im letzten jahr stellte werner aisslinger bei “poetry happens” seinen hemp chair vor – ein stuhl, der eigentlich gar kein stuhl ist, sondern viel mehr ein beispiel dafür, wie ein neues material verwendet werden kann. ähnlich sieht es nun mit seinem chair farm projekt bei “instant stories, made in berlin” aus: denn wieder geht es nicht um den stuhl als solches; es geht um die erforschung dezentraler produktionswege. der präsentierte stuhl fungiert dabei lediglich als beispiel.
zum hintergrund: die meisten vernünftig denkenden menschen wissen, dass eine regionale produktion die einzig sinnvolle möglichkeit für eine ökologisch nachhaltig organisierte zukunft ist. denn der transport von gütern – seien es möbel, nahrungsmittel oder cds – von einem zentralen produktionsort bis zum endverbraucher kann aus ökologischer sicht einfach nicht länger gerechtfertigt werden. und obwohl open design prozesse und beschleunigte fertigungsverfahren es bereits möglich gemacht haben, relativ komplexe möbel mithilfe sehr einfacher maschinen zu einem erschwinglichen preis vor ort zu fertigen, bleiben die probleme mit der rohstoffversorgung sowie hinsichtlich des energiebedarfs und der abfallerzeugung beim produktionsprozess bestehen.
mit chair farm löst werner aisslinger diese probleme, indem er mit dem gedanken experimentiert, objekte mithilfe regionaler pflanzen zu schaffen – wie zum beispiel einen stuhl. so könnte man weiden aus regionalem anbau in unbehandelter form als rohstoff verwenden und kann dadurch abfall-, transport- und fertigungsprobleme lösen. denn die meisten baumarten wachsen recht schnell, sodass ein konstanter produktionsfluss gewährleistet werden kann – außerdem wird so der co2-gehalt gesenkt. natürlich sind damit längst nicht alle probleme vom tisch. statik und komfort sind zwei dinge, die einem da sofort in den sinn kommen – aber das sind designerprobleme…
wir konnten leider nicht mit werner aisslinger sprechen und wissen nicht, ob chair farm nur eine art ist, laut zu denken, oder ob das projekt aktiv weiterentwickelt werden wird. wir hoffen aber, dass wir ihn das demnächst einmal persönlich fragen können.



















