Archiv für die Kategorie ‘designer’


sinnfindung im erbe von mies van der rohe

Samstag, 11. Mai 2013

an der udk könnt ihr momentan eine sehr interessante ausstellung besuchen. “sinnfindung im erbe von mies van der rohe. werk werner blaser – edition löffler” gewährt euch den blick eines zeitzeugen der moderne auf die damalige welt. das erbe von mies van der rohe bildet dabei den rahmen für das fotografische lebenswerk des schweizer architekten und publizisten werner blaser. im mittelpunkt der ausstellung stehen die bauwerke van der rohes sowie klassische japanische architektur. die intensive auseinandersetzung mit dem menschen und dem werk van der rohes spiegelt sich vor allem auch in den eigenen möbelentwürfen blasers wider. die edition löffler zeigt uns seine selbst gefertigten möbel sowie einen dokumentarfilm über den mittlerweile 89-jährigen. ein besuch lohnt sich! der eintritt ist frei.

sinnfindung im erbe von mies van der rohe. werk werner blaser – edition löffler

25. april bis 30. mai 2013, mo bis sa von 10 bis 19 uhr

@ udk berlin, eingangshalle und quergalerie

hardenbergstraße 33  in berlin

http://www.udk-berlin.de/sites/content/themen/aktuelles/index_ger.html?infoID=e209209



berliner designpioniere: peter behrens

Dienstag, 30. April 2013

es ist wohl nicht übertrieben zu behaupten, dass 99% der berlinbesucher mit einer erinnerung an die arbeiten von peter behrens, einem der ersten und bedeutendsten industriedesigner, nach hause zurückfahren. und es ist ebenso wahr, das 99,9% davon in glückseliger unwissenheit eben dieses umstandes leben. und das passt irgendwie zu dem mann, der sowohl dazu beitrug die hinwendung zum modernismus zu definieren sowie die karrieren vieler der bekanntesten vertreter desselben modernismus ins rollen zu bringen, selbst aber weitgehend unbekannt geblieben ist…

1868 in hamburg geboren, studierte peter behrens zunächst malerei, ehe liebäugeleien mit dem jugendstil ihn zum glas- und keramikdesign sowie verwandten handwerken brachten. 1899 trat peter behrens der darmstädter künstlerkolonie bei, ein schritt, der ihn dazu ermunterte, sein erstes architektonisches projekt in angriff zu nehmen und sich generell weiter von “reiner” zu angewandter kunst hin zu bewegen. 1904 verließ er darmstadt, um einer ernennung zum direktor der kunstgewerbeschule düsseldorf zu folgen, ehe er 1907 in berlin sein eigenes archtitekturbüro gründete. eigentlich war es in neubabelsberg, aber wir wollen, wenn ihr nicht darauf besteht, keine haarspalterei betreiben.

die aeg-turbinenhalle in berlin von peter behrens

ebenfalls im jahre 1907 nahm er die einladung an, als “künstlerischer berater” für den deutschen elektrikwarenhersteller aeg tätig zu werden: eine stelle, die peter behrens nicht nur als einen der ersten industrie- bzw. corporate-designer etablierte, sondern auch den beginn seiner einflussnahme auf die architektur berlins markiert. im sinne eines vorzeitlichen dieter rams war peter behrens bei der aeg für die entwicklung und kontrolle aller aspekte der firmenmarke verantwortlich: von aschenbechern und uhren über logos und werbebroschüren bis hin zu gebäuden – bauten, die heute noch als wunderbare zeugen der menschheit und ihrer ideen in berlin stehen.

