Archiv für die Kategorie ‘lichtdesign’


innovatives schweden @ felleshus berlin

Freitag, 26. April 2013

berlin ist die kreative hauptstadt europas, wenn nicht gar der welt. nicht allein im design, sondern auch hinsichtlich innovation und technologie. und natürlich ist es auch ein brutkasten für start-ups. jeder weiß das. weil es jeder irgendwo liest. folglich mag es überraschend sein, zu erfahren, dass innovative kreativität auch in anderen ländern und städten zu finden ist. nein, jetzt mal echt. bis zum 3. mai 2013 präsentiert das fellushus berlin eine jungen, innovativen schwedischen start-ups gewidmete ausstellung. innovatives schweden, kuratiert vom schwedischen institut, präsentiert 20 projekte – von berührungsloser interface-technology über brennstoff-ladegräte bis hin zu tragbaren wegwerftoiletten.

aber weit mehr als eine einfache vorstellung der projekte ist “innovatives schweden” als wanderausstellung auch eine einladung an lokale kreative, ideen und erfahrungen mit ihren schwedischen kollegen auszutauschen. also hat das schwedische institut zusätzlich zur ausstellung ein programm an diskussionen und symposien organisiert, um mögliche deutsch-schwedische kooperationen zu erforschen. all das begann am 12. märz mit einer eintätgigen konferenz unter dem titel “innovation und unternehmertum: die ansätze in schweden und deutschland”. in den kommenden wochen werden ähnliche veranstaltungen zu kunst, energie und gesundheit stattfinden.

auf unserem spaziergang durch das felleshus erinnerten wir uns beim betrachten der projekte an die ausstellung “industriedesign made in berlin” aus dem jahr 2011, eine wanderausstellung des berliner senats und der ihk zur promotion berliner designs. damals schrieben wir: “…aber wenn die vorstellung des berliner senats davon, berlins ruf als designstadt zu stärken, darin besteht, die welt mit einem preisgekrönten bürostuhl zu bereisen, der schon seit 2009 auf dem markt ist”, dann wird es uns, wenn ihr gestattet, nicht den atem verschlagen“. “innovatives schweden” hingegen liefert ein wunderbares beispiel, was mit ein bisschen vorstellungskraft erreicht werden kann. oder mit ein bisschen kreativität, könnte man auch sagen, aber das klänge läppisch.

“innovatives schweden” läuft im felleshus, nordische botschaften, rauchstrasse 1 in 10787 berlin, noch bis zum 3. mai 2013. die projekte werden auf deutsch und englisch vorgestellt. weitere details und das veranstaltungsprogramm findet ihr unter: http://www.nordischebotschaften.org



ausflug: stockholm furniture fair mit hopf, nordin

Freitag, 01. März 2013

wir haben es dieses jahr leider nicht auf die jährliche möbelmesse und designwoche in stockholm geschafft. “leider” nicht nur im sinne von “weil ein paar tage stockholm im februar ein perfekter kurzurlaub sind…“, sondern vielmehr weil das stockholmer event zu den besseren im internationalen designzirkus gehört. obschon die stockholmer messe immer noch weitgehend ein schaufenster für skandinavische hersteller ist, entdecken immer mehr nicht-skandinavier die messe als ernstzunehmende alternative zu den sponsorenbestimmten massenmarktaufläufen in mailand, köln oder london. die quantität der ausgestellten projekte ist mit der an anderen orten nicht vergleichbar, die qualität hingegen auf jeden fall. und das beste dabei ist, dass man die zeit hat, das gezeigte zu genießen und aufzunehmen. insofern ist es eine veranstaltung, die jederzeit einen besuch wert ist. was wir, wie gesagt, dieses jahr nicht geschafft haben.

zufällig war das berliner/stockholmer designstudio hopf, nordin auf der messe und hat sich freundlicherweise bereit erklärt, uns mit ein paar eindrücken zu versorgen. bei ihrem zweiten auftritt in stockholm stellten hopf, nordin ihre astrahedra-lampen als teil des sogenannten “greenhouse” aus, dem jüngeren designstudios und universitäten gewidmeten bereich der stockholm furniture fair. auf der position stellarer objekte basierend, verkörpern die astrahedra-lampen die, zwischen sternen existierende, dunkle materie und verwandeln dieses nichts in die basis für licht. und wenngleich, irgendwie naheliegend, je nach ihrem jeweiligen sternvorbild jede lampe einzigartig ist, ist das ergebnis eine familie von lampen, die alle eine unverwechselbare formelle klarheit und einen visuellen glanz gemein haben.

