renovierung im neuen tour bois le prêtre-hochhaus aussieht, einschließlich wirklich entzückender fast antiker möbel. nichts weist darauf hin, weshalb die objekte gezeigt werden oder worum es bei der ganzen ausstellung eigentlich geht. einfach nur möbel, pflanzen und weite aussichten über paris. was wir wirklich toll fanden.

technische und hintergrundinformationen sind dennoch alle da, sie liegen in form von faltblättern und postern bereit. und nach dem genuss der “aussichten” über das 17. arrondissement aus den neugebauten wintergärten will man automatisch ein bisschen mehr erfahren. konzepte zur verbesserung der energieeffizienz des blocks oder was die architekten unter dem “plus-prinzip” verstehen, werden auf klare weise erklärt und es steht jedem besucher frei, so wenig oder so viel zu erfahren, wie es ihm beliebt. ein besonderes glanzlicht für uns war die fotosammlung ausgewählter wohnungseinrichtungen vor den renovierungen. nicht nur weil sie brutal die leistungen des projektes aufzeigen, sondern vielmehr, weil sie mit einer gewissen naivität aufgenommen sind, als eine kurze, unreflektierte antwort auf der architekten geheiß. abgebildet zeigt sich eine äußerst entzückende, voyeuristische sammlung von impressionen aus dem alltäglichen häuslichen chaos. einfach hinreißend.

tour bois le prêtre – transformation eines wohnhochhause

@ deutsches architektur zentrum daz

köpenicker straße 48/49 in 10179 berlin

www.daz.de



städtebau und diktatur anderswo: italien, sowjetunion, spanien, portugal

Dienstag, 23. April 2013

wäre es nach albert speer gegangen, hätte berlin nur noch vereinzelt ähnlichkeit mit der stadt, wie wir sie heute kennen. oder, vielleicht besser gesagt, gerade weil es zeitweise nach albert speer ging, hat berlin eben einige seiner offensichtlichen besonderheiten und probleme. natürlich war speers selbsbewusstes vorantreiben dessen, was einmal die welthauptstadt germania werden sollte, ausgelöst von und inspiriert durch adolf hitler und dessen lebenslänglicher besessenheit vom römisch-griechischen altertum – einer besessenheit, die zu seinen schulzeiten begann und durch die opernwerke richard wagners später verstärkt wurde. aber nicht allein seine faszination von historischer mythologie beeinflusste hitlers architektonische fantasien: wie oft in seiner biografie übte auch hier benito mussolini einen großen einfluss auf ihn aus.

1922 begann mussolini eine der größten und detailliertesten architektur- und stadtplanungsinitiativen. und wegen seines enthusiasmus für griechische und römische mythologie basierten seine initiativen weitgehend auf historischen vorbildern. projekte wie die esposizione universale di roma oder das foro italico sind bestimmt die augenfälligsten monumente jener zeit. mussolini war aber auch verantwortlich für die freilegung vieler heute berühmter römischer ruinen aus verschüttung und verfall, für die der circus maximus und das mausoleum des augustus wohl die besten beispiele sind. zusätzlich beaufsichtigte mussolini den bau ausgedehnter transportnetzwerke innerhalb der stadt und bauprogramme, in deren verlauf tausende von wohnstätten und andere unglücklich gelegene gebäude zerstört wurden. insofern trägt das heutige rom den unverwechselbaren fingerabdruck benito mussolinis.

für hitler und mussolini war der traum, dem altertum ebenbürtige städte zu erschaffen, eng mit einer erhofften assoziation verbunden: wenn sie dem alten rom ähnliche städtische umgebungen schüfen, würde auch ihre macht denen der römischen imperatoren gleich kommen. dennoch ging es den faschisten in ihrer stadtplanung nicht allein darum, ihren platz in der geschichte zu sichern, sondern auch darum, ihre macht zu zementieren. in südtirol zum beispiel initiierte mussolini projekte, die allein die ausmerzung jeglicher spuren „germanischer“ tradition in der region zum ziel hatten. kulturelle säuberung durch architektur, sozusagen. wohl die bekanntesten beispiele hierfür sind das monumento alla vittoria und die piazza della vittoria in bolzano. während die landgewinnungsprojekte in den pontinischen sümpfen südlich von rom genauso der schwächung politischer gegner, wie der schaffung moderner sozialwohnungen galten. natürlich hatten europas faschisten kein monopol auf den einsatz von architektur und stadtplanung zur status- und machtbestätigung, josef stalins bau- und planungsprogramme waren in jeder weise genauso opulent, gründlich … und repressiv.

jedenfalls lud am 7. märz 2013 die werkbund galerie zu einem abend über “diktatorische architektur” unter dem gesichtspunkt, was, warum und wie wir davon lernen können, ein. neben präsentationen über mussolinis italien von daniela spiegel und über stalins sowjetunion von thomas flierl bot der abend auch beiträge über francos spanien von max welch guerra und salazars portugal von christian von oppen. prof. harald bodenschatz eröffnete den abend “städtebau und diktatur anderswo: italien, sowjetunion, spanien, portugal” mit einem allgemeinen überblick über “stadtplanung und diktatoren“.



