Archiv für die Kategorie ‘wohnaccessoires’


mit der trendmafia in den frühling

Dienstag, 30. April 2013

am kommenden wochen ende ist der beliebte designermarkt trendmafia wieder für uns da: in der »dear factory«, einem ehemaligen supermarkt in neukölln, haben ca. 60 berliner kreative erneut die chance, ihre handgemachten ideen und produkte vorzustellen und an den mann und die frau zu bringen. man könnte ja mal seine frühjahrsgarderobe überdenken… ein besuch lohnt sich allemal! am 4. und 5. mai 2013, jeweils ab 13 uhr. weitere infos gibt es hier.

http://www.trendmafia.de



designschneider

Donnerstag, 28. Februar 2013

dieses designstudio ist uns neulich hier in berlin und auf der ambiente 2013 über den weg gelaufen. sie kreieren möbel, wohnaccessoires, bäder, geschirr und vieles mehr. alles mit geschmeidigen, wunderbaren formen. aber auch urnen und särge. ja, ja, das ist bei uns hängen geblieben und natürlich der name: designschneider. aber überzeugt euch doch selbst: http://www.designschneider.de/



der handlebar table von jasper morrison

Montag, 25. Februar 2013

in unserem post über das projekt “kaufhaus des ostens” von 1984 der udk berlin haben wir ausführlich jasper morrisons essay im austellungskatalog, “the poet will not polish”, zitiert, in welchem er neue denkweisen im design diskutiert, insbesondere: “als marcel breuer eine fahrradlenkerstange sah, beschloss er, stühle mit demselben industriellen verfahren herzustellen. der neue welt-konstrukteur beschließt, die lenkerstange so zu verwenden, wie sie ist, und sich die mühe und kosten zu sparen, sie selbst zurechtzubiegen.“ handfeste beweise für das, was er damit meinte, sind jetzt in der neuen dauerausstellung “extraordinary stories about ordinary things” der sammlung des design museums london zu sehen.

handlebar table von jasper morrison in “extraordinary stories about ordinary things”, design museum london

den “handlebar table” hat morrison 1983 noch während seiner studienzeit an der kingston polytechnic entworfen und war nach morrisons eigenen Angaben sein erstes “kommerzielles” produkt.1. 10 stück wurden produziert und der junge morrison verdiente stolze 80 pfund pro verkauftem tisch. was vermutlich mehr pro stück ist, als er an vielen seiner jüngeren produkten verdiente – die inflation nicht berücksichtigt. gefertigt aus buche, glas und aluminium, ist der handlebar table einerseits ein typisches produkt seiner zeit, zu der junge designer versuchten, mit etablierten normen zu brechen und eine rolle für den neuen beruf des industriellen produktdesigners zu definieren. aber es ist gleichermaßen nach wie vor eine bezaubernde arbeit, und wenn man davorsteht – wie wir es in london das erste mal taten – erkennt man, wie maßgebend es bis heute ist. bezüglich des berliner designs zeigt der handlebar table, warum sich morrison so leicht in die entstehende “neue deutsche design”-bewegung um leute wie joachim stanitzek, andreas brandolini und axel kufus integrieren und so dazu beitragen konnte, dass das „kaufhaus des ostens“ ein so faszinierendes und bedeutendes projekt wurde.

“extraordinary stories about ordinary things” im design museum london

 2015 wird das london design museum umziehen und die ausstellung “extraordinary stories about ordinary things” repräsentiert auf vielfältige weise den offiziellen beginn dieses prozesses. nach dem umzug sieht die planung eine erweiterung der ständigen sammlung auf basis von “extraordinary stories about ordinary things” vor. und die, mit dieser ausstellung geschaffene basis verheißt einen späteren erfolg. mit den sechs in sich geschlossenen installationen zur erläuterung von design ist “extraordinary stories about ordinary things” wahrscheinlich nicht die vollständigste ausstellung, die man sich vorstellen kann, aber sie bietet ein amüsantes herumtoben durch’s design und nebenbei die ein oder andere neue erkenntnis. sowie eine wirklich faszinierende mischung von ausstellungsstücken.