angefangen mit der majestätischen turbinenhalle in moabit aus dem jahre 1909, vollendete peter behrens im folgenden jahrzehnt, neben fabrikgebäuden und fertigungshallen, wohnsiedlungen für aeg-arbeiter, zum beispiel in oberschöneweide oder lichtenberg. zwei sehr gut zugängliche beispiele von peter behrens’ zusammenarbeit mit der aeg kann man entlang der linie u8 entdecken. von der aeg 1907 als “gn-linie” geplant, die gesundbrunnen mit neukölln verbinden sollte, wurde die planung und verwirklichung der heute als u8 bekannten u-bahnlinie weitgehend von alfred grenader geleitet, allerdings sind die stationen bernauer straße und moritzplatz werke von peter behrens. sehr typische beispiele übrigens. die arbeiten peter behrens’, eines bekennenden und bekannten bewunderers schinkels, schreien nach der vergangenheit. aber sie schreien im schlichten verständnis des jugendstils. klar, es finden sich säulen und bögen in seinen bauten. aber diese sind – im gegensatz zu den übermütigen dekorationen von ehedem –  nüchterne technische strukturen. insofern bildet peter behrens’ schaffen unbestreitbar eine brücke zwischen neoklassizismus und modernismus. eine brücke, die peter behrens 1930 in voller länge mit seinen monumentalen bauten alexanderhaus und berolinahaus am alexanderpaltz überschritt – zwei der besten beispiele für den späten europäischen modernismus in berlin. und leider auch zwei der am zuverlässigsten übersehenen meisterwerke in der stadt.

alexanderhaus von peter behrens am alexanderplatz

peter behrens’ einfluss auf die entwicklung von design und architektur geht dabei über die von ihm verwirklichten gebäude hinaus. um zum vergleich mit dieter rams zurückzukehren: auch peter behrens hatte bedeutenden einfluss auf folgende generationen von designern und architekten. kurz vor seiner offiziellen anstellung bei der aeg veröffentlichte peter behrens ein essay mit dem titel “kunst und technik”, in dem er zugunsten einer engeren zusammenarbeit der künste mit der industrie argumentierte. es war eine der ersten schriften mit diesem tenor und ein text, in dem zum beispiel viele der grundgedanken des bauhauses zu finden sind. zusätzlich entströmte eine konstante anzahl vielversprechender junger architekten den türen peter behrens’ studios in babelsberg: vielversprechende junge architekten die von einem mann zu lernen hofften, dessen arbeiten sie respektierten und bewunderten. darunter sind le corbusier, mies van der rohe und walter gropius nur drei der klangvollen namen derer, die in den jahren vor dem ersten weltkrieg mit und für peter behrens arbeiteten.

obwohl peter behrens zugegebenermaßen zu anderen städten und regionen engere beziehungen hatte als zu berlin, war die zeit, die er in berlin verbrachte nicht nur für seine eigene karriere entscheidend, sondern vor allem für den erfolg des europäischen modernismus, des bauhauses und dessen, was wir heute unter industriedesign verstehen. und damit gehört peter behrens in das pantheon der berliner designpioniere. wir werden in den nächsten monaten das werk und das erbe peter behrens‘ eingehender betrachten. aber für heute erstmal ein paar fotos einiger seiner berliner arbeiten.

und wo bleibt das eingangs erwähnte allgegenwärtige behrens-andenken? nun, der schriftzug „dem deutschen volke“ am reichstagsgebäude ist in einer speziell für dieses bauprojekt von peter behrens und anne simmons entwickelten schrifttype eingraviert. und welcher tourist macht kein foto vom reichstag?



yamamoto: zwischen modedesign und kunst

Sonntag, 21. April 2013

der japanische designer und künstler yohji yamamoto kommt diese woche erstmalig nach deutschland, um seine arbeiten, objekte und projekte zu präsentieren. die in berlin stattfindende show “cutting age” zeigt verschiedene performances und installationen, die das wirken yamamotos im grenzbereich zwischen mode und kunst bestens widerspiegeln. detaillierte infos zu den einzelnen veranstaltungen des meisters findet ihr hier.

cutting age by yohji yamamoto

25. bis 29. april 2013

www.yohjiyamamoto-cuttingage.de



designschneider

Donnerstag, 28. Februar 2013

dieses designstudio ist uns neulich hier in berlin und auf der ambiente 2013 über den weg gelaufen. sie kreieren möbel, wohnaccessoires, bäder, geschirr und vieles mehr. alles mit geschmeidigen, wunderbaren formen. aber auch urnen und särge. ja, ja, das ist bei uns hängen geblieben und natürlich der name: designschneider. aber überzeugt euch doch selbst: http://www.designschneider.de/



das dmy ruft!

