Archiv für die Kategorie ‘hersteller’


paperworld 2013: adam+harborth für e+m holzprodukte

Samstag, 02. Februar 2013

2003 führte das münchner/berliner designstudio adam+harborth ein studienprojekt durch, das die ergonomie von „optical pens“ hinsichtlich der verwendung beweglicher schreibgeräte untersuchte. soweit wir wissen, zeigte das studienprojekt keine konkreten ergebnisse, wahrscheinlich weil es von anfang an nur als studie gedacht war, aber wahrscheinlich auch aufgrund des den kunden umgebenden chaos und dessen späterer erzwungener „reorganisation“. deshalb amüsiert es uns über die maßen zu entdecken, dass jörg adam und dominik harborth pünktlich zur messe paperworld 2013 in frankfurt neue produkte für e+m holzprodukte  – einen der ältesten deutschen hersteller von federhaltern – herausbringen.

wir vertreten seit langem die überzeugung, dass die zukunft analog ist. langsam, aber sicher, beginnt die welt zu erkennen, dass wir recht haben… zugegeben, rein technisch gesehen sind federhalter nicht mehr das rückgrat des portfolios von e+m holzprodukte. aber nach angaben der firma exportierte sie zu beginn des 20. jahrhunderts ihre federhalter in über 10.00 farben und formen in alle ecken der welt, was einfach nach einem absolut phänomenalen geschäftsaufkommen klingt. jedoch war es irgendwie vorhersehbar, dass mit den tagen, da man eine gans fangen musste, um einen brief zu schreiben, auch der einträchtige handel mit federhaltern zu einer erinnerung wurde… eine situation, die zusammen mit im zweiten weltkrieg entstandenen schäden, die firma dazu veranlasste, sich auf andere geschäftsfelder zu konzentrieren. 1983 kam dann neues blut in die firma, und mit ihm die rückkehr zu den schreibinstrumenten. und in den vergangenen 30 jahren entwickelte e+m holzprodukte eine faszinierende sammlung von füllern, kugelschreibern, tunkfederhaltern und allgemeinem bürobedarf. alles “made in germany” und größtenteils, wenn auch nicht ausschließlich, aus heimischem holz gefertigt.

auf der paperworld 2013 wird e+m holzprodukte adam+harborths holzkugelschreiber king und bow vorstellen, sowie king cuio, einen in lederstreifen gehüllten kugelschreiber. die kugelschreiber ergänzen die 2012 von e+m holzprodukte herausgegebene adam+harborth brixxs-kollektion von schreibtischsets, eine produktfamilie, die viele der markenzeichen des ansatzes von adam+harborth für organisation und ablage aufweist. wenn man in solch’ einem zusammenhang von markenzeichen sprechen kann. was man kann, denken wir. vollständige details zu king, bow, king cuio und brixxs findet ihr hier: http://adamharborth.com

king, bow & king cuio von adam+harborth für e+m holzprodukte

brixxs von adam+harborth für e+m holzprodukte



imm cologne 2013: spree trifft rhein

Donnerstag, 31. Januar 2013

wie eh und je konnten berliner designtalente in den hallen der imm köln entdeckt werden. nicht allein in gestalt von herstellern oder von herstellern präsentierten designern. ein paar berliner designer waren darüber hinaus ganz „anonym” mit accessoires auf ständen von herstellern präsent, mit denen sie sonst keinerlei verbindung haben. man muss nur wissen, wo man suchen muss … und das haben wir. weiter unten findet ihr eine liste von berliner designern, herstellern und designs, die wir auf der imm köln 2013 entdeckt haben. und, wie immer, entschuldigung an alle, die wir übersehen haben. nehmt es nicht persönlich, es lag schlichtweg an einem mangel an augen und zeit!

klickt einfach auf ein bild, um es zu vergrößern oder, so vorhanden, den betreffenden post dazu zu lesen. viel spaß!