außer dem handlebar table besteht eine beziehung zum berliner design auch durch jerszy symours gießkanne “pipe dreams” für magis aus dem jahr 2000 – ein objekt, das brillanter weiser, wirklich absolut brillant, neben jonathan ive und seinem mac ausgestellt wird – sowie durch das etwas ältere “hallesche service” von marguerite friedlaender für die königliche porzellan-manufaktur berlin – ein erfreulich reduziertes kaffeeservice aus keramik, das den weg für die moderne in sachen wohnaccessoires ebnete.

“extraordinary stories about ordinary things” im design museum london ist während der normalen öffnungszeiten des museums zu besichtigen. wir können jedem, der in london ist, einen besuch von ganzem herzen empfehlen. und dies nicht allein wegen des handlebar tables von jasper morrison. obwohl es das großartigste und exquisiteste stück der ganzen ausstellung ist.

1. http://designmuseum.org/media/item/79665/4636/jasper-morrison-handlebar-table-final-1.pdf. accessed 30.01.2013

farbenfroh, plastik, kindisch. pipe dreams von jerszy seymour für magis. und der erste imac.

Extraordinary Stories About Ordinary Things Design Museum London Hallesche Service Marguerite Friedlaender Königlichen Porzellan Manufaktur Berlin Marcel Breuer

hallesche service von marguerite friedlaender für die königliche-porzellan manufaktur berlin in einem regal und über marcel breuer stühlen

extraordinary stories about ordinary things @ design museum london

handlebar table von jasper morrison



ausflug: meet/design @ domotex 2013

Mittwoch, 20. Februar 2013

wir haben mitte januar nicht nur berlin 2.0 in der galerie s. bensimon in paris verpasst, wir hatten auch keine gelegenheit, die “ausstellung in einer ausstellung” namens meet/design zu besuchen, die im rahmen der teppich- und bodenbelagsmesse domotex stattfand. einfach weil wir auf der imm in köln waren und leider keine zeit fanden nach hannover zu fahren. und trotz unserer bemühungen niemanden finden konnten, der für uns von der domotex berichten könnte. leider. ehrlich gesagt galt unser hauptinteresse weniger den vorgestellten herstellern  – obgleich ein paar sehr interessante dabei waren  – als vielmehr den organisatoren: tempo berlin, einer firma, die mehr oder weniger und im großen und ganzen von nahezu dem gleichen personal betrieben wird wie die qubique organisiert wird.

wie treue blogleser sich vermutlich erinnern werden können, hatten wir so unsere probleme mit der qubique 2011, sind aber nach wie vor der ansicht, dass es definitiv einen platz für eine messe wie diese gibt. unserer ansicht nach allerdings mit ein paar konzeptionellen änderungen und einer engeren zusammenarbeit mit dem dmy berlin. bekanntermaßen fand die qubique 2012 nie statt und offiziell arbeiten die organisatoren an den plänen für eine qubique 2013. in köln nutzten wir die gelegenheit, mit manchen, die auf der qubique 2011 ausgestellt hatten, und einigen, die nicht ausgestellt hatten, aber deren profil zur qubique passen würde, darüber zu sprechen, was sie über das dachten, was geschehen war und geschehen sollte.

was uns an hannover interessierte, war, inwieweit die saat der qubique 2013 bei der meet/design sichtbar sein würde. zum beispiel waren dort einige der aussteller und hersteller, von denen wir wissen, dass die qubique viel investiert hat, um sie nach berlin zu locken. aber auch das ausstellungskonzept mit verschiedenen „räumen“ klang sehr vielversprechend. und seit dem besuch von „isn’t it romantic? zeitgenössisches design zwischen poesie und provokation” im makk wissen wir, dass so etwas sehr gut funktionieren kann. aber wie gesagt, leider haben wir meet/design nicht zu gesicht bekommen, können also nichts darüber sagen. wir werden allerdings die zukünftigen projekte von tempo berlin im auge behalten, und natürlich auch die entwicklungen im qubique-lager. den raum beobachten, sozusagen.