Dienstag, 26. Februar 2013
designer, unternehmen und institutionen sind seit kurzem aufgerufen, sich für das nächste internationale designfestival dmy zu registrieren. bewerbungen für die folgenden drei sparten sind herzlich willkommen:

 

dmy aussteller > marken, unternehmen, designer, architekten

dmy neue talente > aufstrebende designer und architekten

dmy universitäten > schulen, hochschulen, akademien

 

genaue infos zum bewerbungsprozedere gibt es hier:
http://dmy-berlin.com/en/news/dmy-international-design-festival-2013

 



gertrud arndt: eigentlich wollte ich ja architektin werden…

Freitag, 22. Februar 2013

am 29. januar eröffnete das bauhaus-archiv den letzten teil seiner “weiblichen” bauhaus-reihe mit einer, der weberin und photographin gertrud arndt gewidmeten ausstellung. der titel der ausstellung “eigentlich wollte ich ja architektin werden…” nimmt bezug auf den grund, aus dem gertrud arndt sich entschlossen hat, sich am bauhaus weimar einzuschreiben. das einzige problem war, dass es 1923 keine architekturabteilung am bauhaus weimar gab. wie übrigens auch zu keinem anderen zeitpunkt. folglich begann gertrud arndt, nach erfolgreicher absolvierung des vorkurses, mit dem studium der weberei, wobei ihr berühmtestes werk zweifellos der teppich war, den sie für walter gropius’ büro kreierte.

neben ihrem studium brachte sich gertrud arndt selbst das photographieren bei, das, neben ihrer natürlichen begabung für die weberei, nach abschluss des studiums den schwerpunkt ihrer kreativität bilden sollte. 1927 heiratete sie ihren studienkollegen alfred arndt. das paar verließ das bauhaus 1928, damit alfred seine architekturtätigkeit aufbauen konnte. sie kehrten allerdings 1929 zum bauhaus dessau zurück, als alfred zum direktor der ausbauabteilung mit den werkstätten für tischlerei, metall und wandmalerei ernannt wurde, eine stelle, die er dann bis 1931 innehatte. in dieser zeit hatte gertrud arndt keine formelle rolle oder beziehung zum bauhaus, allerdings schuf sie 1930 eine serie von 43 selbstportraits, die sogenannte “maskenprotrait”-serie, die auf vielfache weise ihre bekannteste arbeit wurde und auch eines der bekanntesten beispiele für bauhaus-photographie.

“eigentlich wollte ich ja architektin werden…” verspricht eine umfassende und so kaum dagewesene sammlung von arndts textildesign-, tufting- und photographieschaffen aus ihren jahren in weimar und dessau, aber auch eine detailliertere erforschung der frau hinter den werken. zusätzlich zur ausstellung hat das bauhaus-archiv berlin ein begleitprogramm organisiert, das unter anderem aus einer einführung in die photographie-technologie der 20er und 30er jahre von markus hawlik und einer demonstration der möglichkeiten des bauhaus-webstuhls der weberin ilsebill zintel besteht. “eigentlich wollte ich ja architektin werden… gertrud arndt, bauhaus weberin und photographin 1923-1931″ läuft im bauhaus-archiv berlin noch bis zum 22. april 2013. details zur ausstellung sind unter http://www.bauhaus.de/aktuelles/sonderausstellungen zu finden.

beispiele des textildesigns von gertrud arndt, wie im bauhaus gesehen @ art as life, barbican gallery london



berlin design interview: uli feuersänger

Montag, 18. Februar 2013

beim rundgang der universität der künste berlin 2012 fanden wir ja den schreibtisch hide von uli feuersänger am spannendsten von allen projekten. er sah für uns so aus, als hätte ihn jemand ohne die, sagen wir, volle und formale zustimmung der verantwortlichen dort platziert.