andreas hopf und axel nordin präsentierten aber nicht nur die früchte ihrer eigenen arbeit, sie fanden auch gelegenheit, andere im „greenhouse“ ausgestellte projekte zu begutachten. ein paar beispiele dafür, was ihre aufmerksamkeit erregt hat, sind unten abgebildet. als wir ihre fotos sahen, war das erste, was uns auffiel, dass – ganz abgesehen von dem geld, das wir sparen, wenn wir nicht selbst zu veranstaltungen fahren – wir einmal eine andere als unsere eigene, verbitterte sichtweise auf so ein event präsentieren können, wenn wir jemand anderen die fotos machen lassen. und es gibt einige auf den fotos gezeigte projekte, die wir selbst nicht fotografiert hätten. und natürlich auch einige, die wir auf jeden fall fotografiert hätten, und wo wir es echt bedauern, sie nicht selbst gesehen zu haben. besonders traurig sind wir, „from linear to cyclic“ von der lund university und „spot on“ von den studenten der kunsthögskolen in oslo verpasst zu haben – beides vorzeigeprojekte, die wahrlich faszinierend aussehen und die hoffentlich in nicht allzu ferner zukunft anderswo gezeigt werden. aber seht selbst!

nochmals herzlichen dank an andreas hopf und axel nordin für die großartige laufarbeit!



ausflug: meet/design @ domotex 2013

Mittwoch, 20. Februar 2013

wir haben mitte januar nicht nur berlin 2.0 in der galerie s. bensimon in paris verpasst, wir hatten auch keine gelegenheit, die “ausstellung in einer ausstellung” namens meet/design zu besuchen, die im rahmen der teppich- und bodenbelagsmesse domotex stattfand. einfach weil wir auf der imm in köln waren und leider keine zeit fanden nach hannover zu fahren. und trotz unserer bemühungen niemanden finden konnten, der für uns von der domotex berichten könnte. leider. ehrlich gesagt galt unser hauptinteresse weniger den vorgestellten herstellern  – obgleich ein paar sehr interessante dabei waren  – als vielmehr den organisatoren: tempo berlin, einer firma, die mehr oder weniger und im großen und ganzen von nahezu dem gleichen personal betrieben wird wie die qubique organisiert wird.

wie treue blogleser sich vermutlich erinnern werden können, hatten wir so unsere probleme mit der qubique 2011, sind aber nach wie vor der ansicht, dass es definitiv einen platz für eine messe wie diese gibt. unserer ansicht nach allerdings mit ein paar konzeptionellen änderungen und einer engeren zusammenarbeit mit dem dmy berlin. bekanntermaßen fand die qubique 2012 nie statt und offiziell arbeiten die organisatoren an den plänen für eine qubique 2013. in köln nutzten wir die gelegenheit, mit manchen, die auf der qubique 2011 ausgestellt hatten, und einigen, die nicht ausgestellt hatten, aber deren profil zur qubique passen würde, darüber zu sprechen, was sie über das dachten, was geschehen war und geschehen sollte.

was uns an hannover interessierte, war, inwieweit die saat der qubique 2013 bei der meet/design sichtbar sein würde. zum beispiel waren dort einige der aussteller und hersteller, von denen wir wissen, dass die qubique viel investiert hat, um sie nach berlin zu locken. aber auch das ausstellungskonzept mit verschiedenen „räumen“ klang sehr vielversprechend. und seit dem besuch von „isn’t it romantic? zeitgenössisches design zwischen poesie und provokation” im makk wissen wir, dass so etwas sehr gut funktionieren kann. aber wie gesagt, leider haben wir meet/design nicht zu gesicht bekommen, können also nichts darüber sagen. wir werden allerdings die zukünftigen projekte von tempo berlin im auge behalten, und natürlich auch die entwicklungen im qubique-lager. den raum beobachten, sozusagen.

im folgenden findet ihr eine auswahl an offiziellen pressephotos von der meet/design 2013. alle photos, wie es die urheberrechtsregeln von uns verlangen zu sagen, stammen von christina nath für meet/design, werden hiermit journalistisch genutzt und haben alle die urheberrechtserwähnung und den bezug auf www.meetdesign.de bzw. meet/design.