im folgenden findet ihr eine auswahl an offiziellen pressephotos von der meet/design 2013. alle photos, wie es die urheberrechtsregeln von uns verlangen zu sagen, stammen von christina nath für meet/design, werden hiermit journalistisch genutzt und haben alle die urheberrechtserwähnung und den bezug auf www.meetdesign.de bzw. meet/design.

meet/design @ domotex 2013

meet/design @ domotex 2013

meet/design @ domotex 2013

und damit es auch dem letzten klar ist: diese pressephotos sind nicht von uns aufgenommen worden. „alle photos sind von christina nath für meet/design. bilder für journalistische berichterstattung. urheberrechtserwähnung und bezug auf www.meetdesign.de / meet/design ist für alle verwendeten photos erforderlich.”



paperworld 2013: adam+harborth für e+m holzprodukte

Samstag, 02. Februar 2013

2003 führte das münchner/berliner designstudio adam+harborth ein studienprojekt durch, das die ergonomie von „optical pens“ hinsichtlich der verwendung beweglicher schreibgeräte untersuchte. soweit wir wissen, zeigte das studienprojekt keine konkreten ergebnisse, wahrscheinlich weil es von anfang an nur als studie gedacht war, aber wahrscheinlich auch aufgrund des den kunden umgebenden chaos und dessen späterer erzwungener „reorganisation“. deshalb amüsiert es uns über die maßen zu entdecken, dass jörg adam und dominik harborth pünktlich zur messe paperworld 2013 in frankfurt neue produkte für e+m holzprodukte  – einen der ältesten deutschen hersteller von federhaltern – herausbringen.

wir vertreten seit langem die überzeugung, dass die zukunft analog ist. langsam, aber sicher, beginnt die welt zu erkennen, dass wir recht haben… zugegeben, rein technisch gesehen sind federhalter nicht mehr das rückgrat des portfolios von e+m holzprodukte. aber nach angaben der firma exportierte sie zu beginn des 20. jahrhunderts ihre federhalter in über 10.00 farben und formen in alle ecken der welt, was einfach nach einem absolut phänomenalen geschäftsaufkommen klingt. jedoch war es irgendwie vorhersehbar, dass mit den tagen, da man eine gans fangen musste, um einen brief zu schreiben, auch der einträchtige handel mit federhaltern zu einer erinnerung wurde… eine situation, die zusammen mit im zweiten weltkrieg entstandenen schäden, die firma dazu veranlasste, sich auf andere geschäftsfelder zu konzentrieren. 1983 kam dann neues blut in die firma, und mit ihm die rückkehr zu den schreibinstrumenten. und in den vergangenen 30 jahren entwickelte e+m holzprodukte eine faszinierende sammlung von füllern, kugelschreibern, tunkfederhaltern und allgemeinem bürobedarf. alles “made in germany” und größtenteils, wenn auch nicht ausschließlich, aus heimischem holz gefertigt.

auf der paperworld 2013 wird e+m holzprodukte adam+harborths holzkugelschreiber king und bow vorstellen, sowie king cuio, einen in lederstreifen gehüllten kugelschreiber. die kugelschreiber ergänzen die 2012 von e+m holzprodukte herausgegebene adam+harborth brixxs-kollektion von schreibtischsets, eine produktfamilie, die viele der markenzeichen des ansatzes von adam+harborth für organisation und ablage aufweist. wenn man in solch’ einem zusammenhang von markenzeichen sprechen kann. was man kann, denken wir. vollständige details zu king, bow, king cuio und brixxs findet ihr hier: http://adamharborth.com

