Archiv für April 2012


mailand 2012: instant stories, made in berlin. werner aisslinger – chair farm

Montag, 30. April 2012

im letzten jahr stellte werner aisslinger  bei “poetry happens” seinen hemp chair vor – ein stuhl, der eigentlich gar kein stuhl ist, sondern viel mehr ein beispiel dafür, wie ein neues material verwendet werden kann. ähnlich sieht es nun mit seinem chair farm projekt bei “instant stories, made in berlin” aus: denn wieder geht es nicht um den stuhl als solches; es geht um die erforschung dezentraler produktionswege. der präsentierte stuhl fungiert dabei lediglich als beispiel.

zum hintergrund: die meisten vernünftig denkenden menschen wissen, dass eine regionale produktion die einzig sinnvolle möglichkeit für eine ökologisch nachhaltig organisierte zukunft ist. denn der transport von gütern – seien es möbel, nahrungsmittel oder cds – von einem zentralen produktionsort bis zum endverbraucher kann aus ökologischer sicht einfach nicht länger gerechtfertigt werden. und obwohl open design prozesse und beschleunigte fertigungsverfahren es bereits möglich gemacht haben, relativ komplexe möbel mithilfe sehr einfacher maschinen zu einem erschwinglichen preis vor ort zu fertigen, bleiben die probleme mit der rohstoffversorgung sowie hinsichtlich des energiebedarfs und der abfallerzeugung beim produktionsprozess bestehen.

mit chair farm löst werner aisslinger diese probleme, indem er mit dem gedanken experimentiert, objekte mithilfe regionaler pflanzen zu schaffen – wie zum beispiel einen stuhl. so könnte man weiden aus regionalem anbau in unbehandelter form als rohstoff verwenden und kann dadurch abfall-, transport- und fertigungsprobleme lösen. denn die meisten baumarten wachsen recht schnell, sodass ein konstanter produktionsfluss gewährleistet werden kann – außerdem wird so der co2-gehalt gesenkt. natürlich sind damit längst nicht alle probleme vom tisch. statik und komfort sind zwei dinge, die einem da sofort in den sinn kommen – aber das sind designerprobleme…

wir konnten leider nicht mit werner aisslinger sprechen und wissen nicht, ob chair farm nur eine art ist, laut zu denken, oder ob das projekt aktiv weiterentwickelt werden wird. wir hoffen aber, dass wir ihn das demnächst einmal persönlich fragen können.

Milan 2012 Instant Stories Made in Berlin Werner Aisslinger Chair Farm

mailand 2012: instant stories, made in berlin. werner aisslinger - chair farm

Milan 2012 Instant Stories Made in Berlin Werner Aisslinger Chair Farm

mailand 2012: instant stories, made in berlin. werner aisslinger - chair farm

Milan 2012 Instant Stories Made in Berlin Werner Aisslinger Chair Farm

mailand 2012: instant stories, made in berlin. werner aisslinger - chair farm

Milan 2012: Instant Stories, Made in Berlin. Werner Aisslinger – Chair Farm


schreiben & bauen: der nachlass von hermann muthesius im werkbundarchiv – museum der dinge

Freitag, 27. April 2012
hermann muthesius

hermann muthesius

am freitag, den 27. april, eröffnet das werkbundarchiv – museum der dinge berlin die nächste ausstellung in der reihe zum nachlass des deutschen werkbundes. dabei liegt das hauptaugenmerk dieses mal auf dem architekten, autor und mitbegründer vom deutschen werkbund, hermann muthesius.

nach dem abschluss seines architekturstudiums an der technischen hochschule charlottenburg, der heutigen tu berlin, verbrachte hermann muthesius drei jahre in japan, bevor er nach deutschland zurückkehrte, um seinen zivildienst anzutreten. 1896 wurde er zum kulturattaché der deutschen botschaft in london ernannt, wo er dafür verantwortlich war, die lebensart der briten zu dokumentieren. für muthesius gehörten dazu vor allem architektur, möbel usw. ein weiteres interessengebiet, das eine gewisse faszination auf ihn ausübte, war die vorherrschende arts and crafts bewegung, die er sehr detailliert studierte und die sein zukünftiges denken und seine architekturphilosophie wesentlich prägte.