meet/design @ domotex 2013

meet/design @ domotex 2013

meet/design @ domotex 2013

und damit es auch dem letzten klar ist: diese pressephotos sind nicht von uns aufgenommen worden. „alle photos sind von christina nath für meet/design. bilder für journalistische berichterstattung. urheberrechtserwähnung und bezug auf www.meetdesign.de / meet/design ist für alle verwendeten photos erforderlich.”



imm cologne 2013: spree trifft rhein

Donnerstag, 31. Januar 2013

wie eh und je konnten berliner designtalente in den hallen der imm köln entdeckt werden. nicht allein in gestalt von herstellern oder von herstellern präsentierten designern. ein paar berliner designer waren darüber hinaus ganz „anonym” mit accessoires auf ständen von herstellern präsent, mit denen sie sonst keinerlei verbindung haben. man muss nur wissen, wo man suchen muss … und das haben wir. weiter unten findet ihr eine liste von berliner designern, herstellern und designs, die wir auf der imm köln 2013 entdeckt haben. und, wie immer, entschuldigung an alle, die wir übersehen haben. nehmt es nicht persönlich, es lag schlichtweg an einem mangel an augen und zeit!

klickt einfach auf ein bild, um es zu vergrößern oder, so vorhanden, den betreffenden post dazu zu lesen. viel spaß!

IMM Cologne 2013 Spree meets Rhein Tam Tam Fabien Dumastam tam 3+5 von fabien dumas für marset, gesehen @ kettal

IMM Cologne 2013 Spree meets Rhein Workframe Michael Hilgers Müller Möbelwerkstattworkframe von michael hilgers für müller möbelwerkstätten

IMM Cologne 2013 Spree meets Rhein Ficelle Osko + Deichmann Lignet Rosetficelle von osko + deichmann für ligne roset

IMM Cologne 2013 Spree meets Rhein And A And Be And Not Camilla Richterand a and be and Not von camilla richter

IMM Cologne 2013 Spree meets Rhein llot llov Lucillelucille von llot llov, gesehen @ piure

IMM Cologne 2013 Spree meets Rhein Rupert Kopp Roxxane Nimbusroxxane von rupert kopp für nimbus

IMM Cologne 2013 Coordinationcoordination

IMM Cologne 2013 Spree meets Rhein Roomsafariroomsafari

atelier haußmann

IMM Cologne 2013 Spree meets Rhein Werener Aisslinger DS 144 de sededs 144 von werner aisslinger für de sede

IMM Cologne 2013 Spree meets Rhein Egon Eiermann Richard Lampertegon eiermann regalsystem bei lampert

IMM Cologne 2013 Spree meets Rhein Workframe Delphin Design Müller Möbelfabrikationdelphin design für müller möbelfabrikation



imm cologne 2013: coordination berlin

Mittwoch, 30. Januar 2013

in den tiefen der halle 3 auf der imm cologne 2013 stellte coordination berlin neue produkte vor, die, obwohl noch nicht gänzlich abgeschlossen, in einer entwicklungsphase sind, die ihre selbstbewusste öffentliche präsentation durchaus rechtfertigte. alle drei objekte strahlen das selbstbewusstsein aus, das ihnen ihr designer flip sellin mitgegeben hat.

imm cologne 2013: coordination

das lesepult “higher desk” ist ein sehr einfaches und zugängliches, aus eiche, kork und stahl gefertigtes objekt, und für uns das stück der wahl unter den neulingen. mit drei “herkömmlichen”-beinen aufgebaut, fungiert higher desk als ein herkömmliches lesepult. das hintere bein kann aber auch entfernt und durch ein kürzeres bein ersetzt werden, sodass man einfach einen schreibtisch, eine fensterbank, ein regal oder sonstwas als hintere stütze verwenden kann. diese funktionalität erweitert nicht nur die verwendungsmöglichkeiten vom higher desk, sondern verringert auch die benötigte fläche, was sehr praktisch an orten mit begrenztem platz ist. anders gesagt, higher desk ist in seiner platzanforderung genauso minimal wie in seiner herstellung und erscheinung. was wirklich reizvoll ist.