king, bow & king cuio von adam+harborth für e+m holzprodukte

brixxs von adam+harborth für e+m holzprodukte



imm cologne 2013: spree trifft rhein

Donnerstag, 31. Januar 2013

wie eh und je konnten berliner designtalente in den hallen der imm köln entdeckt werden. nicht allein in gestalt von herstellern oder von herstellern präsentierten designern. ein paar berliner designer waren darüber hinaus ganz „anonym” mit accessoires auf ständen von herstellern präsent, mit denen sie sonst keinerlei verbindung haben. man muss nur wissen, wo man suchen muss … und das haben wir. weiter unten findet ihr eine liste von berliner designern, herstellern und designs, die wir auf der imm köln 2013 entdeckt haben. und, wie immer, entschuldigung an alle, die wir übersehen haben. nehmt es nicht persönlich, es lag schlichtweg an einem mangel an augen und zeit!

klickt einfach auf ein bild, um es zu vergrößern oder, so vorhanden, den betreffenden post dazu zu lesen. viel spaß!

IMM Cologne 2013 Spree meets Rhein Tam Tam Fabien Dumastam tam 3+5 von fabien dumas für marset, gesehen @ kettal

IMM Cologne 2013 Spree meets Rhein Workframe Michael Hilgers Müller Möbelwerkstattworkframe von michael hilgers für müller möbelwerkstätten

IMM Cologne 2013 Spree meets Rhein Ficelle Osko + Deichmann Lignet Rosetficelle von osko + deichmann für ligne roset

IMM Cologne 2013 Spree meets Rhein And A And Be And Not Camilla Richterand a and be and Not von camilla richter

IMM Cologne 2013 Spree meets Rhein llot llov Lucillelucille von llot llov, gesehen @ piure

IMM Cologne 2013 Spree meets Rhein Rupert Kopp Roxxane Nimbusroxxane von rupert kopp für nimbus

IMM Cologne 2013 Coordinationcoordination

IMM Cologne 2013 Spree meets Rhein Roomsafariroomsafari

atelier haußmann

IMM Cologne 2013 Spree meets Rhein Werener Aisslinger DS 144 de sededs 144 von werner aisslinger für de sede

IMM Cologne 2013 Spree meets Rhein Egon Eiermann Richard Lampertegon eiermann regalsystem bei lampert

IMM Cologne 2013 Spree meets Rhein Workframe Delphin Design Müller Möbelfabrikationdelphin design für müller möbelfabrikation



imm cologne 2013: coordination berlin

Mittwoch, 30. Januar 2013

in den tiefen der halle 3 auf der imm cologne 2013 stellte coordination berlin neue produkte vor, die, obwohl noch nicht gänzlich abgeschlossen, in einer entwicklungsphase sind, die ihre selbstbewusste öffentliche präsentation durchaus rechtfertigte. alle drei objekte strahlen das selbstbewusstsein aus, das ihnen ihr designer flip sellin mitgegeben hat.

imm cologne 2013: coordination

das lesepult “higher desk” ist ein sehr einfaches und zugängliches, aus eiche, kork und stahl gefertigtes objekt, und für uns das stück der wahl unter den neulingen. mit drei “herkömmlichen”-beinen aufgebaut, fungiert higher desk als ein herkömmliches lesepult. das hintere bein kann aber auch entfernt und durch ein kürzeres bein ersetzt werden, sodass man einfach einen schreibtisch, eine fensterbank, ein regal oder sonstwas als hintere stütze verwenden kann. diese funktionalität erweitert nicht nur die verwendungsmöglichkeiten vom higher desk, sondern verringert auch die benötigte fläche, was sehr praktisch an orten mit begrenztem platz ist. anders gesagt, higher desk ist in seiner platzanforderung genauso minimal wie in seiner herstellung und erscheinung. was wirklich reizvoll ist.