kurz vor seiner abreise aus großbritannien veröffentlichte er das buch “das englische haus” – das ergebnis von sechs jahren forschung und wohl die erste große fremdsprachliche studie zu diesem thema. “das englische haus” gilt somit als wichtige arbeit für die verbreitung des “british style” und der “arts and crafts”-philosophie in kontinentaleuropa.

nach seiner rückkehr nach deutschland 1904 arbeitete muthesius als architekt in seinem eigenen architekturbüro und war am entwurf und am bau der ersten gartenstadt deutschlands – hellerau bei dresden – beteiligt, was ihm neben seiner mitgründung des deutschen werkbundes 1907 große popularität einbrachte.

auch wenn er in vielerlei hinsicht die hauptverbindung zwischen der “arts and crafts”-bewegung und dem bauhaus darstellt, stand hermann muthesius in einem permanenten konflikt mit henry van de velde und walter gropius. dieser konflikt erreichte auf der werkbund-ausstellung 1914 ihren höhepunkt, als muthesius über die notwendigkeit der “typisierung” sprach, also von standardisierten formen in der architektur. etwas, das van de velde und gropius zugunsten der individuellen freiheit jedes architekten, seine eigene form zu finden, leidenschaftlich abgelehnt haben. dieser konflikt hatte schließlich die trennung der bauhausbewegung vom deutschen werkbund zur folge.
man kann daher mutmaßen, dass – wären muthesius und gropius etwas besser miteinander ausgekommen – die rolle hermann muthesius in der geschichte der europäischen architektur und des designs wohl ein wenig präsenter wäre, als es heute der fall ist. eine sache, die “schreiben & bauen” zumindest deutlich zu machen versuchen wird.

neben der ausstellung von beispielen aus muthesius’ architekonischer arbeit, liegt der fokus der ausstellung hauptsächlich auf briefen und artikeln von hermann muthesius, die sowohl das wesen seiner philosophie, seine rolle in der europäischen architektur fernab von historizismus und art nouveau sowie die ebene und die art seines kontaktes mit männern wie charles rennie mackintosh oder mackay hugh baillie scott verdeutlichen.

schreiben & bauen: der nachlass von hermann muthesius kann noch bis zum 30. juni 2012 im werkbundarchiv – museum der dinge in der oranienstraße 25 in 10999 berlin besucht werden.

Arts and Crafts


architektur galerie berlin: alleswirdgut – diskussion

Donnerstag, 26. April 2012

letzte chance für einen besuch der ausstellung weg schauen vom und über das wiener architekturbüro alleswirdgut in der architektur galerie berlin. die endet nämlich am samstag, den 28. april. wer sich bisher noch nicht in den ausstellungsraum mit den zugegebenermaßen etwas kryptisch wirkenden “wandgemälden” getraut hat bzw. immer noch mit der entschlüsselung der architektonischen raumdarstellungen beschäftigt ist, sei der diskussionsabend am donenrstag, den 26. april ans herz gelegt. nils ballhausen vom architekturmagazin bauwelt und christian waldner von alleswirdgut sprechen über die ausstellung, ihre themen und wahrscheinlich auch über die zukunft von alleswirdgut. die diskussion steht allen offen und beginnt um 19 uhr.

die architektur galerie berlin liegt in der karl-marx-allee 96.

Architektur Galerie Berlin AllesWirdGut Weg schauen

architektur galerie berlin: alleswirdgut, weg schauen



mailand 2012: steffen schellenberger

Mittwoch, 25. April 2012

neben der gruppenausstellung “instant stories, made in berlin” und den vielen berliner designern, die auf der ganzen messe an den ständen der größten hersteller vertreten sind, findet man auch den ein oder anderen berliner designer, der zum ersten mal in mailand ist – so wie steffen schellenberger.