„da! architektur in und aus berlin” im stilwerk

Montag, 18. März 2013

noch bis zum 23. märz 2013 zeigt die architektenkammer berlin die ausstellung “da! architektur in und aus berlin” im stilwerk berlin. mit 64 zwischen sommer 2011 und sommer 2012 abgeschlossenen architektur-, stadtplanungs- und innenausstattungsprojekten präsentiert “da! architektur in und aus berlin” eine umfassende erkundung der zeitgenössischen berliner architektur- und stadtplanungsszene. dies wurde möglich, weil die gezeigten projekte nicht von einem ehemaligen-klüngel ausgesucht wurden. vielmehr wurden die 64 ausgestellten aus 140 eingesandten projekten von einer unabhängigen spezialisten-jury ausgewählt, der unter anderem vera schmitz, präsidentin des bundes deutscher innenarchitekten, hartmut strube, präsident der architektenkammer thüringen, und dr. annemarie jaeggi, direktorin des bauhaus-archivs berlin, angehörten.

ob die präsentation der projekte auf einer reihe von staffeleien im erdgeschoss des stilwerks das beste ausstellungskonzept darstellt, ist zugegebenmaßen fraglich. zweifellos hingegen ist die bedeutung der präsentation an solch einem öffentlichen ort, und die tatsache, dass damit auf geschickte weise die aktuelle lebendigkeit und kreativität berliner architektur- und stadtplanungsbüros demonstriert wird. keine schlechte leistung angesichts der jüngsten negativen schlagzeilen zum thema architektur in berlin im zusammenhang mit BER und den eher verspäteten versuchen, die letzten meter der berliner mauer einzureißen. die architektenkammer nutzt die austellung “da! architektur in und aus berlin” im stilwerk auch dafür, die jüngsten ergebnisse ihrer “architektur und schule“-initiative vorzustellen – einer initiative, die architektur und stadtplanung an die schulen bringt, um deren rolle und bedeutung in unserer modernen welt vermitteln zu helfen.

“da! architektur in und aus berlin” ist bis zum 23. märz im stilwerk, kantstraße 17, 10623 berlin zu sehen. öffnungszeiten: mo-sa 8:00 – 22:00 uhr und so 11:00 – 22:00 uhr. der eintritt ist frei. wegen einiger “meinungsverschiedenheiten” hinsichtlich einer formellen erlaubnis, die ausstellung zu fotografieren, gibt es leider keine galerie zu diesem artikel. pardon!



neuer führer durch die kreativhauptstadt

Donnerstag, 28. Februar 2013

die berliner kreativszene ist lebendig, experimentierfreudig und professionell wie nie. und der “berlin design guide” ist das passende handbuch dazu: gut für alle, die berlin und seine kreativen hotspots kennen lernen möchten. vom buchstabenmuseum zum mauerpark, von den bonanza coffee heros zum gestalten space, vom so36 zum icc – der berlin design guide zeigt anhand von verschiedenen touren die epizentren und ansteckende dynamik berlins in den bereichen architektur, design, kunst und mode. interviews mit und portraits über kreative aus diesen bereichen runden den stadtführer ab. er ist ein umfassendes adressbuch der hauptstadt-designwelt für besucher und neuankömmlinge, aber ebenso für eingesessene berliner designinteressierte.

the berlin design guide. a
 practical manual to explore urban creativity

von viviane stappmanns & kristina leipold

256 seiten / 
format: 11,8 x 16,5 cm
 / vollfarbig / hardcover

preis: € 16,90 unter isbn 978-3-89955-478-6



@ daz: druot, lacaton & vassal. tour bois le prêtre – transformation eines wohnhochhauses