neben higher desk stellte coordination auf der imm cologne 2013 erstmalig auch den thread kleiderständer und die lampe “patches” vor. der thread kleiderständer ist die jüngste ergänzung der thread-familie, die vergangenes jahr in mailand mit dem thread hocker und dem thread tisch eingeführt wurde. der thread kleiderständer, komponiert aus einer in einem stahlfuß befestigten spindel, ist ein modularsystem, dem der benutzer beliebig kleiderhaken und ablagen hinzufügen kann. diese können nach bedarf auf der spindel hinauf- und heruntergeschoben werden. das ablageelement ist ein formschönes stück walnussholz, und die hakenelemente bestehen aus vier kugeln in leuchtenden farben. die bunten kugeln kreieren einen deutlichen, schönen optischen effekt, von dem wir uns vorstellen können, dass er dazu beitragen wird, der thread kleiderständer in familien beliebt zu machen, die ein kompaktes und flexibles system für den flur oder die veranda suchen.

patches hingegen ist ein lampensystem, das als weiterentwicklung des auf der qubique 2011 vorgestellten crnkl!-projektes von create berlin gelten kann. wir haben ehrlich gesagt nicht viel zeit mit patches verbracht. das ist nicht persönlich gemeint, die anderen sachen haben uns einfach zu sehr abgelenkt. wir wollen patches hier lediglich erwähnen, ehe wir ins detail gehen und dabei wahrscheinlich mit sicherheit irgendetwas falsches oder belangloses sagen. wie eingangs erwähnt, befinden sich alle drei projekte in einer “fast fertig”-phase. falls und wenn wir mehr wissen, sagen wir euch bescheid. infos zu den projekten und coordination berlin gibt es unter www.coordination-berlin.com.

imm cologne 2013: coordination. im vordergrund der higher desk mit seinen drei regulären beinen

imm cologne 2013: coordination. higher desk mit kurzem hinterbein

imm cologne 2013: der thread kleiderständer und thread hocker von coordination



isn’t it romantic? zeitgenössisches design zwischen poesie und provokation

Dienstag, 29. Januar 2013

mit der eröffnung einer neuen designorientierten ausstellung, die jährlich, im rahmen der imm cologne, im januar stattfindet, beweist das museum für angewandte kunst köln (makk) eine voraussicht, derer die meisten museen nicht fähig sind. es klingt eigentlich nach einer einfachen und naheliegenden entscheidung, aber ihr würdet euch wundern, wie viele museen diesem beispiel nicht folgen können bzw. wollen. die 2013er ausstellung heißt “isn‘t it romantic? zeitgenössisches design zwischen poesie und provokation“ und unternimmt eine untersuchung der romantik im zeitgenössischen design.

kuratiert von tulga beyerle, der direktorin der vienna design week, präsentiert “isn‘t it romantic? zeitgenössisches design zwischen poesie und provokation“ mit arbeiten 40 internationaler designstudios einen breiten querschnitt sowohl kommerzieller produkte als auch eher konzeptioneller designprojekte, die nach einschätzung der kuratoren auf irgendeine weise den geist der romantischen epoche repräsentieren – zum beispiel durch materialien, muster, aber auch durch den gebrauch kreativer techniken und vorstellungen, wie sie im frühen 19. jahrhundert populär waren, darunter poesie und ironie. wir wissen, dass sich die ausstellung mehr um das konzept als um die objekte dreht. dennoch vorab: unter den arbeiten, die uns besonders gefielen, waren die lampe binic von ionna vautrin aus paris und patricia urquiolas bad für vieques – ein produkt, das eine dekadenz ausströmt, die unserer ansicht nach vielleicht keine romantischen kriterien erfüllen mag, aber das man einfach lieben muss. und es war schön, led zeppelin von bertjam pot wieder zu begegnen, einem objekt, das wir erstmals als teil der totem & taboo auf der vienna design week 2011 gesehen haben.