er teilt sich einen salonesatellite-stand mit seiner kollegin anne boenisch, einer absolventin der fh potsdam. dort präsentiert er eine schöne kombination aus überarbeiteten und völlig neuen projekten. zur ersten kategorie gehören die kleinen änderungen an seinem mundgeblasenen glas-beistelltisch/behälter put. einerseits gibt es da eine variante mit einem dickeren holzdeckel und – was für uns noch interessanter ist – eine version mit einer kork-basis. die ist perfekt für alle, die sich vorher nicht getraut hätten, ein schweres buch in put fallen zu lassen.

dann gab es da noch “the triplets”, ein projekt, das speziell für mailand entwickelt wurde. im prinzip hat er durch manipulation der proportionen eines der drei visuellen hauptmerkmale eines simplen stuhls, nämlich beine, arm- und rückenlehne, drei völlig neue möbelstücke kreiert – drei möbelstücke, die einzeln benutzt werden können, aber wahrscheinlich besser als gruppe funktionieren. laut steffen wurden sie jedenfalls als trilogie entworfen. durch die verlängerung der rückenlehne erhält man einen kleiderständer mit eingebautem sitz. die variante mit verlängerten beinen wurde mit einem spiegel erweitert, so dass ein objekt entsteht, das zum beispiel im eingangsbereich oder als ankleidetisch im schlafzimmer fungieren kann. wo auch immer man ihn einsetzt, am besten in kombination mit dem stuhl mit der verlängerten rückenlehne. das letzte stück ist ein grotesk dicker sitz, der als kleiner schrank / kleines ablagefach fungiert. dank der unter der rückenlehne angebrachten leuchte kann er bei tag und nacht benutzt werden.

bei der eröffnung von “stühle ohne beine” im bauhaus-archiv hat jemand gesagt, dass stühle ein universelles objekt sind, zu dem wir alle eine beziehung haben. obwohl sie etwas deformiert sind, sind sie trotzdem als stühle erkennbar, weshalb man sich in ihrer gegenwart gleich wohl und vertraut fühlt – trotz ihrer anderen funktion. an sich sehen wir in triplets ein hohes potential, insbesondere in oder für kleinere wohnungen. ihre relativ schmale gestalt machen sie in kleinen räumen besonders vorteilhaft.

keine angst, wir haben nicht vor, anne zu übergehen. aber es ist eben etwas schwierig zwei designer in einem einzigen post unterzubringen. sie kommt auf jeden fall auch noch an die reihe…

Milan 2012 Steffen Schellenberger

mailand 2012: steffen schellenberger

Milan 2012 Steffen Schellenberger Triplets

mailand 2012: steffen schellenberger - triplets

Milan 2012 Steffen Schellenberger Put

mailand 2012: steffen schellenberger - put, hier mit einem neuen dicken holzdeckel und einer korkbasis



deutsches architektur zentrum, daz: structural studies: june-14 meyer-grohbrügge & chermayeff mit toshihiko mitsuya

Dienstag, 24. April 2012

in der aufregung um die bevorstehenden olympischen spiele mutmaßte ein bbc-radiosprecher kürzlich, dass die 100 meter eventuell in einer zeit gerannt werden könnten, die nicht mehr übertroffen werden kann. sie werden natürlich nie in 0 sekunden gerannt werden, aber die athleten schaffen es immer wieder den bestehenden rekord um ein hundertstel einer sekunde zu unterbieten. vielleicht gibt es ja sogar irgendwann einmal eine zeit, die tatsächlich nicht mehr geschlagen werden kann; natürlich streben alle danach, diese zeit zu erreichen.

ein ähnlicher, wenn auch etwas informellerer wettbewerb läuft seit langem zwischen designern und architekten: nämlich die suche nach dem dünnsten material, das benutzt werden kann, um verwendbare, reproduzierbare strukturen zu schaffen. egon eiermann beispielsweise war regelrecht besessen davon seine holzsitze so dünn wie möglich zu machen und verbrachte tage damit schicht für schicht zu entfernen, um zu sehen, wie weit er gehen kann.

es gibt viele gründe dafür, die herausforderung anzunehmen, immer dünnere materialien zu verwenden: zunächst ist da die herausforderung an sich. dann ist da noch die ästhetische, künstlerische suche nach einer neuen formensprache und nach neuen strukturen. und drittens sind dünne materialien idealerweise auch leichter und ressourcensparend, wodurch ihre fertigung, ihr transport und ihre verwendung nur minimale umweltbelastungen mit sich bringt.

