die minimum-redaktion wünscht allen lesern ein frohes und erholsames osterfest!
Archiv für die Kategorie ‘allgemein’
minimum wünscht einen guten rutsch!
Montag, 31. Dezember 2012die minimum-redaktion wünscht
allen lesern, followern und design-fans
ein gesundes & großartiges 2013!
frohes fest!
Montag, 24. Dezember 2012die minimum-redaktion wünscht allen lesern und designfans eine wunderbare & erholsame weihnachtszeit! genießt die feiertage und freut euch auf noch mehr infos & termine rund um das thema design in berlin…
eure minimum-redaktion
*** designmomente – in berlin & umgebung ***
orgatec 2012 interview: osko+deichmann, “plot” für brunner
Freitag, 19. Oktober 20121998 gründeten blasius osko und oliver deichmann das designstudio wunschforscher; eine plattform hauptsächlich für konzeptionelle, experimentelle projekte, wie den sushi roller – eine art zigarettendrehmaschine für sushi – oder toptable – einen kreativen arbeitsplatz, der die herkömmliche arbeitsweise hinterfragt.
2003, nachdem sie ihren abschluss an der udk berlin gemacht hatten und erfahrungen in selbstständiger arbeit als designer gesammelt haben, verwandelten sie den größtenteils sehr experimentellen wunschforscher in das studio osko+deichmann, wo sie sich dem produktdesign, hauptsächlich möbeln, zuwandten. dem ersten kommerziellen produkt, dem ponton table für ligne roset, folgte bald eine ganze reihe von objekten für eine beeindruckende auswahl internationaler kunden, wie blå station, kundalini und moooi.
im april präsentierte der deutsche hersteller brunner in mailand osko+deichmanns neuestes projekt, das modulare öffentliche sitzsystem plot. es wirft einen frischen und herausfordernden blick auf öffentliche sitzmöglichkeiten, aber auch darauf, wie sitzgelegenheiten in unserer mobilen, technikbestimmten welt verwendet werden. plot überträgt die verantwortung, die funktion des objektes zu bestimmen, vom objekt selbst auf den nutzer: während die meisten möbel größtenteils vorgeben, wie sie benutzt werden sollen, erlaubt plot eine ganze reihe von verwendungsmöglichkeiten. außerdem ist es in unseren augen ein ästhetisches meisterwerk.
plot wird bei der orgatec 2012 mit einigen neuen features vorgestellt und wir haben vor der ausstellung die gelegenheit beim schopf ergriffen und mit blasius osko und oliver deichmann über den hintergrund und die idee hinter plot gesprochen.
minimumblog: gehen wir mal zurück zum anfang von plot: kam brunner auf euch zu oder seid ihr mit einer idee an sie herangetreten?
oliver deichmann: brunner ist an uns herangetreten; das erste gespräch fand 2010 in mailand statt. wir entwickelten prototypen verschiedener systeme, bevor wir uns auf das einigten, was später plot werden sollte. die eigentliche entwicklungszeit an plot selbst betrug dann ungefähr ein jahr.
minimumblog: wie sah eure ursprüngliche überlegung aus? wie habt ihr das projekt zunächst konzipiert?
blasius osko: für uns sollte das produkt von anfang an multifunktional sein, neue sitzmöglichkeiten bieten, visuell ansprechend sein und gleichzeitig im vergleich mit anderen öffentlichen sitzmöglichkeiten relativ kostengünstig sein.
oliver deichmann: außerdem war es uns wichtig, dass es die benutzer zur kommunikation animiert. in modernen unternehmen und büros verändert sich derzeit die arbeitsumgebung. der klassische schreibtisch ist nicht mehr so bedeutend wie er mal war und die zahl informeller meeting-situationen, also situationen, die irgendwo zwischen pause und arbeit liegen, nehmen zu. genau an solche situationen dachten wir, als wir plot designt haben.