Mittwoch, 27. Februar 2013

am 14. februar eröffnete das deutsche architektur zentrum seine jüngste ausstellung „druot, lacaton & vassal: tour bois le prêtre – transformation eines wohnhochhauses“. kuratiert wird die ausstellung vom berliner duo ilka & andreas ruby in zusammenarbeit mit der berliner architekturpraxis something fantastic. “druot, lacaton & vassal: tour bois le prêtre – transformation eines wohnhochhauses” wurde zuerst im deutschen architekturmuseum frankfurt dam gezeigt und erzählt die geschichte eines abrissreifen hochhauses im 17. arrondissement von paris.

wir haben das gebäude nie gesehen, aber allen berichten zufolge war der tour bois le prêtre in einem erbärmlichen zustand, seine tage waren gezählt. und wäre es ein hund gewesen, hätte sein besitzer nicht lange gezögert, ihn einschläfern zu lassen. die eigentümer des gebäudes hatten sich zum abriss entschlossen … und zum neubau am selben ort, denn trotz seines traurigen zustandes war der tour bois le prêtre komplett vermietet. da kamen die architekten frédéric druot, anne lacaton und jean-philippe vassal, und mit ihnen der plan, die marode struktur zu renovieren und aufzurüsten. in etwas weniger als zwei jahren und mit der hilfe einer stahlgerüsthülle von episch anmutenden drei metern tiefe wurden alle 97 wohnungen nicht nur renoviert, sondern um wintergärten und balkone erweitert. isolierung und eine neue fassade haben zur senkung der heizkosten um angeblich 60% geführt. folglich ist der tour bois le prêtre das europäische paradebeispiel für renovierung “älterer“ hochhäuser in innenstadtblöcken – als alternative zum abriss.

unter den für den beim tour bois le prêtre verfolgten ansatz sprechenden argumenten ist einerseits, dass kein mieter seine wohnung verlassen musste, wodurch der ärger und die kosten temporärer unterbringung erspart blieben. andererseits war da die reine ökonomie: in einem interview mit dem österreichischen “standard” wird anna lacaton dahingehend zitiert, dass abriss und neubau etwa 150.000 – 180.000 euro pro wohnung gekostet hätten, die renovierungskosten hingegen nur 40.000 – 60.000 pro wohnung betrugen.1. was natürlich recht überzeugende argumente sind. und zudem argumente, die sicherlich auch an anderen orten als paris geltend gemacht werden können, wie beispielsweise in, sagen wir… berlin.

ehrlich gesagt hatten wir vorab keine ahnung, wie die ausstellung organisiert ist und was die besucher erwartet, weil leider weder das daz noch das dam irgendwelche informationen dazu veröffentlicht hatten. aber wir gehen von fotos, zeichnungen, modellen und kurzen texten aus. was wir hingegen schon im voraus wussten, ist, dass neben den kuratoren ilka & andreas ruby auch die projektarchitektin anne lacaton an der eröffnung am 14. februar mit einer kurzen einleitung zum projekt in englischer sprache teilnehmen würde. druot, lacaton & vassal: tour bois le prêtre – transformation eines wohnhochhauses findet im deutschen architektur zentrum daz, in der köpenicker straße 48/49 aufgang a, in mitte statt. und zwar vom 15. februar bis zum 31. märz 2013. jeder ist willkommen und der eintritt ist frei. na dann!

1. http://www.dam-online.de/download/1076/121020_ein_balkon_fuer_madame.pdf.aspx (06.02.2013)

Deutsches Architektur Zentrum DAZ Berlin. Druot, Lacaton & Vassal Tour Bois le Prêtre Transformation eines Wohnhochhauses

deutsches architektur zentrum daz zeigt “druot, lacaton & vassal: tour bois le prêtre – transformation eines wohnhochhauses”



ungers archiv für architekturwissenschaft: ex libris ex artifex ex loco @ galerie capitain petzel

Dienstag, 19. Februar 2013

in einer ansonsten unspektakulären vorstadtstraße im westlichen köln beherbergt das ungers archiv für architekturwissenschaft nicht nur das einzige professionelle und private archiv des deutschen architekten und architekturtheoretikers oswald mathias ungers, sondern auch seine unvergleichliche sammlung an architekturliteratur. “angefangen”  – sozusagen  – mit einer 1495er erstausgabe der “architectura libri decem” von vitruvius über texte führender künstler und architekten des 16., 17. und 18. jahrhunderts bis hin zur moderne und darüber hinaus, ist die ungers-bibliothek das ergebnis von fünf jahrzehnten leidenschaft für architektur. und eine der reichhaltigsten und wertvollsten sammlungen architektonischer texte, modelle und zeichnungen weltweit.