für die ausstellung “structural studies” hat sich das berliner architekturbüro june-14 meyer-grohbrügge & chermayeff mit dem künstler toshihiko mitsuya zusammengetan, um 7 strukturen aus 2 mm starker alufolie zu schaffen. die ausstellung zeigt, was man als gängige architektonische strukturen bezeichnen kann und erkundet dabei, was mit einem der dünnsten verfügbaren materialien alles möglich ist – und das nicht nur im hinblick auf gestalt und form, sondern auch auf die technischen lösungen.

ja, wir haben oben “verwendbar” gesagt und nein, wir sind nicht davon überzeugt, dass alle strukturen der ausstellung tatsächlich praktikabel sind, aber darum geht es ja eigentlich auch nicht. es handelt sich lediglich um die theoretische untersuchung dessen, was überhaupt möglich ist. und wer sagt eigentlich, dass alle architektonischen merkmale unbedingt tragfähig sein müssen?

“structural studies” läuft noch bis zum 29. april. in den kommenden tagen wird sie noch von “this apple tastes like our living room used to smell” von alexander schweder la ergänzt. dabei geht es – falls wir das konzept richtig verstanden haben – um schimmel, feuchtigkeit, verfall und unsere beziehungen – real, imaginär und metaphorisch – zu den gebäuden, die wir nutzen. wie gesagt, wenn wir das richtig verstanden haben… alexander schweder la “this apple tastes like our living room used to smell” wird am 23. april eröffnet und die ergebnisse werden neben den “structural studies” vom 26. bis zum 29. april zu sehen sein.

die hoffnung ist, dass die beiden ausstellungen und vor allem der dialog zwischen den ausstellungen eine diskussion zur stärke, stabilität, fragilität und schwäche von architektur hervorbringen wird. wir halten euch auf dem laufenden…

neben den ausstellungen veranstaltet das deutsche architektur zentrum daz am samstag, den 28. april, außerdem eine diskussion, bei der alle vier teilnehmer einen blick auf die arbeiten und die in der ausstellung angesprochenen themen werfen.

structural studies: june-14 meyer-grohbrügge & chermayeff mit toshihiko mitsuya kann noch bis zum 29. april täglich von 14-19 uhr im deutschen architektur zentrum daz besucht werden.

die diskussion findet am samstag, den 28. april, statt und ist auf englisch.



qubique berlin: neues datum. neue location. neue “herausforderungen”?

Montag, 23. April 2012

vor ein paar wochen haben wir aus der gerüchteküche gehört, dass die qubique 2012 nicht in tempelhof stattfinden wird. aber vor lauter mailand hatten wir einfach keine zeit ein paar nachforschungen anzustellen. gestern kam dann die offizielle bestätigung von der qubique: neue location. und ein neues datum. wie zu erwarten war die ankündigung lächerlich optimistisch. bleibt nur noch die frage: wieso ändert man die location und das datum, wenn 2011 alles so glatt lief? wir haben da schon so einen verdacht, sind uns aber nicht ganz sicher. und die presseabteilung der qubique wird es uns wahrscheinlich nicht verraten…

am 2. mai nimmt der qubique-ceo matthias schmid an der diskussion “braucht die welt noch eine möbelmesse?” in der galerie erstererster teil. das klingt nach einer guten möglichkeit der sache auf den grund zu gehen. wir halten euch auf dem laufenden…

qubique berlin

qubique berlin: neues datum. neue location. neue richtung?



iba-symposium: wohnen ökonomisch bauen

Freitag, 20. April 2012

es ist wahrscheinlich nicht übertrieben, wenn man behauptet, dass wohnungsbau eines der kontroverseren themen in berlin ist. da die stadt sich entwickelt, erweitert, wächst, aufhört wohnungen an touristen zu vermieten usw., verändert sich nicht nur die wohnungsnachfrage in der hauptstadt, es verändern sich zwangsläufig auch die erwartungen und ansprüche der wohnungssuchenden.