berlin war einerseits direkt durch hermann august weizzenegger und seinen monumentalen teppich “ocean” vertreten, einer arbeit, die 2012 in wien ihre premiere hatte und die ihr unbedingt sehen müsst, falls ihr es nicht schon getan habt. geht um ihn herum – das ist das geheimnis. außerdem durch hella jongerius mit einer auswahl von porzellan aus ihren four-seasons- und non-temporary-projekten sowie mit ihren ikea ps-wandbehängen. andererseits war berlin indirekt durch die galerie helmrinderknecht präsent, die eine auswahl von arbeiten von frédéric dedelly aus zürich präsentierte: „objets mélancholiques“, mit ihrer durch einen kurzlebigen guss geschaffenen zufälligen strukturen, die eine ablehnung dauerhaft standardisierter formen und das zelebrieren der individualität und der spontaneität reflektieren. hingegen beschäftigt sich memento mori mit einem lieblingsthema der romatiker, dem tod. normalerweise lebte ein romantischer künstler, wenn er nicht gerade am sterben war, in der angst oder der verherrlichung des unvermeidlichen umstandes, dass er es bald sein würde.

objets melancoliques von frederic dedelley in der ausstellung “isn’t it romantic? zeitgenössisches design zwischen poesie und provokation” im museum für angewandte kunst köln

obwohl wir die ausstellung wirklich genossen haben und von ganzem herzen empfehlen können, sind wir zugegebenermaßen nicht sicher, ob sie ihre gesteckten ziele erreicht hat. „romantik“ ist ein dermaßen großes themenfeld, dass so ziemlich alles als “romantisch” bezeichnet werden kann. praktisch jeder kann seine eigene pointe hinzufügen. in ihrem essay für den ausstellungskatalog schreibt tulga beyerle nicht nur klug und überzeugend über die zentralen motive der romantik, sondern auch darüber, wie sich diese seit dem frühen 19. jahrhundert entwickelt haben. so recht sie fraglos hat, hätte sie allerdings – meinen wir zumindest – einen derartigen text in mehr oder weniger jedem jahrzehnt seit 1900 geschrieben haben können und immer gleichermaßen recht gehabt. bewegungen wie die romantik verschwinden nicht. leute suchen einfach nicht immer nach ihnen. und manchmal wird die romantik eben von bewegungen überschattet, die lauter schreien, quasi eine „bessere presse haben“. also überrascht es uns keineswegs, dass im zeitgenössischen design beispiele romantischer tendenzen zu finden sind. andererseits, so wie eine, zwei oder gar drei schwalben noch keinen sommer machen, so deutet es nicht auf eine allgemeine rückkehr zur romantik unter zeitgenössischen europäischen designern hin, wenn max lamb einen zinnhocker in einem rudimentären loch am strand giesst statt in einem städtischen atelier. zumindest nicht für uns.

wie gesagt, “isn’t it romantic? zeitgenössisches design zwischen poesie und provokation” ist in jedem fall einen besuch wert. also machen wir es uns leicht und überlassen euch die entscheidung, wie überzeugend die ausgestellten objekte das anliegen der kuratoren tatsächlich darstellen. die eine große enttäuschung der ausstellung, also etwas, das wir einfach loswerden müssen, ist, dass das makk sich genötigt sah, einen „trend-vorhersager“ in das rahmenprogramm einzubauen. nicht genug, dass es trends im design gar nicht gibt, die medizinmänner und -frauen, die das gegenteil behaupten, sollten sich erst recht nicht einem museum nähern dürfen. es sei denn, es handle sich um ein designtrend-musuem, das natürlich komplett voller trend-vorhersager wäre, die sich gegenseitig ermahnten, so mittelmäßig wie möglich zu sein. wenn es etwas gibt, das innovation erstickt, dann leute, die dafür bezahlt werden, firmen zu erzählen, was sie verkaufen, und kunden, was sie kaufen sollen.