so endete unser post über das projekt mit den worten “alles in allem waren wir von “hide” sehr beeindruckt und hoffen, dass uli die chance ergreift, die idee in den kommenden semestern weiterzuentwickeln. und dass es wieder ganz unerwartet, einsam und verlassen in einer anderen ecke auftaucht…”

und so kam es dann auch. auf den designtagen brandenburg 2012 wirkte das projekt zwar nicht verloren und stand auch in keiner ecke, sondern war teil von uli feuersängers offiziellem stand auf dem “design markt”. aber unerwartet war es dennoch. den wir hatten angenommen, uli wäre mehr berlin als brandenburg…

neben hide nutzte uli feuersänger die designtage brandenburg, um einen ganz großartigen schaukelstuhlen zu präsentieren: “freischaukler”. für uns eine völlig neue herangehensweise an das schaukelnde bzw. schwingende möbelstück, die dennoch eine sehr vertraute, sehr zugängliche formensprache aufweist, der man sich kaum entziehen kann.

da wollten wir natürlich mehr drüber erfahren.

minimumblog: abgesehen von deiner arbeit wissen wir nichts über dich. also, um das zu ändern: du hast dein studium beendet, studierst noch, willst nicht studieren…?

uli feuersänger: ich studiere noch, und zwar industriedesign an der udk berlin. zuerst habe ich angefangen bauingenieurwesen in hamburg zu studieren, aber, obwohl ich das fach interessant fand, habe ich schnell gemerkt, dass das nicht mein ding ist. oder besser gesagt, dass ich eine falsche vorstellung von dem hatte, was das studium beinhaltet und so war ich gezwungen ernsthaft darüber nachzudenken, was ich wirklich machen will, und seit 2010 ist das design an der udk.

minimumblog: und warum design?

uli feuersänger: ich habe immer gern mit meinen händen gearbeitet und ich habe früher schon überlegt, vielleicht in richtung design zu gehen, aber kam dann irgendwie von der idee ab. in dem sinne habe ich in hamburg also die idee wieder-entdeckt.

minimumblog: da stellt sich die frage, ob du in hamburg irgendwas gelernt hast, was dir jetzt in deinem designstudium hilft? Wir denken da vor allem an die technischen aspekte.

uli feuersänger: wir haben in hamburg so sachen wie statik gelernt, aber das wichtigste, was ich gelernt habe, war, dass man mit der richtigen einstellung alles lernen kann, was man will. und wenn ich mich nun in einer ungewohnten situation befinde, z.b. etwas konstruieren muss, dann weiß ich, dass ich eine antwort finde, wenn ich mir mühe gebe und nicht aufgebe. das war eine wichtige lektion aus hamburg.

minimumblog: das erste projekt, das wir von dir gesehen haben, war der schreibtsch “hide”. kurz zum hintergrund: war es ein semesterprojekt oder entstand es aus einer persönlichen initiative heraus?

uli feuersänger: ein freund hatte mich gebeten, ihm einen schreibtisch zu bauen. daraus entstand die idee. dann konnte ich es in ein semesterprojekt involvieren und die weitere entwicklung fand an der udk statt.

minimumblog: das zentrale element ist für uns die idee mit den schubladen an den seiten, war das teil deines auftrags?

uli feuersänger: der wunsch war ein kleiner schreibtisch, die schubladen waren letztlich eine konsequenz aus der pult-form, die das wahre herz des designs bildet. das pult ist eine der klassischsten schreibtischformen: mönche nutzten eines und sogar als ich in der schule war, hatten wir pulte, wenn auch welche mit einem geringen gefälle. bei hide ist die tischplatte bewusst übertrieben geneigt, wodurch die leute davon abgehalten werden sollen, sie als ablage zu nutzen. daher ist auch keine abschließende leiste am unteren ende der platte angebracht. man kann ohne probleme einen laptop auf der platte abstellen und benutzen, aber es ist keine fläche, wo man einen bücherstapel ablegt und einfach liegen lässt.

minimumblog: um noch mal auf den udk rundgang 2012 zurückzukommen, unser eindruck war, dass hide nicht teil der offiziellen ausstellung war – das projekt wirkte wie eine guerrilla-aktion. täuscht das oder…?