in ihrem bemühen, die bibliothek nicht als staubige büchersammlung, sondern als aktiven ort des lernens zu erhalten, veranstaltet das ungers-archiv seit 2011 eine lesungsreihe mit dem titel “ex libiris”, deren konzept recht einfach ist: zwei architekturfachleute werden eingeladen, je ein buch aus der sammlung auszuwählen und dem publikum darzulegen, weshalb es wichtig ist und welche lehren es für uns bereithält. im grunde so wie in der schule, als ihr der klasse euer lieblingsbuch vorstellen solltet. und heute, am 19. februar, veranstaltet das ungers-archiv sein erstes ex libris-event außerhalb kölns als gast der galerie capitain petzel in der karl-marx-allee 45. unter dem titel “ex libris ex artifex ex loco” und organisert im kontext der derzeitigen ausstellung “the feverish library”, ist es auch das erste mal, dass ex libris die gefilde der architektur verlässt und jene der kunst betritt. für “ex libris ex artifex ex loco” wird der in berlin ansässige künstler olaf nicolai otto philipp runges “farben-kugel” aus dem jahr 1810 vorstellen, während der schriftsteller und journalist thomas wagner sich für piet mondrians „neue gestaltung. neoplastizismus. nieuwe beelding“ entschieden hat.

es ist in vielerlei hinsicht sehr passend, dass der erste ausflug des archivs aus köln nach berlin führt. denn “o.m.u”, wie er unter freunden und feinden heißt, war nicht nur zuerst professor und später dekan für architektur an der tu berlin, es sind auch viele beispiele seiner arbeit in der stadt zu finden, darunter das friedrichstadt passagen-quartier 205 und die dorotheenhöfe. außerdem wird die derzeitige renovierung des pergamon-museums nach plänen durchgeführt, die o.m.u vor seinem zu frühen tod im jahre 2007 erstellte.

“ex libris ex artifex ex loco” findet heute abend in der galerie capitain pezel, karl-marx-allee 45 in 10178 berlin, um 19 uhr statt. und soweit wir wissen, ist der eintritt frei. weitere infos gibt es hier: http://www.capitainpetzel.de/exhibitions.html

Ungers Archiv für Architekturwissenschaft Ex Libris Ex Artifex Ex Loco  Galerie Capitain Petzel Berlin

die zwei ausgestellten bücher. links “farben-gugel”. rechts “neue gestaltung. neoplastizismus. nieuwe beelding”



st. agnes öffnet ihre türen

Mittwoch, 12. September 2012

gibt man bei wikipedia “st. agnes (berlin)” ein, erhält man folgendes ergebnis: “Die St. Agnes-Kirche ist ein ehemaliges katholisches Kirchengebäude, das nach Plänen von Werner Düttmann entstand und 1967 vollendet wurde. Seit 2004 werden hier keine katholischen Gottesdienste mehr abgehalten, dafür wurde das Gebäude zunächst an die evangelische Freikirche im geografischen Zentrum Berlins (Cross Continental Believers, Citykirche) vermietet. Ende des Jahres 2011 kaufte die St. Agnes-Immobilien- und Verwaltungsgesellschaft das Bauensemble und verpachtete es anschließend an den Berliner Galeristen Johann König. Bis Januar 2013 soll das Gebäude umgebaut und als Ausstellungszentrum für junge Kunst eröffnet werden. …”

und genau so soll es sein! wer einen vorgeschmackt auf die architektonisch beeindruckende location bekommen möchte, muss JETZT ganz schnell in die alexandrinenstraße 118 eilen. heute ist tag der öffenen tür in der zukünftigen galerie, die bereits mit der tate in london verglichen wird. na, wir sind dann mal gespannt…

tag der offenen tür von st. agnes: besichtigung, podiumsdiskussionen, times bar & grill party uvm.

12. september 2012 von 11 bis 20 uhr

alexandrinenstraße 118-121 in kreuzberg



mehr bild und raum

Dienstag, 16. August 2011

heute startet in der hauptstadt eine neue interdisziplinäre ausstellung, präsentiert vom deutschen werkbund berlin: dieser lädt ein zu bild und raum und stellt damit interessante projekte von wiewiorra hopp architekten, iondesign und tobias wille vor. lasst euch also überraschen…

bild und raum

16. bis 29. august 2011, montag bis freitag von 15 bis 18 uhr

@ werkbundgalerie

goethestr. 13 in 10623 berlin

www.werkbund-berlin.de