minimumblog: für uns sieht plot aus wie ein produkt, das aus beobachtungen hervorging. geht ihr denn manchmal irgendwohin, zum beispiel zum berliner hauptbahnhof, und beobachtet, wie sich die leute verhalten?
oliver deichmann: ja, oder in flughafenlounges. aber das kann man eigentlich überall machen, sogar in der u-bahn. wir beobachten einfach, wo die leute sich hinsetzen, wie die freiräume gefüllt werden, wie viel platz die leute zwischen sich und leuten lassen, die sie kennen und welchen, die sie nicht kennen…
blasius osko: schon in der allerersten forschungsphase beobachteten wir die art, wie menschen in verschiedenen kontexten zusammensitzen und fragten uns beispielsweise, wo der unterschied zwischen dem sitzen in einem meeting und dem in einem warteraum liegt. dabei stellt man zum beispiel fest, dass zwar viele reisende am flughafen jacken und handgepäck dabei haben, aber keine ablagemöglichkeiten vorfinden, folglich legen sie ihre sachen auf den stuhl neben sich und nutzen den sitz für etwas ganz anderes als er eigentlich vorgesehen war. deshalb haben wir accessoires wie den korb entwickelt, in dem man solche dinge unterbringen kann. er basiert auf einem gewöhnlichen fahrradkorb, sodass die nutzer durch den visuellen bezug sofort vertraut damit sind.
minimumblog: visueller bezug ist ein gutes stichwort. wenn wir uns plot so ansehen, können wir eine linie sehen, die beispielsweise bis zum toptable zurückreicht. kann man sagen, dass das, was ihr in euren experimentelleren jahren gelernt habt, nun seinen weg in eure kommerziellen arbeiten findet?
oliver deichmann: ich denke schon, wenn auch in einem anderen kontext. es ist durchaus wichtig, dass wir so was wie das toptable gemacht haben. damals war das ganze aber mehr ein statement oder eine skulptur als ein wirkliches produkt. die ideen, die wir damals verfolgt haben, gibt es aber tatsächlich noch immer, heute allerdings in einer etwas konkreteren, zielgerichteten form.
minimumblog: als ihr eure idee bei brunner vorgestellt habt, haben sie sie direkt genommen oder hatten sie vorbehalte, so eine neue form des sitzens auf den markt zu bringen?
blasius osko: die reaktion von brunner war sehr positiv, vor allem deshalb, weil plot ein vielseitig nutzbares und modulares produkt ist, bei dem zum konventionellen sitzen neue arten des sitzens hinzukommen. brunner fand das sehr interessant. es kommt ein sehr modernes möbel in ihr portfolio und hoffentlich auch ein objekt, das neue standards bei öffentlichen sitzmöglichkeiten setzt.
minimublog: plot wurde ja in mailand vorgestellt, ist aber erst jetzt wirklich erhältlich. seid ihr denn mit den bisherigen reaktionen zufrieden?
oliver deichmann: das interesse an dem produkt ist sehr hoch und wir waren von den sehr positiven reaktionen und dem guten feedback, das wir bisher bekommen haben, überrascht. alles in allem sind wir sehr zufrieden damit, wie sich das produkt entwickelt.
plot von osko+deichmann für brunner kann auf der orgatec 2012 in halle 8.1 stand b059-a058 gesehen werden. oder unter www.oskodeichmann.com.
… und das brunner promotion video:
interview: moritz grund “einhundert: der designer und die dinge – ein selbstversuch”
Dienstag, 18. September 2012mit seinem text “einhundert: der designer und die dinge – ein selbstversuch” gewann der udk berlin absolvent moritz grund den wilhelm braun-feldweg-förderpreis für designkritische texte 2012.
in dem text beschreibt moritz eine persönliche reise, die im herbst 2003 begann, als er kurz nach seiner ankunft in berlin in seiner neuen wohnung sitzt und all seine besitztümer zählt. dabei kommt er auf nicht einmal 100. einige jahre später wiederholt moritz die übung und kommt zu seiner überraschung auf 767 objekte.