neben higher desk stellte coordination auf der imm cologne 2013 erstmalig auch den thread kleiderständer und die lampe “patches” vor. der thread kleiderständer ist die jüngste ergänzung der thread-familie, die vergangenes jahr in mailand mit dem thread hocker und dem thread tisch eingeführt wurde. der thread kleiderständer, komponiert aus einer in einem stahlfuß befestigten spindel, ist ein modularsystem, dem der benutzer beliebig kleiderhaken und ablagen hinzufügen kann. diese können nach bedarf auf der spindel hinauf- und heruntergeschoben werden. das ablageelement ist ein formschönes stück walnussholz, und die hakenelemente bestehen aus vier kugeln in leuchtenden farben. die bunten kugeln kreieren einen deutlichen, schönen optischen effekt, von dem wir uns vorstellen können, dass er dazu beitragen wird, der thread kleiderständer in familien beliebt zu machen, die ein kompaktes und flexibles system für den flur oder die veranda suchen.

patches hingegen ist ein lampensystem, das als weiterentwicklung des auf der qubique 2011 vorgestellten crnkl!-projektes von create berlin gelten kann. wir haben ehrlich gesagt nicht viel zeit mit patches verbracht. das ist nicht persönlich gemeint, die anderen sachen haben uns einfach zu sehr abgelenkt. wir wollen patches hier lediglich erwähnen, ehe wir ins detail gehen und dabei wahrscheinlich mit sicherheit irgendetwas falsches oder belangloses sagen. wie eingangs erwähnt, befinden sich alle drei projekte in einer “fast fertig”-phase. falls und wenn wir mehr wissen, sagen wir euch bescheid. infos zu den projekten und coordination berlin gibt es unter www.coordination-berlin.com.

imm cologne 2013: coordination. im vordergrund der higher desk mit seinen drei regulären beinen

imm cologne 2013: coordination. higher desk mit kurzem hinterbein

imm cologne 2013: der thread kleiderständer und thread hocker von coordination



isn’t it romantic? zeitgenössisches design zwischen poesie und provokation

Dienstag, 29. Januar 2013

mit der eröffnung einer neuen designorientierten ausstellung, die jährlich, im rahmen der imm cologne, im januar stattfindet, beweist das museum für angewandte kunst köln (makk) eine voraussicht, derer die meisten museen nicht fähig sind. es klingt eigentlich nach einer einfachen und naheliegenden entscheidung, aber ihr würdet euch wundern, wie viele museen diesem beispiel nicht folgen können bzw. wollen. die 2013er ausstellung heißt “isn‘t it romantic? zeitgenössisches design zwischen poesie und provokation“ und unternimmt eine untersuchung der romantik im zeitgenössischen design.

kuratiert von tulga beyerle, der direktorin der vienna design week, präsentiert “isn‘t it romantic? zeitgenössisches design zwischen poesie und provokation“ mit arbeiten 40 internationaler designstudios einen breiten querschnitt sowohl kommerzieller produkte als auch eher konzeptioneller designprojekte, die nach einschätzung der kuratoren auf irgendeine weise den geist der romantischen epoche repräsentieren – zum beispiel durch materialien, muster, aber auch durch den gebrauch kreativer techniken und vorstellungen, wie sie im frühen 19. jahrhundert populär waren, darunter poesie und ironie. wir wissen, dass sich die ausstellung mehr um das konzept als um die objekte dreht. dennoch vorab: unter den arbeiten, die uns besonders gefielen, waren die lampe binic von ionna vautrin aus paris und patricia urquiolas bad für vieques – ein produkt, das eine dekadenz ausströmt, die unserer ansicht nach vielleicht keine romantischen kriterien erfüllen mag, aber das man einfach lieben muss. und es war schön, led zeppelin von bertjam pot wieder zu begegnen, einem objekt, das wir erstmals als teil der totem & taboo auf der vienna design week 2011 gesehen haben.

berlin war einerseits direkt durch hermann august weizzenegger und seinen monumentalen teppich “ocean” vertreten, einer arbeit, die 2012 in wien ihre premiere hatte und die ihr unbedingt sehen müsst, falls ihr es nicht schon getan habt. geht um ihn herum – das ist das geheimnis. außerdem durch hella jongerius mit einer auswahl von porzellan aus ihren four-seasons- und non-temporary-projekten sowie mit ihren ikea ps-wandbehängen. andererseits war berlin indirekt durch die galerie helmrinderknecht präsent, die eine auswahl von arbeiten von frédéric dedelly aus zürich präsentierte: „objets mélancholiques“, mit ihrer durch einen kurzlebigen guss geschaffenen zufälligen strukturen, die eine ablehnung dauerhaft standardisierter formen und das zelebrieren der individualität und der spontaneität reflektieren. hingegen beschäftigt sich memento mori mit einem lieblingsthema der romatiker, dem tod. normalerweise lebte ein romantischer künstler, wenn er nicht gerade am sterben war, in der angst oder der verherrlichung des unvermeidlichen umstandes, dass er es bald sein würde.