IMM Cologne 2013 Spree meets Rhein Tam Tam Fabien Dumastam tam 3+5 von fabien dumas für marset, gesehen @ kettal

IMM Cologne 2013 Spree meets Rhein Workframe Michael Hilgers Müller Möbelwerkstattworkframe von michael hilgers für müller möbelwerkstätten

IMM Cologne 2013 Spree meets Rhein Ficelle Osko + Deichmann Lignet Rosetficelle von osko + deichmann für ligne roset

IMM Cologne 2013 Spree meets Rhein And A And Be And Not Camilla Richterand a and be and Not von camilla richter

IMM Cologne 2013 Spree meets Rhein llot llov Lucillelucille von llot llov, gesehen @ piure

IMM Cologne 2013 Spree meets Rhein Rupert Kopp Roxxane Nimbusroxxane von rupert kopp für nimbus

IMM Cologne 2013 Coordinationcoordination

IMM Cologne 2013 Spree meets Rhein Roomsafariroomsafari

atelier haußmann

IMM Cologne 2013 Spree meets Rhein Werener Aisslinger DS 144 de sededs 144 von werner aisslinger für de sede

IMM Cologne 2013 Spree meets Rhein Egon Eiermann Richard Lampertegon eiermann regalsystem bei lampert

IMM Cologne 2013 Spree meets Rhein Workframe Delphin Design Müller Möbelfabrikationdelphin design für müller möbelfabrikation



orgatec 2012: osko+deichmann über akustikwände & drehbare tische

Mittwoch, 19. Dezember 2012

im vorfeld der orgatec 2012 sprachen wir mit dem berliner designerduo osko+deichmann über ihr modulares sitzsystem “plot”, das sie für den deutschen hersteller brunner entworfen haben. auf der orgatec 2012 konnten wir uns endlich die neuesten funktionen und erweiterungen des systems ansehen. darunter sind die akustikplatten für die seiten und den rücken fraglos die fundamentalsten und interessantesten objekte, nicht zuletzt, weil sie das sitzelement umschließen, ohne dass der benutzer in irgendeiner weise auf die funktionalität verzichten muss, die “plot” zu einem so faszinierenden produkt macht.

anfangs befürchteten wir, die akustikplatten seien am sockel befestigt. jedoch brachte ein bisschen herumkriechen auf dem boden ein einfaches und schlaues system zu tage. und laut blasius osko und oliver deichmann, ein einfaches, schlaues system, welches das ergebnis unzähliger stunden stiller entwicklungsarbeit ist. die hauptherausforderung dabei war, die nötige stabilität ohne qualitätsverlust zu erreichen – eine herausforderung, die die beiden meisterhaft bewältigt haben. die andere für uns bedeutsame veränderung ist, dass “plot” jetzt drehbare tische statt der ursprünglichen, statischen hat. klingt belanglos, ist aber für alle, die vorhaben, einen bildschirm, einen entwurf oder eine pizza hawaii zu teilen, ein sehr wichtiger unterschied. und wir lieben immer noch den “pflanzen-plot”. versteht sich von selbst, kann aber nicht oft genug gesagt werden.

wie wir wahrscheinlich bereits erwähnt haben, ist “plot” eines der innovativsten und interessantesten sitzsysteme, die wir in letzter zeit gesehen haben – erst recht mit den neuen ergänzungen. und wir hoffen, dass noch ein paar mehr überraschungen dazukommen werden. wir halten euch darüber auf dem laufenden. hier ein paar fotos von der orgatec:



orgatec 2012: stefan diez über hays new order

Montag, 03. Dezember 2012

wie wir in unserem post über die präsentation des dänischen herstellers hay auf der orgatec 2012 bereits ansprachen, war eine der dortigen überraschungen, ein von stefan diez gestaltetes produkt zu sehen. eine wirklich erfreuliche überraschung, denn sein modulares pulverbeschichtetes stahlregalsystem “new order” ist eine sehr intelligente sowie sorgfältig überlegte und umgesetzte arbeit. also erschien es uns folgerichtig, ein bisschen mit stefan über dieses projekt zu plaudern…

minimum-blog: die naheliegende eingangsfrage, wie kam es zur zusammenarbeit mit hay?