“wie ist meine beziehung zu all diesen dingen? und was kann ich als designer aus der antwort ziehen?”
um diese und ähnliche fragen zu beantworten, entschloss sich moritz seinen besitz zu reduzieren: zurück zur ausgangssituation mit etwa 100 stücken.
alles wird hinterfragt. alles wird geprüft. nichts ist sicher.
zusammengesetzt aus ungefähr 80 kurzen textsegmenten, einigen persönlichen anekdoten und etwas reiner designtheorie, stellt sich “einhundert” als eine erkundungstour nach unserer beziehung zu objekten dar, die in einem sehr zugänglichen und intelligent formulierten text vorgestellt wird.
bei der feier in berlin am montag, den 17. september 2012, erhielt moritz grund einen ganz besonderen preis, eine kopie seines kürzlich veröffentlichten buchs. kurz vor der preisverleihung haben wir moritz grund abgefangen, um mit ihm über das “experiment” zu sprechen und u.a. zu fragen, was er daraus mitgenommen hat.
minimumblog: die naheliegende erste frage: wie hat das experiment begonnen? bist du eines morgens aufgewacht und dachtest, „ich will weniger besitzen!“, oder wo lag deine motivation?
moritz grund: es gab nicht den einen moment, wo ich gesagt habe, “ok, jetzt starte ich das experiment…“. es entstand ganz langsam aus meiner damaligen situation und den erfahrungen, die ich damals gemacht hatte, heraus. damals bin ich ständig umgezogen und viel gereist, was automatisch dazu führte, dass ich weniger besitztümer anhäufte. und dann kam im zuge meines studiums die frage auf, wie man als produktdesigner all diese besitztümer verantworten kann, was mich dazu brachte die dinge aus einem anderen blickwinkel zu betrachten und schließlich die idee entstehen ließ zu dokumentieren, was ich besitze.
minimumblog: trotz des titels können wir den text nicht als einen versuch lesen den besitz auf 100 dinge zu reduzieren. war die “einhundert” so wichtig?
moritz grund: die zahl 100 fasziniert mich, weil es ein greifbarer zahlenraum ist. man kann problemlos bis 100 zählen, bis 100 euro handelt es sich um eine überschaubare summe… hängt man noch ein paar nullen hinten dran, wird es schon viel abstrakter. in dem experiment ging es nie darum am ende bei 100 dingen anzukommen, sondern darum, dass die sache mit ca. 100 dingen begonnen hat und wieder dahin zurückführen soll. zum schluss habe ich aufgehört zu zählen, wie viele objekte ich hatte, aber es waren ungefähr 200, 220 stück. was aber gar nicht entscheidend ist. entscheidend war diese extreme begrenztheit. die kleine menge diente dazu sich mit der großen menge zu beschäftigen. die zahl war mehr ein antrieb, ein werkzeug, um eine marke zu setzen.
minimumblog: in der mitte des textes stellst du deinen lesern eines deiner produkte vor – die lampenschirme fritzi und fritz. inwiefern ist es schlüssig, dass du neue produkte auf den markt bringst, während du gerade deinen eigenen besitz reduzierst?
moritz grund: fritzi und fritz entstanden stück für stück und in ihrem eigenen sehr speziellen, separaten kontext. die entscheidung sie in den text zu involvieren habe ich jedoch bewusst getroffen. in deutschland ist es schwer als kritiker ernstgenommen zu werden, viel zu oft folgt auf kritik das „dann mach es besser!“- oder „zeig uns doch, wie es geht!“-geschrei, was eigentlich nicht die rolle des kritikers sein muss. um dem gleich etwas entgegenzusetzen, wollte ich ein beispiel präsentieren, was verschiedene aspekte verkörpert, die ich als intelligente ressourcennutzung und öko-intelligentes design verstehe. fritzi ist nicht als lösung für jede denkbare situation gedacht, aber als eine kleine möglichkeit in einem kleinen szenario.