uli feuersänger: es war so, dass hide als, im wesentlichen, freies projekt eigentlich kein teil des klassenprojekts war und nicht dahin gehörte, er sollte also auch nicht mit den restlichen arbeiten der klasse in einem raum ausgestellt werden. ich wollte das projekt aber zeigen und der platz vor der klassenausstellung schien mir der passendste dafür.

minimumblog: wir sind auf jeden fall sehr froh, dass du dich dafür entschieden hast.
das zweite mal, als wir deine arbeit sahen, war auf den designtagen brandenburg. da hast du neben hide auch noch den schaukelnden sessel “freischaukler” gezeigt. ganz kurz, was ist der hintergrund zum freischaukler?

uli feuersänger: ich habe damit in hamburg angefangen und er war teil meines bewerbungs-portfolios für die udk. der hintergrund ist, dass ich in hamburg in einem hochseilgarten gearbeitet habe, wo es eine schaukel, eine sogenannte “giant swing”, gab, die zwischen zwei pfosten angebracht war. jeder hatte immer angst, beim schaukeln gegen die pfosten zu stoßen. das war aber nicht möglich, da die schaukel so konstruiert war, dass sie immer geradeaus schaukelt. aus dieser konstruktion heraus entstand die idee, einen stuhl mit niedriger schwerpunktachse zu entwerfen, bei dem man keine angst haben muss, überzukippen. bei einem normalen schaukelstuhl befindet sich das schwerpunktzentrum über dem bewegungspunkt, beim freischaukler hingegen liegt das schwerpunktzentrum unter dem bewegungspunkt, was nicht nur stabiler ist, sondern auch bedeutet, dass man – solange man schaukelt – das gefühl hat zu schweben. in den letzten jahren habe ich den freischaukler noch weiterentwickelt und der stuhl, der in potsdam gezeigt wurde, entstand schließlich erst in den udk workshops und mit hilfe eines polsterers in berlin.

minimumblog: wir haben nicht die chance gehabt, auf den designtagen brandenburg mit dir zu sprechen. wie war es für dich? war es eine positive erfahrung?

uli feuersänger: ja, es war definitiv eine sehr positive erfahrung, es gab eine menge positives feedback von den besuchern. es war z.b. das erste mal, dass ich den freischaukler öffentlich ausgestellt habe und es war faszinierend zu beobachten, wie die menschen reagieren. so viele menschen haben ja noch nicht in dem sessel gesessen und daher ist es sehr schön, dass sie alle mit einem lächeln im gesicht aufgestanden sind.

minimumblog: gab es unter den reaktionen auch vorschläge für eine weiterentwicklung des freischauklers?

uli feuersänger: es gab eine unglaubliche menge von vorschlägen und ideen. zum beispiel wünschten sich die leute eine kopfstütze, sodass der sessel noch mehr entspannung bietet. aber ob und wie ich ihn weiterentwickle, bleibt offen.

minimumblog: in diesem sinne, suchst du jetzt nach herstellern oder wie ist der plan?

uli feuersänger: über den freischaukler habe ich mit einigen herstellern gesprochen, aber bis jetzt hat sich daraus noch nichts ergeben. daher überlege ich jetzt, wie ich am besten weitermache. ich würde natürlich gerne einen hersteller finden, aber wenn jemand den sessel will, kann ich ihn auch als einzelstück produzieren. im gegensatz dazu liegt beim hide noch eine menge entwicklungsarbeit vor mir, aber auch da ist der plan nach einem hersteller zu suchen, wenn ich mit der entwicklung weiter bin.

mehr informationen über hide und freischaukler gibt es unter www.entwurfundkonstruktion.de

Berlin Design Interview Uli Feuersänger Freischaukler Hide Designtage Brandenburg

freischaukler und hide von uli feuersänger bei den designtagen brandenburg

Berlin Design Interview Uli Feuersänger Freischaukler

freischaukler von uli feuersänger, in action, sozusagen.