und wenn es tatsächlich so ist wie die ausstellung argumentiert, dass die aktuelle neigung zur romantik zum teil dem verlangen geschuldet sei, den festgelegten grenzen von moderne und massenproduktion durch hinwendung zum vergänglichen und individuellen zu entfliehen – dann ist mit sicherheit das erste, das wir tun sollten, keine trend-vorhersager mehr zur kenntnis zu nehmen, deren existenzberechtigung es ist nämlich, uns zu sklaven der ideen anderer zu machen. wie es die alte snowboarder-weisheit sagt: ausgetretene pfade sind für ausgelutschte leute. was natürlich auch von einem romantischen dichter hätte stammen können. wir haben keine ahnung, wieso das makk es für nötig befunden hat, eine hervorragend erdachte und kuratierte ausstellung mit einem derart geschmacklosen nebeneffekt zu verbinden, dessen einziger sinn darin liegt, von den stärken der einzelnen ausgestellten objekte abzulenken. oder, ist das vielleicht die “provokation” aus dem ausstellungstitel? falls ja, hat sie bombig eingeschlagen!

“isn’t it romantic? zeitgenössisches design zwischen poesie und provokation“ läuft im museum für angewandte kunst köln noch bis zum 21. april 2013. alle details findet ihr unter www.makk.de und hier ein paar eindrücke von der ausstellung:



depot basel 13: das wilde denken bei llot llov und baerck

Donnerstag, 24. Januar 2013

für ein projekt, bei dem es um die gestaltung von objekten “für den tisch” geht, ist es nur passend, dass “das wilde denken” faktisch bei zwei gesprächen während des essens entstanden ist. das erste ereignete sich, als depot basel-mitbegründerin matylda krzykowski und mitglieder des berliner designstudios llot llov sich den sommer über im atelier der letzgenannten trafen und während eines – zweifellos gemächlichen – mittagessens eine mögliche zukünftige zusammenarbeit besprachen. unkonkretes planen, für das designer so anfällig sind… das zweite treffen fand während der vergangenen design-biennale in istanbul statt, als matylda und die designerin annika frye sich von einem formellen abendessen davonstahlen, um irgendwoanders entspannter zu dinieren und sich dabei ein gespräch entspann, das in seinen grundzügen das entwickelte, was später „das wilde denken“ wurde.

man spule ein paar monate vor und - “bish bash bosh” – schon hat das depot basel etwa ein dutzend bereitwilliger teilnehmer für einen workshop im neuköllner büro atelier von llot llov um sich versammelt. wie in unserem vorangegangen post über das wilde denken gesagt, ist das prinzip recht einfach: im verlauf eines zweieinhalbtägigen workshops wird eine gruppe von designern gebeten, aus krimskrams und resten objekte „für den tisch“ zu kreieren. die ergebnisse werden seit dem 15. dezember 2012 bei baerck in berlin-mitte ausgestellt.

andererseits verbirgt die schlichte fassade wie so oft ein komplexes, vielschichtiges und verflochtenes ganzes. das wilde denken thematisiert die wiederentdeckung der kreativität des einfachen handwerks, oder mit den worten matyldas: es sind erwachsene, die in einem projekt  auf der grundlage eines ziels arbeiten, diskutieren und überlegen – wohingegen kinder einfach mit dem, was zur vefügung steht, loslegen… ein erstaunlich dynamischer prozess, dessen wiederentdeckung den meisten von uns viel bringen würde. nicht zuletzt, weil wir uns allzu leicht in wiederholungen festfahren, indem wir einfach eine sache auf immer die gleiche weise tun, weil uns keine zeit für ablenkung bleibt. ein paar tage auf ganz andere art zu arbeiten kann nur hilfreich dabei sein, neue dimensionen für das verständnis deiner arbeit zu entdecken und deine arbeiten positiv und frisch zu halten. egal, welche arbeit es sein mag.