minimumblog: am ende des textes gibt es keine schlussfolgerung, stattdessen ist für uns das ganze buch mehr so etwas wie eine walzende serie von schlussfolgerungen. gab es trotzdem eine erfahrung oder ein ergebnis, das einen besonderen einfluss auf dich hatte?
moritz grund: es war nie geplant, dass es irgendeine form von schlussfolgerung oder resümee geben wird, viel mehr war es immer als sammlung von impulsen und denkansätzen gedacht, die die leute zum nachdenken über die dinge und produkte anregen soll. unter den dingen, die ich aus dem experiment mitgenommen habe, ist die tatsache, dass nahezu alles austauschbar ist und dass es ganz schwer ist, etwas zu finden, das wirklich so einzigartig, so wichtig ist, dass es sich lohnen würde oder dass es die anstrengung wert wäre es ständig bei sich zu tragen und verantwortung dafür zu übernehmen.
minimumblog: glaubst du, dass andere produktdesigner etwas aus deinen erfahrungen lernen können?
moritz grund: ich denke, ja. und da die meisten produktdesigner naturgemäß nicht so begeistert designtheorie lesen, habe ich den text bewusst so gestaltet, dass produktdesigner davon angesprochen werden, d.h. ich habe z.b. bewusst auf strittige begriffe verzichtet, alles in relativ kurzen abschnitten gehalten, eine nicht zwingend chronologische struktur gewählt usw. was man daraus lernen kann, ist, denke ich, dass man seine augen immer offen halten sollte, man über den tellerrand hinausblicken soll und dass man das, was man als produktdesigner macht, als etwas verstehen soll, das nur ein ansatz ist, um ein gestecktes ziel zu erreichen und keinesfalls wichtiger ist als alle anderen formen der gestaltung. außerdem dass man immer intelligent und direkt über die funktion dienstleistung eines produktes nachdenken sollte.
minimumblog: und hat die erfahrung dein konsumverhalten verändert, siehst du nun genauer hin und überlegst sorgfältiger, bevor du etwas kaufst?
moritz grund: ich würde sagen, ich schaue und überlege gründlicher. ich war nie der große konsument, aber die erfahrung hat definitiv die art und weise verändert, wie ich dinge sehe und es hat mir geholfen, einfacher und direkter mit objekten umzugehen. …nicht immer alles so ernst zu nehmen. und das ist etwas sehr positives. aber die erfahrung war auch im hinblick darauf positiv, dass ich den wert von objekten besser verstehen kann, z.b. was die materialien betrifft, und so wird der umgang mit den objekten verantwortungsbewusster.
minimumblog: kurz zum schluss, was bedeutet es für dich den bf-preis zu gewinnen?
moritz grund: der preis als solches ist wichtig, weil er der einzige deutschsprachige preis ist, der ernsthaft schreibende gestalter würdigt. aber auch die tatsache, dass der preis ein buch und nicht ein preisgeld ist, ist für mich zeichen eines ausgezeichneten konzepts, weil es bedeutet, dass ich z.b. die erfahrung machen kann mit verlegern, der presse und vielen anderen dingen, mit denen ich normalerweise nicht in kontakt käme, zu arbeiten. und die tatsache dass das alles in einer geregelten umgebung stattfindet, ist sowieso mehr wert als jedes preisgeld.
“einhundert: der designer und die dinge – ein selbstversuch” von moritz grund ist im niggli verlag erschienen und bei allen gut sortierten buchhändlern erhältlich.
designed in hackney day 2012 – nachhilfe für berlin?