Hide by Uli Feuersänger

hide von uli feuersänger beim udk rundgang 2012

Berlin Design Interview Uli Feuersänger Hide desk

… und auch er in action, sozusagen.



paperworld 2013: adam+harborth für e+m holzprodukte

Samstag, 02. Februar 2013

2003 führte das münchner/berliner designstudio adam+harborth ein studienprojekt durch, das die ergonomie von „optical pens“ hinsichtlich der verwendung beweglicher schreibgeräte untersuchte. soweit wir wissen, zeigte das studienprojekt keine konkreten ergebnisse, wahrscheinlich weil es von anfang an nur als studie gedacht war, aber wahrscheinlich auch aufgrund des den kunden umgebenden chaos und dessen späterer erzwungener „reorganisation“. deshalb amüsiert es uns über die maßen zu entdecken, dass jörg adam und dominik harborth pünktlich zur messe paperworld 2013 in frankfurt neue produkte für e+m holzprodukte  – einen der ältesten deutschen hersteller von federhaltern – herausbringen.

wir vertreten seit langem die überzeugung, dass die zukunft analog ist. langsam, aber sicher, beginnt die welt zu erkennen, dass wir recht haben… zugegeben, rein technisch gesehen sind federhalter nicht mehr das rückgrat des portfolios von e+m holzprodukte. aber nach angaben der firma exportierte sie zu beginn des 20. jahrhunderts ihre federhalter in über 10.00 farben und formen in alle ecken der welt, was einfach nach einem absolut phänomenalen geschäftsaufkommen klingt. jedoch war es irgendwie vorhersehbar, dass mit den tagen, da man eine gans fangen musste, um einen brief zu schreiben, auch der einträchtige handel mit federhaltern zu einer erinnerung wurde… eine situation, die zusammen mit im zweiten weltkrieg entstandenen schäden, die firma dazu veranlasste, sich auf andere geschäftsfelder zu konzentrieren. 1983 kam dann neues blut in die firma, und mit ihm die rückkehr zu den schreibinstrumenten. und in den vergangenen 30 jahren entwickelte e+m holzprodukte eine faszinierende sammlung von füllern, kugelschreibern, tunkfederhaltern und allgemeinem bürobedarf. alles “made in germany” und größtenteils, wenn auch nicht ausschließlich, aus heimischem holz gefertigt.

auf der paperworld 2013 wird e+m holzprodukte adam+harborths holzkugelschreiber king und bow vorstellen, sowie king cuio, einen in lederstreifen gehüllten kugelschreiber. die kugelschreiber ergänzen die 2012 von e+m holzprodukte herausgegebene adam+harborth brixxs-kollektion von schreibtischsets, eine produktfamilie, die viele der markenzeichen des ansatzes von adam+harborth für organisation und ablage aufweist. wenn man in solch’ einem zusammenhang von markenzeichen sprechen kann. was man kann, denken wir. vollständige details zu king, bow, king cuio und brixxs findet ihr hier: http://adamharborth.com

king, bow & king cuio von adam+harborth für e+m holzprodukte

brixxs von adam+harborth für e+m holzprodukte



berlin 2.0 in der pariser galerie s. bensimon

Freitag, 01. Februar 2013

das beste, was berlins design zu bieten hat, war mitte januar nicht nur bei der imm köln zu sehen. es eröffnete auch am freitag, den 18. januar, die galerie s. bensimon in paris ihre jüngste ausstellung “berlin 2.0”. der galeriewebsite zufolge “verantwortet” das 25. jubiläum der städtepartnerschaft zwischen berlin und paris den anlass der ausstellung . motiviert durch die “silberne” städtepartnerschaft reiste serge bensimon, der namensgeber der galerie, nach berlin, um herauszufinden, inwieweit man von einem „berliner design“ sprechen kann: gibt es etwas gleichförmiges hinsichtlich der philosophie, des ansatzes, der konzepte? was, wenn überhaupt irgendetwas, passiert in berlin, das es nur hier gibt oder als „berlin“ erkennbar ist? inwiefern hat, kann, hat und wird die internationale vielfalt der berliner designszene zu etwas verschmelzen, das etwas wie eine bewegung hervorbringen kann? die antworten auf diese und ähnliche fragen werden durch arbeiten von neun berliner designstudios ausgedrückt: von johanna dehio, mark braun, werner aisslinger, julian appelius, herman august weizenegger, llot llov, andrea brena, e27 und fabien dumas.