dann sind da noch aspekte, welche die länge des heutigen designprozesses behandeln, zum beispiel zeitspannen, die eine ursprüngliche idee durch zu viel kesselflickerei negativ beeinflussen können – was uns natürlich daran erinnert, was tim brauns von e27 uns über die hintergründe der 2011er “poetry happens”-ausstellung erzählt hat und wie sie die essenz der bestehenden ideen in den ersten 3d-prototypen festhalten wollten, aber sich dann oft in der entwicklungsphase verlieren. und ganz simpel gesagt: alle anderen basteln fleißig papiergirlanden, foliensterne und backen weihnachtsplätzchen … warum sollen designer sich nicht auch an einem bisschen unschuldiger weihnachtsbastelaktivität erfreuen?

wir haben dem workshop am donnerstagnachmittag einen kurzen besuch abgestattet, und obwohl wir nicht verraten können, an welchen objekten die verschiedenen teams gerade arbeiteten – vor allem weil die meisten zu dieser zeit selbst noch nicht genau wussten, woran sie gerade werkelten – können wir bestätigen, dass die verschiedenen genres, verfahren und objekte genauso reizvoll wie vielfältig waren und dies auch blieben. jeder ist willkommen und die objekte sind im baerck berlin käuflich zu erwerben.

depot basel 13: das wilde denken

15. dezember 2012 bis 2. februar 2013, mo bis sa von 12 bis 20 uhr

@ baerck berlin, mulackstrasse 12 in 10119 berlin

tel.  24048994

www.baerck.net



jetzt erhältlich: new order von böttcher + henssler

Mittwoch, 23. Januar 2013

neues jahr, neue probleme mit dem hausmüll. und das nicht allein wegen der über die weihnachtszeit angefallenen rekordmengen an spekulatiusschachteln und rentiergeschenkpapier, sondern viel mehr weil nach dem aufräumen der festtagsüberbleibsel und dem herausputzen des heimes immer eine menge bedauern, traurigkeit und selbsthass mitschwingen, wenn man dann im januar zum „alten look“ zurückkehrt… folglich kommt es gerade recht, dass die leute von der bsr endlich das “modulare” hausmüllentsorgungssystem “new order” des berliner designstudios böttcher + henssler auf den markt gebracht haben.

new order, eine serie von an der wand aufhängbaren taschen, gewann 2011 den eröffnungswettbewerb von „trenntmöbel gesucht!“. jetzt, nach ein bisschen feinabstimmung und der erfolgreich abgeschlossenen suche nach einem hersteller, kann man new order endlich im bsr-shop kaufen. abgesehen davon, dass es ein praktisches und neuartiges system für die organisation des hausmülls anbietet – ein system, das zur ansprechenden ästhetik deiner küche ebenso viel beiträgt wie zur freude bei der mülltrennung – liegt das wahrhaft geniale von new order darin, dass die einzelnen taschen des systems genauso gut zum einkaufen verwendet werden können. oder, wie wir bereits 2011 schrieben: “du kannst beispielsweise eine new order tasche dazu verwenden, das altpapier zur tonne zu bringen und anschließend gleich dafür, beim shoppen neues zu kaufen.“ und weil das herstellungsmaterial zu 100% recycelbar ist, kann man seine new order tasche, wenn man sie satt hat, effizient und unschädlich entsorgen. einfach genial!

wenn wir eine kleine beschwerde äußern könnten, dann die, dass die bsr es versäumt hat, die designer von new order in ihrem shop zu erwähnen. eine ziemlich schwache leistung! new order von böttcher + henssler (mit unterstützung von clémentine caurier) ist in zwei größen und vier farben erhältlich. komplette details und versandinformationen findet man unter www.bsr.de/trenntset.php.

New Order Böttcher + Henssler

new order von böttcher + henssler. hier beim “trenntmöbel gesucht!” wettbewerb.

New Order by Böttcher + Henssler

new order von böttcher + henssler. hier beim “trenntmöbel gesucht!” wettbewerb.