stefan diez: wir haben uns vor ein paar jahren auf einer geschäftsreise nach singapur getroffen, haben uns sofort gut verstanden und bald beschlossen, dass wir versuchen sollten, gemeinsam ein projekt zu entwickeln.

minimum-blog: und die haben dann gesagt, bau uns ein modulares regalsystem, oder…?

stefan diez: ganz ehrlich gesagt wurde dieses projekt ursprünglich vor zwei jahren in mailand zusammen mit established & sons präsentiert, aber wir haben nie eine akzeptable vereinbarung erreichen können. bei so einem projekt ist der preis für mich entscheidend. ich halte es für wichtig, dass solche alltagsmöbel zu einen bezahlbaren, demokratischen preis angeboten werden. und mit hay ist es uns jetzt gelungen, dies umzusetzen.

minimum-blog: die zwei elemente, die unsere aufmerksamkeit erregen, sind einerseits die tieferen regalböden, andererseits das schiebetürensystem. erst einmal zu den türen, ist diese ausleger-funktion bei der schiebetür eine anspielung auf ihre tischlervergangenheit?

stefan diez: nein, nein, das ist reines industriedesign. es ist ein folienscharniersystem, genauer gesagt, aus polypropylen, und so konzipiert, dass das scharnier fast unsichtbar ist. das ganze system ist einfach zu benutzen und sehr leise. genauso wichtig ist aber, dass sowohl die türen als auch die seiten- und rückwände nach bedarf eingesetzt oder entfernt werden können. sie sind kein festes element der einheit und können eingesetzt oder entfernt werden, ohne dass man dazu werkzeug braucht oder die einheit auseinanderbauen muss.

minimum-blog: und bei den tiefer gelegten regalböden, welche idee steckt dort dahinter?

stefan diez: technisch gesehen sind dies eher ablagen als regalböden. und die idee ist, dem benutzer mehr möglichkeiten zu geben, als es heutige regalsysteme zulassen. sie sind 80 mm tief und während man sie durchaus für bücher und ähnliches benutzen kann, dienen sie auch bequem als ablage für kleinkram. mit ihren höheren rändern ist alles sehr sicher und nichts kann herausfallen oder anderweitig verloren gehen.

minimum-blog: um zum schluss zu kommen, gibt es pläne für weitere kooperationen mit hay?

stefan diez: ja, wir werden auf der stockholm furniture fair im februar nächsten jahres ein neues projekt präsentieren, es ist ein…

er hat es uns gesagt. aber geduld ist eine tugend, liebe freunde. geduld ist eine tugend!



eames by vitra im stilwerk

Sonntag, 25. November 2012

bis mitte november hatten alle in oder um berlin die möglichkeit, die ausstellung “eames by vitra” im stilwerk zu besuchen und somit die nahezu komplette sammlung von charles und ray eames’ kreationen für vitra zu bewundern. die exponate wurden durch videos, photos und texte ergänzt, welche die entstehung der objekte erläuterten. es war nichts besonders neues oder revolutionäres als solches, das zusammentragen der objekte an einen ort bot jedoch eine wunderbare gelegenheit, zwei der wichtigsten protagonisten in der möbeldesigngeschichte des 20. jahrhunderts kennenzulernen und ein gefühl für die entwicklung ihrer projekte zu bekommen.

für alle, die nicht vorbei kommen konnten, hier ein paar impressionen:

    
    
    
    
    


ausflug: hay@orgatec

Freitag, 23. November 2012

wir freuen uns immer, nach der devise in dubio pro reo handeln zu können. nicht zuletzt, weil es uns erspart, einen festen standpunkt einnehmen zu müssen. dies vorausgeschickt, hat der dänische möbelhersteller hay mit seiner show auf der orgatec 2012 „büroeinrichtungen“ weit außerhalb jeglicher derzeit international anerkannter grenzen definiert. ohne diskussionen. die gezeigten produkte waren weitestgehend exzellent, aber nicht wirklich büromäßig.