zu entscheiden, wie gut diese die fragen beantworten und was die fragen eigentlich sind wird jedem besucher selbst überlassen. wir haben die ausstellung noch nicht besuchen können und es bleibt offen, ob wir es überhaupt tun. jedenfalls war andrea brena auf der vernissage und hat sich freundlicherweise bereit erklärt, ein paar photos für uns zu machen. merci, andrea. seine e-mail dazu endete mit “vive la france!!!!!”, was sich vermutlich auf ihn selbst bezieht. und die ausstellung, natürlich. berlin 2.0 in der galerie s. bensimon ist bis zu einem leider nicht spezifizierten termin in der zukunft zu besichtigen. weitere informationen gibt es unter www.gallerybensimon.com/en.



imm cologne 2013: atelier haußmann

Dienstag, 15. Januar 2013

in den letzten jahren brauchte man bei der imm cologne, wenn man auf der suche nach interessantem und innovativem möbeldesign war, nur in die halle 11 gehen. außerdem bot die halle 3 eine art unauffällige spezialistenrolle, voll mit studenten, frischen absolventen und kleinen herstellern, wie auch die berliner von atelier haußmann. da die unis die halle allerdings verlassen haben und ihre zelte in der stadt aufgeschlagen haben, hat sich die halle 3 auf der imm cologne in ein zweites zentrum für moderne möbeldesigns und zeitgenössisches wohnen verwandelt. u.a. mit thonet, vitra und e15. und atelier haußmann. aber so gerne wir auch behaupten möchten, dass die aktuelle europäische möbelindustrie in die halle 3 gezogen ist, um in der nähe von atelier haußmann zu sein, befürchten wir, dass der grund sehr viel banaler ist. unabhängig davon war es nicht nur schön sie zwischen solch glanzvollen unternehmen zu sehen, sondern auch in so einer “passenden”, “professionellen” halle.

der fokus vom atelier haußmann auf der imm cologne 2013 liegt auf hama von mark braun. wie wir in unserem früheren post über hama erwähnt haben, stand mark braun ursprünglich mit einem italienischen hersteller in kontakt, es kam aber zu keiner übereinkunft darüber, wie das projekt entwickelt werden soll, und so platzierte mark es in der black box auf der qubique. atelier haußmann fand es und herauskam ein stuhl aus gebogenem stahl mit einer sehr charakteristischen, ansprechenden persönlichkeit. und schließlich eine erfolgsgeschichte der qubique berlin 2011.

erhältlich ist hama in einer “standard” und einer “lounge” version und mit oder ohne polsterung. der stuhl von mark braun besteht aus stahlrohr und blech und verbindet einen retro-industrie-chic mit einer eleganten, reduzierten ästhetik. hama funktioniert im innen- wie außenbereich und im häuslichen wie kommerziellen bereich. und er passt nicht zuletzt perfekt in das portfolio von atelier haußmann.

wahrscheinlich mehr zufällig als gewollt, bringt atelier haußmann alle zwei jahre ein neues produkt von einem externen designer auf den markt. 2008 affe und lackaffe von thesenfitz & wedekind, gefolgt von zascho petkows ringe 2010 und jetzt hama. das ist die art sensibler und zurückhaltender produktrelease-rythmus, den wir aus ganzem herzen befürworten. und das heißt natürlich, dass wir uns schon jetzt auf die imm cologne 2015 freuen.

wir halten euch auf dem laufenden.

mehr informationen über hama von mark braun und das ganze atelier haußmann gibt es unter www.atelierhaussmann.de

IMM Cologne 2013 Atelier Haussmann Mark Braun Hama

imm cologne 2013: atelier haußmann mit hama von mark braun

Hama by Mark Braun through Atelier Haußmann Instant Stories Made in Berlin Milan 2012

und hama bei “instant stories made in berlin”, mailand 2012