Sonntag, 05. August 2012zugegebenermaßen ist es eigentlich etwas zu spät, um dem “designed in hackney day 2012″ in london noch einen post zu widmen, aber aus berliner perspektive ist ja auch weniger interessant, was bei so einem event passiert, als was dabei herauskommt. von daher liegen wir doch noch ganz gut in der zeit…
initiiert vom online designportal dezeen.com, war der “designed in hackney day” teil einer reihe, die dezeen seit anfang des jahres dem ostlondoner stadteil widmet. mal abgesehen davon, dass dezeen selbst in hackney ansässig ist, ist der grund für das interesse an hackney schnell erklärt: wenn ihr geglaubt habt, dass berlin schon mit schlecht frisierten, hornbrillentragenden kreativen verseucht ist, fahrt einfach mal nach hackney…
und es ist nicht nur die mode, die hackney und berlin verbinden. junge kreative talente rotten sich immer da zusammen, wo die mieten billig und die partys lang sind, ideen so freigiebig ausgetauscht werden wie lebenserfahrungen und die szene mit ihrer ganz eigenen, unersättlichen dynamik wächst. doch auch in so einem umfeld werden im laufe der zeit die sorgenfreien tage unweigerlich von der harten realität verdrängt – spätestens wenn einem klar wird, dass man für’s alter mehr will als das “es reicht zum leben”-budget. die frage, die also alle interessiert: welche kompromisse muss man eingehen, um diesen hippen lebensstil mit spießiger absicherung zu verbinden? oder was noch viel interessanter ist: muss man wirklich kompromisse eingehen?
der “designed in hackney day 2012″ will nun nicht nur die aktuelle situation der hackney designcommunity betrachten, sondern will auch reflektieren, welcher weg bereits hinter dem stadtteil liegt – und vor allem welcher noch vor ihm liegt.
der tag begann mit podiumsdiskussionen zu “digital poets” und “the science of design”. dadurch sollte das neue, experimentelle designdenken, das zurzeit in hackney praktiziert wird, vorgestellt werden. danach folgte ein gespräch mit vier jungen architekten, bei dem die spezifischen herausforderungen und vorteile der arbeit in hackney beleuchtet wurden. dieses thema wurde dann in einer gesprächsrunde mit vier lokalen design- und architekturjournalisten unter dem titel “reflections on hackney” fortgeführt… gleich vier design- und architekturjournalisten… welche berliner zeitung hat auch nur einen architektur- und/oder designkritiker?
mit einem pecha kucha wurden schließlich 9 beispiele für design in und für hackney präsentiert. und weil hackney ja total hip ist, endete der tag mit elektronischer musik von behaarten jungen männern.
sugru – Developed in Hackney
was uns beim “designed in hackney day” besonders gefiel, ist die tatsache, dass man die chance erhält, die aktuelle situation der hackney designszene auf sehr fokussierte weise zu analysieren, wodurch die herausforderungen der kommenden monate und jahre, aufgedeckt und diskutiert werden. und das ist auch wichtig, wenn eine szene, die als natürliche reaktion auf die lokalen bedingungen entstanden ist, auch als professionelle struktur überleben und ihren mitgliedern weiterhin die möglichkeit bieten will, zu experimentieren und keativ tätig zu sein.
jeder weiß, dass berlin berlin ist, weil es berlin war. aber ebenso wie sich berlin bisher immer wieder verändert hat, wird es sich auch weiterhin verändern. aber was heißt das für die berliner designcommunity?
berlin hat ja jede menge designpotential. aber wer in der schule im physikunterricht aufgepasst hat weiß, dass “potentielle energie” etwas ist, das physiker mal erfunden haben, um alles zusammenzufassen, das potentiell, d.h. vielleicht, eventuell, irgendwann mal, etwas tun könnte… diese potentielle in kinetische energie umzuwandeln, ist die herausforderung für uns alle.
die “strategie für die designwirtschaft in berlin” ist nach dem regierungswechsel natürlich überholt, aber was auch heute noch so präsent ist wie eh und je ist die notwendigkeit sicherzustellen, dass die berliner designcommunity nicht in der euphorie ihres “arm, aber sexy”-hedonismus erstickt, sondern denen, die es möchten, einen sicheren ort zum arbeiten zu bieten – ja, und auch für partys. in unseren interviews mit jay cousins von open design city oder joerg suremann von dmy berlin haben wir schon angedeutet, was das bedeutet. aber für unseren geschmack braucht es dafür mehr debatten; debatten, die von und in der designcommunity selbst geführt werden.