orgatec 2012 hay

orgatec 2012: hay

das erfreulichste neue projekt waren die “a table and chairs” von ronan and erwan bouroullec. die bouroullecs bei hay? welch eine überraschung. wer hätte das geahnt? ordentlich aus ordentlichem holz in eine ordentliche form gebracht, ist „a table and chairs“ eine herzallerliebste möbel-kollektion, die dadurch noch interessanter wird, dass sie nicht wie ein bouroullec-projekt aussieht. ja, sie ähnelt in ihrer formsprache und bauweise ein wenig der osso range für mattiazzi. aber sie scheint keinen bezug auf frührere, etablierte projekte zu nehmen, wie beispielsweise alcove für vitra, clouds für kvadrat oder facett für ligne roset.

im märz teilte uns der chef-kurator mateo kries bei der eröffnung der „album“-ausstellung im vitra design museum mit, dass er über die jahre einen gewissen organischen fluss in der entwicklung der arbeiten der bouroullecs erkennen könne … eine entwicklung, die allerdings oft erst im nachhinein sichtbar wird. also müssen wir wohl abwarten, ob die hinwendung zu holz und kork, wie sie auf der orgatec zu sehen war, wirklich die bewegung in eine (relativ) neue richtung anzeigt. für uns war das glanzlicht der „a“-kollektion, dasjenige, welches ihr wenigstens den anschein von büro-ernsthaftigkeit gibt, der „schreibtisch“ – wie wir ihn aus mangel an einem offiziellen begriff nennen wollen. mit seiner netten, kleinen, entlang der rückseite eingebauten papier- und buchablage hatte das objekt wirklich stil: an einen echten „escritoire“ erinnernd, aber auch zugänglich, praktisch und zeitgenössisch.

orgatec 2012 ronan and erwan bouroullec hay

orgatec 2012: der “schreibtisch” von ronan und erwan bouroullec für hay

die andere freude am hay-messestand war das ablagesystem „new order“ von stefan dietz. ein weiterer designer, den wir nicht bei hay erwartet hatten – aber dessen aufnahme in das auftragsregister, neben den bouroullecs, nur als zeichen dafür gewertet werden kann, wie ernst es hay damit ist, es in den kommenden jahren mit den größeren jungs aufzunehmen. die firma hatte dafür schon immer eine gute ausgangsposition und mit dingen vom kaliber „new order“ sieht es sogar noch besser für sie aus. als modularsystem will „new order“ keine akzeptierten standards neu definieren, wie es bernard, peter, stephen and gillian einst taten, als sie computertechnologie in den gitarren-rock einführten, sondern es zielt eher darauf ab, eine bezahlbare, praktische und einfallsreiche lösung für die tägliche ablage zu schafffen. ein besonders nettes extra sind dabei die angebotenen regalbretter in zwei verschiedenen tiefen: ein „normales“ flaches regalbrett und eine tiefere, kistenähnliche einheit. eine relativ „naheliegende“ lösung, die eine welt voll neuer möglichkeiten eröffnet.

aus gründen, welche die firma selbst am besten kennt, hatte hay seinen orgatec-stand einem käfig ähnelnd errichtet. vielleicht war dies eine metapher für das gefährlich gute design der ausstellungsstücke. vielleicht war es eine metapher für die wilden gefühle, die die möbel freisetzen sollten. vielleicht was es eine verschleierte kritik am globalen design-zoo. vielleicht hatte ihnen auch jemand gesagt, dass wilde tiere die kölner messehallen durchstreifen – immerhin waren sie das erste mal auf der orgatec dabei. was immer auch der grund gewesen sein mag, es war ein lohnendes erlebnis, diesen „knast“ von innen zu sehen. und den meetings und diskussionen nach zu urteilen, die dort stattfanden, als wir da waren, können wir erwarten, dass hays portfolio auf interessante und ausgefallene weise wachsen wird… vermutlich werden wir alle im februar in stockholm mehr wissen. und vergesst nicht: ihr habt es hier zuerst gelesen! naja, beinahe jedenfalls.