objets melancoliques von frederic dedelley in der ausstellung “isn’t it romantic? zeitgenössisches design zwischen poesie und provokation” im museum für angewandte kunst köln

obwohl wir die ausstellung wirklich genossen haben und von ganzem herzen empfehlen können, sind wir zugegebenermaßen nicht sicher, ob sie ihre gesteckten ziele erreicht hat. „romantik“ ist ein dermaßen großes themenfeld, dass so ziemlich alles als “romantisch” bezeichnet werden kann. praktisch jeder kann seine eigene pointe hinzufügen. in ihrem essay für den ausstellungskatalog schreibt tulga beyerle nicht nur klug und überzeugend über die zentralen motive der romantik, sondern auch darüber, wie sich diese seit dem frühen 19. jahrhundert entwickelt haben. so recht sie fraglos hat, hätte sie allerdings – meinen wir zumindest – einen derartigen text in mehr oder weniger jedem jahrzehnt seit 1900 geschrieben haben können und immer gleichermaßen recht gehabt. bewegungen wie die romantik verschwinden nicht. leute suchen einfach nicht immer nach ihnen. und manchmal wird die romantik eben von bewegungen überschattet, die lauter schreien, quasi eine „bessere presse haben“. also überrascht es uns keineswegs, dass im zeitgenössischen design beispiele romantischer tendenzen zu finden sind. andererseits, so wie eine, zwei oder gar drei schwalben noch keinen sommer machen, so deutet es nicht auf eine allgemeine rückkehr zur romantik unter zeitgenössischen europäischen designern hin, wenn max lamb einen zinnhocker in einem rudimentären loch am strand giesst statt in einem städtischen atelier. zumindest nicht für uns.

wie gesagt, “isn’t it romantic? zeitgenössisches design zwischen poesie und provokation” ist in jedem fall einen besuch wert. also machen wir es uns leicht und überlassen euch die entscheidung, wie überzeugend die ausgestellten objekte das anliegen der kuratoren tatsächlich darstellen. die eine große enttäuschung der ausstellung, also etwas, das wir einfach loswerden müssen, ist, dass das makk sich genötigt sah, einen „trend-vorhersager“ in das rahmenprogramm einzubauen. nicht genug, dass es trends im design gar nicht gibt, die medizinmänner und -frauen, die das gegenteil behaupten, sollten sich erst recht nicht einem museum nähern dürfen. es sei denn, es handle sich um ein designtrend-musuem, das natürlich komplett voller trend-vorhersager wäre, die sich gegenseitig ermahnten, so mittelmäßig wie möglich zu sein. wenn es etwas gibt, das innovation erstickt, dann leute, die dafür bezahlt werden, firmen zu erzählen, was sie verkaufen, und kunden, was sie kaufen sollen.

und wenn es tatsächlich so ist wie die ausstellung argumentiert, dass die aktuelle neigung zur romantik zum teil dem verlangen geschuldet sei, den festgelegten grenzen von moderne und massenproduktion durch hinwendung zum vergänglichen und individuellen zu entfliehen – dann ist mit sicherheit das erste, das wir tun sollten, keine trend-vorhersager mehr zur kenntnis zu nehmen, deren existenzberechtigung es ist nämlich, uns zu sklaven der ideen anderer zu machen. wie es die alte snowboarder-weisheit sagt: ausgetretene pfade sind für ausgelutschte leute. was natürlich auch von einem romantischen dichter hätte stammen können. wir haben keine ahnung, wieso das makk es für nötig befunden hat, eine hervorragend erdachte und kuratierte ausstellung mit einem derart geschmacklosen nebeneffekt zu verbinden, dessen einziger sinn darin liegt, von den stärken der einzelnen ausgestellten objekte abzulenken. oder, ist das vielleicht die “provokation” aus dem ausstellungstitel? falls ja, hat sie bombig eingeschlagen!