wir erwarten wirklich nicht, dass der “designed in hackney day 2012″ großartige lösungen liefert, aber wir sehen ihn durchaus als schritt innerhalb eines prozesses und wir sind gespannt, welches ergebnis am ende steht. mal sehen, was berlin – potentiell – aus dem event ziehen kann. wir halten euch auf jeden fall auf dem laufenden.
mehr infos zum “designed in hackney day 2012″ gibt’s unter www.designedinhackney.com.
alternatives london 2012 olympische piktogramme @ fh potsdam werkschau 2012
Montag, 16. Juli 2012in anbetracht der tatsache, dass es bis zu den olympischen spielen in london 2012 nur noch zwei wochen sind, fanden wir es großartig bei der fh potsdam werkschau 2012 ein konzept für alternative olympische piktogramme zu finden.
vielleicht schon seit lance wymans piktogrammen für die olympischen spiele in mexico city 1968, definitiv aber seit otl aichers piktogrammen für münchen 1972, sind diese vereinfachten grafischen darstellungen der sportarten für die olympischen spiele fast ebenso wichtig wie der sagenumwobene güldene futternapf, von dem sich der kommerz nährt. die offiziellen piktogramme für london 2012 ließen die kritiker zwar nicht gerade in begeisterungsstürme ausbrechen, wurden zugegebenermaßen aber besser angenommen als das logo.
die piktogramme unten stammen von einem namenlosen studenten der fh potsdam und sind für uns definitiv die bessere wahl.
die piktogramme zeigen einen nicht beleidigenden mangel an respekt, der die feinsten traditionen der britischen kultur perfekt wiederspiegelt. sie sind deshalb wunderbar zugänglich und freundlich und zaubern automatisch ein lächeln auf die lippen von jedem, der sie sieht.
die piktogramme wurden im rahmen der grafikdesign-klasse “london calling” von prof. lex drewinski entworfen und stachen für uns deutlich aus einer ganzen sammlung hochwertiger arbeiten hervor.
wie gesagt konnten wir den namen des verantwortlichen studenten leider nicht herausfinden. falls ihn irgendjemand kennt, gebt uns bitte bescheid – wir würden ihm gerne die anerkennung schenken, die er verdient.
1. berliner nachtschicht – lange nacht der designstudios
Mittwoch, 06. Juni 2012wir haben es zwar zugegebenermaßen nicht kommen sehen, aber es war wahrscheinlich unvermeidlich: bei all den vielen “langen nächten” der museen, theater, schlachthöfe, etc., war es nur eine frage der zeit bis jemand eine lange nacht der designstudios organisiert. wir heißen das auf jeden fall gut, haben aber es einfach nicht kommen sehen…
von create berlin in kooperation mit dmy berlin organisiert, öffnen bei der “1. berliner nachtschicht – lange nacht der designstudios” etwa 58 designstudios und ateliers am donnerstag, den 7. juni, von 19 bis 23 uhr ihre türen für die öffentlichkeit. wenn das wetter mitspielt, wird das bestimmt ein langer, entspannter und sehr interessanter abend. es ist nur etwas schade, dass es scheinbar keine offizielle auflistung der teilnehmenden studios gibt, und vor allem darüber, welche studios besondere events veranstalten. eine solche liste könnte zum beispiel auch in bereiche wie produkt-/grafik-/modedesign etc. untergliedert sein… es gibt zwar eine hervorragende google-karte, aber wenn man einen überblick darüber bekommen möchte, welche studios für einen selbst besonders interessant sein könnten, muss man sich durchklicken und alle beiträge lesen. eine übersicht wäre also schon ganz nett. wir haben sogar drüber nachgedacht, selbst eine zu machen, glauben aber, dass irgendwer schon eine excel-tabelle erstellt hat, die schnell mal konvertiert werden kann…
was unsere aufmerksamkeit dennoch erregt hat, war – neben der regelmäßigen erwähnung von bier, prosecco und cocktails – das live-rotationsformen bei holz kohlen koks, die darstellung des designs in krisenzeiten bei platform (möglicherwiese mit einer diskussion/einem workshop), und die verlosung bei studio merz. wir wissen allerdings nicht, welchen preis man da gewinnen kann. und für alle, die sich einfach nur entspannen wollen, bietet edenspiekermann aus ihrem neuen büro in der potsdamer straße den coolsten blick über berlin überhaupt.