orgatec 2012 stefan diez new order hay

orgatec 2012: new order von stefan diez für hay – die hohe version

orgatec 2012 stefan diez new order hay deep

… und die niedrige version mit “schubladenbrett”



ausflug: herbstfarben mit thonet

Montag, 12. November 2012

thonet hatte wohl beschlossen, in diesem herbst noch zusätzlich farbe in unser leben zu bringen. jedenfalls hatten wir diesen eindruck auf der orgatec 2012. als fortsetzung der einführung von farbe in ihrer 404/5/6-serie von stefan dietz und bei mart stams klassiker s 43 präsentierte thonet in köln die brandneue 330-kollektion von läufer & keichel aus berlin. inspiriert vom „ambiente der theaterbühnen, literaturcafés und künstlerateliers“, bilden die 330er eine entzückende familie von holzstühlen, weitgehend im einklang mit der thonet-tradition, deren farben in jeder hinsicht so eindrucksvoll sind wie die reduzierte gestalt und ergonomische form. obwohl er uns auf der orgatec vorgestellt wurde, finden wir, dass der 330 kein bürostuhl im engeren sinn ist, sondern sich sehr für den hausgebrauch oder auch die gastronomie empfiehlt. auf der orgatec avancierte der 330 zu einem echten schmuckstück und passte auch perfekt in das herbstliche ambiente.

außer angenehmen farben präsentierte thonet das neue s 180-programm des berliner designstudios delphin design – eine erweiterung und weiterentwicklung der bestehenden programme s 160 und s 170. weiterhin konnten wir den stuhl s 774 bewundern, auf den die firma – zu recht – sehr stolz sein kann. der in zusammenarbeit mit kegelmann technik entwickelte s 774 ist eine neuinterpreatation von eddie harlis’ 1954er holzstuhl s 664. er kombiniert die werkstoffe kohlenstofffaser, plastik und epoxidharz unter verwendung der harzspritzpresstechnologie, die eigentlich für die automobilindustrie typisch ist. als erster mit diesem verfahren hergestellter stuhl bietet der s 774 nicht nur eine bestechende “hinter-glas”-optik, sondern verbessert auch den komfort und die haltbarkeit des ursprünglichen designs von harlis. ein stuhl und ein verfahren, auf die wir vermutlich regelmäßig zurückkommen werden…



neues berlin-designbuch

Donnerstag, 08. November 2012

das neue zitty-designbuch ist da! sein schwerpunkt liegt diesmal auf dem thema arbeit. es geht dabei unter anderem um die ausgestaltung von arbeitsplätzen. wie sah ein arbeitsplatz gestern aus? und wie gestaltet er sich in der zukunft? auch möbeldesign spielt eine große rolle. klassiker aus dem bauhaus archiv werden vorgestellt. erzählt wird zum beispiel die geschichte des berühmten bürostuhls mirra. der leser bekommt zudem interessante einblicke in verschiedene berliner büros, vom finanzministerium bis zum kreativhauptquartier von dawanda. ein serviceteil bietet rund 300 berliner design(er)adressen. weitere infos über das designbuch findet ihr hier. das zweisprachige “zitty spezial: designbuch 2012/2013″ ist für € 12,50 zu haben. und bestellen könnt ihr es hier!



ausflug: orgatec 2012 & der vitra-korkschreibtisch

Samstag, 27. Oktober 2012

eines der überraschendsten und wirklich bezaubernden objekte auf der orgatec 2012 war ohne frage das cork desk-system von ronan und erwan bouroullec, designt für vitra. sicherlich ist es auch an einem langen abend, den man begeistert mit pyramidenbauen aus bierdeckeln verbracht hat, entstanden… der korkschreibtisch ist ein trügerisch einfaches system, bestehend aus einem langen tisch mit mehreren, teilweise abgeschotteten und akustisch geschützten, arbeitsplätzen, die fast vollständig biologisch abbaubar sind.