“isn’t it romantic? zeitgenössisches design zwischen poesie und provokation“ läuft im museum für angewandte kunst köln noch bis zum 21. april 2013. alle details findet ihr unter www.makk.de und hier ein paar eindrücke von der ausstellung:



one after another: die klugen glauben an design

Samstag, 22. Dezember 2012

absolventen des ateliers design III der akademie für kunst, architektur und design prag stellen momentan interessante design-projekte im tschechischen zentrum berlin vor. der besucher erhält einen einblick in das produktspektrum von 15 jungdesignern sowie deren beteiligungen an der massenfertigung. die produkte reichen von gusseisengeschirr für die firma stará huť über chirurgische instrumente der firma beznoska bis hin zu lampen aus den glaswerken in janštejn, die unter dem label brokis verkauft werden. alle achtung, schaut mal rein!

one after another: die klugen glauben an design


28. november 2012  bis 4. januar 2013, mo bis do von 15 bis 20 uhr

@ tschechisches zentrum berlin

wilhelmstraße 44 in 10117 berlin


tel. 206098900

ccberlin@czech.cz

http://berlin.czechcentres.cz/programm/reisen/ausstellung-der-dekorativen-kunste/



auftakt für die weihnachtsmärkte

Montag, 26. November 2012

heute beginnt in der hauptstadt die weihnachtsmarktsaison. neben schrillen rummel- und fressmeilen, findet sich auch der ein oder andere weihnachtsmarkt, der schöne selbst gestaltete sachen anbietet. so auch der markt der kontinente.

er bietet kunsthandwerk aus aller welt und bummeln ohne zu frieren, denn er findet in den museen dahlem statt. an jedem wochenende in der vorweihnachtszeit verkaufen hier mehr als fünfzig händler kunsthandwerk aus verschiedenen regionen der erde. es werden viele waren angeboten, die direkt in den jeweiligen ländern produziert wurden. mit deren verkauf werden somit soziale und strukturelle projekte vor ort unterstützt. das angebot reicht von handgewebten afrikanischen stoffen, über schmuck aus indien oder filzwaren aus kasachstan bis zu farbenfrohem blechspielzeug. ein besuch lohnt sich!

markt der kontinente 2012

24. november bis 16. dezember 2012, sa + so 11 – 19 uhr

@ museen dahlem – kunst und kulturen der welt

lansstraße 8 in 14195 berlin

http://www.smb.museum



neues berlin-designbuch

Donnerstag, 08. November 2012

das neue zitty-designbuch ist da! sein schwerpunkt liegt diesmal auf dem thema arbeit. es geht dabei unter anderem um die ausgestaltung von arbeitsplätzen. wie sah ein arbeitsplatz gestern aus? und wie gestaltet er sich in der zukunft? auch möbeldesign spielt eine große rolle. klassiker aus dem bauhaus archiv werden vorgestellt. erzählt wird zum beispiel die geschichte des berühmten bürostuhls mirra. der leser bekommt zudem interessante einblicke in verschiedene berliner büros, vom finanzministerium bis zum kreativhauptquartier von dawanda. ein serviceteil bietet rund 300 berliner design(er)adressen. weitere infos über das designbuch findet ihr hier. das zweisprachige “zitty spezial: designbuch 2012/2013″ ist für € 12,50 zu haben. und bestellen könnt ihr es hier!



handmade in germany

Dienstag, 23. Oktober 2012

die aktuelle ausstellung im direktorenhaus “handmade in germany” zeigt neueste produkte von 30 design-meistern, innovativen herstellern und experimentellen designern. sie ist quasi eine verkürzte auflistung von objekten der aktuellen deutschen designszene und stellt uns interessante möbel, musikinstrumente, geschirr, inneneinrichtungen und vieles andere vor. und: sie belegt einmal mehr die qualitative design-ästhetik unseres landes. nach der exzessiven produktion des letzten jahrtausends, gibt es nun eine deutliche nachfrage nach begrenzt verfügbaren, qualitativ hochwertigen und einzigartigen produkten. “handmade in germany” vertritt eine auswahl von deutschen designern und manufakturen -  vom hoch spezialisierten handwerker bis hin zur fabrik. allen gemeinsam ist jedoch die qualität der arbeiten und die liebe zum detail…

handmade in germany

27. oktober bis zum 14. november 2012

direktorenhaus, ℅ illustrative e.v.

am krögel 2 in 10179 berlin

tel.  27595587

http://www.direktorenhaus.com/handmade_2012