wie gesagt können wir euch nicht wirklich auf eine website verweisen, wo ihr mehr infos über den abend findet, aber ihr bekommt zumindest einen geografischen überblick auf der google-karte.
versucht einfach mal hinzugehen und euch so viel anzusehen wie möglich; eine solche gelegenheit hat man schließlich nicht jeden tag…
universal design award 2012: bombardier flexity berlin
Freitag, 04. Mai 2012wie es sich für jede ernstzunehmende “design city” gehört, fährt natürlich auch durch berlin eine designpreis-gekrönte tram. zuletzt wurde die bombardier flexity berlin tram bei der hannover messe 2012 ende april zum sieger des universal design awards 2012 in der kategorie “mobilität” gekürt. von der bvg und bombardier in zusammenarbeit mit dem nuthetaler designstudio ifs design entworfen, hat flexity schon andere preise gewonnen, aber der universal design award hat so eine ganz besondere bedeutung…
seit 2008 verliehen, würdigt der universal design award egalitäres design. alle sieger werden nach kriterien, wie leichte handhabung, sicherheit, flexibilität oder, na klar, universalität, bewertet. denn was könnte insbesondere bei einem objekt, wie einer tram, wichtiger sein, als die praktikabilität. die nutzung sollte jedem uneingeschränkt und ganz ohne kompromisse möglich sein. und weil das bei einer tram sozusagen das qualitätsmerkmal schlechthin ist, ist dieser preis grund für so große freude. auch wenn preisgekrönte trams nicht zwangsläufig pünktlicher kommen als andere.
die flexity war auch schon teil der ausstellung “industriedesign made in berlin“, die beim dmy berlin 2011 zum ersten mal gezeigt wurde und bei der neben klassischen designobjekten auch die resultate der zusammenarbeit von lokalen herstellern mit berliner designern zu sehen waren. auf die gefahr hin ein wenig einseitig zu klingen: solche kooperationen werden zukünftig immer wichtiger und berlin ist in einer guten position, weil es so viele verschiedene talentreserven birgt. die gilt es nur zu nutzen und die verschiedenen parteien müssen zusammengebracht werden. wir schlagen einen tram-dating-abend vor…
hybrid plattform berlin: hybrid talks – die zukunft der arbeit. wo und wie.
Samstag, 14. April 2012am donnerstag, den 3. mai veranstaltet die hybrid plattform berlin die nächsten “hybrid talks”. dieses mal wird die zukunft der arbeit beleuchtet und was das für unternehmen, arbeiter und zulieferer bedeutet – seien es möbelhersteller, architekten oder dienstleistungsunternehmen.
der abend umfasst beiträge von dr. hans-jürgen arlt, dr. katja rothe, prof. uwe vock und dem niederländischen designer alper çuğun. ein fünfter redner wird noch bekannt gegeben.
wie immer bei den hybrid talks hat jeder redner maximal 15 minuten zeit, einen aspekt des themas aus der sicht seines fachgebietes vorzustellen, bevor das publikum kommentieren kann. das schlüsselwort ist auch hier wieder “interdisziplinär”.
wir werden dort sein und anschließend berichten, was die zukunft für uns bereit hält. und ob die entscheidung, das event in raum 101 abzuhalten, in anbetracht des themas von bedeutung war. (oder nur nervig.)
hybrid plattform berlin hybrid talks – die zukunft der arbeit. wo und wie. 03.05.2012 um 18 uhr.
universität der künste, hardenbergstr. 33, berlin. raum 101/102