fasziniert, aber nicht hundertprozentig unseren augen trauend, haben wir uns in einem günstigen augenblick ronan bouroullec geschnappt, um ihn schnell über das projekt auszufragen.

minimumblog: zunächst einmal, weshalb eigentlich kork? wenn wir richtig informiert sind, ist das ein ziemlich neues material für euch?

ronan bouroullec: ja, wir haben noch nie mit kork gearbeitet, aber als material ist es wirklich interessant. es ist schalldämmend, wird seit langem in akustikplatten verwendet, und ist eben ein natürliches material. also dachten wir, es wäre sehr spannend, zu versuchen, es auf genau diese weise zu verwenden. im laufe der jahre der zusammenarbeit mit vitra, kvadrat und anderen unternehmen, haben wir ständig versucht, eine gewisse weichheit, ja fast eine sinnlichkeit in unsere arbeiten zu bringen. wir leben ja in einer harten welt und brauchen deshalb eine gewisse weichheit. ich bin immer mehr davon überzeugt, dass das, was wichtig ist, eher die atmosphäre oder stimmung eines objektes ist als das objekt selbst. deshalb versuchen wir, design-lösungen zu entwickeln, die nicht nur in bezug auf die funktionalität interessant sind, sondern auch zur verbesserung der atmosphäre beitragen.

minimumblog: funktionalität ist ein gutes stichwort. liegt es an uns, oder ist die zusammensetzung des stückes oder gar die idee dahinter neu?

ronan bouroullec: neu ist der typ dieser arbeitsplatte, bei welcher der nutzer quasi von einer mauer umgeben ist. die mauer schützt ihn von der seite und von vorn, jedoch nicht vollständig. das system hat auch offene stellen und wenn man mit jemandem sprechen möchte, braucht man sich nur ein wenig zur seite zu lehnen. es erlaubt also kommunikation! außerdem hat der schreibtisch eine sehr schöne organische form, die kurven sind sehr sanft und fließen natürlich.

minimumblog: vor ein paar jahren habt ihr uns erzählt, dass ihr sehr an der schaffung von räumen in räumen interessiert seid. können wir das objekt als eine art fortsetzung dieser experimente werten?

ronan bouroullec: ja, auf jeden fall. große, offene räume, wie büros und öffentliche gebäude, wird es immer geben, aber man muss den menschen darin auch räumlichkeiten anbieten, in die sie sich zurückziehen können. deshalb brauchen wir alternative lösungen, wie wir diese offenen bereiche organisieren.



handmade in germany

Dienstag, 23. Oktober 2012

die aktuelle ausstellung im direktorenhaus “handmade in germany” zeigt neueste produkte von 30 design-meistern, innovativen herstellern und experimentellen designern. sie ist quasi eine verkürzte auflistung von objekten der aktuellen deutschen designszene und stellt uns interessante möbel, musikinstrumente, geschirr, inneneinrichtungen und vieles andere vor. und: sie belegt einmal mehr die qualitative design-ästhetik unseres landes. nach der exzessiven produktion des letzten jahrtausends, gibt es nun eine deutliche nachfrage nach begrenzt verfügbaren, qualitativ hochwertigen und einzigartigen produkten. “handmade in germany” vertritt eine auswahl von deutschen designern und manufakturen -  vom hoch spezialisierten handwerker bis hin zur fabrik. allen gemeinsam ist jedoch die qualität der arbeiten und die liebe zum detail…

handmade in germany

27. oktober bis zum 14. november 2012

direktorenhaus, ℅ illustrative e.v.

am krögel 2 in 10179 berlin

tel.  27595587

http://www.direktorenhaus.com/handmade_2012