es ist daher zwingend erforderlich, dass diejenigen, die für die planung des wohnraums in berlin verantwortlich sind, für die zukunft gewappnet sind. man kann sich vorstellen, wie schwierig dieses thema ist, wenn man bedenkt, dass sich die iba berlin bereits 1957 und 1987 mit diesen themen befasst hat. die iba 2020 setzt diese tradition nun fort. im zuge der langen vorbereitungen für die iba 2020 präsentiert die senatsverwaltung für stadtentwicklung und umwelt am montag, den 23. april, nun ihr drittes iba-sympisium. unter dem titel “wohnen ökonomisch bauen” umfasst das symposium vorträge eines internationalen teams aus architekten, planern und akademikern, die themen wie eigenbau, nachhaltige industriearchitektur und die aufwertung von wohnsiedlungen erforschen. obwohl sie erst im zuge der diskussion um die themen der iba 2020 “raumstadt” und “sofortstadt” aufkamen, sind viele diskussionen auch für aktuelle urbane neuerungsfragen/-diskussionen in der stadt relevant.

der eintritt ist frei und eine vorherige anmeldung nicht erforderlich.

iba-symposium: wohnen ökonomisch bauen

villa elisabeth, invalidenstraße 3, 10115 berlin-mitte on 23.04.2012. 15:30 – 19:30 uhr

IBA Symposium Economic Housing Construction



mailand 2012: instant stories, made in berlin

Dienstag, 17. April 2012

Instant Stories Made in Berlines sind zwar immer jede menge unis und designfestivals in mailand präsent, aber nur eine stadt pilgert jedes jahr im kollektiv in die lombardei.

berlin. natürlich.

nach poetry happens im letzten jahr, hat sich die berliner designszene 2012 unter dem motto „instant stories, made in berlin” zusammengetan.

kuratiert von werner aisslinger, fabien dumas und dem dmy berlin, zeigt “instant stories, made in berlin” arbeiten von 11 berliner designstudios und will…
nun, bevor wir euch mit unseren interpretationen langweilen, haben wir lieber fabien dumas über den hintergrund des projekts und seine haltung zur ventura lambrate befragt.

minimumblog: die übliche erste frage: was ist der hintergrund zu still life stories und wo lagen die anforderungen an die teilnehmer?

fabien dumas: in diesem jahr gab es keine anderen anforderungen, als dass jedem designer eine kiste, 3 meter breit, 2,25 meter hoch und 1 meter tief, zur verfügung steht, in dem er sich selbst und seine arbeit präsentieren soll. jeder kann zeigen, was er will. verlangt wird nur, dass sie inszenieren. Die designer sollen sich vorstellen, sie würden das schaufenster eines großen kaufhauses dekorieren. wir wollen, dass jeder ein kleines statement abgibt und eine kleine geschichte erzählt, die ein bisschen weiter geht, als das produkt selbst.

minimumblog: verfolgst du ein bestimmtes ziel mit der ausstellung?

fabien dumas: wir hoffen, dass sie gute presse generiert, also nicht nur über die produkte selbst, sondern wir hoffen, dass die installation als solches interessant für die medien sein wird. natürlich sollten auch alle teilnehmer hier die möglichkeit erhalten, potentielle hersteller für ihre produkte kennenzulernen, aber das primäre ziel der ausstellung ist es, aufmerksamkeit zu erzeugen.

minimumblog: du bist hier in derselben location wie letztes jahr. war das eine bewusste entscheidung?

fabien dumas: ja. wir hatten auch angebote von anderen locations, aber keine hatte diese wundervolle industrielle atmosphäre wie hier. obwohl wir letztes jahr etwas enttäuscht waren, weil wir uns ein bisschen zu weit weg von allem fühlten; dieses jahr sind wir nicht die einzigen in der straße hier und wir hoffen, dass es mehr action gibt.

minimumblog: ventura lambrate geht nun in die dritte saison. glaubst du, es gab eine positive entwicklung für mailand und die design week?

fabien dumas: definitiv! was mir hier gefällt, ist, dass es nicht wirklich offen für die großen marken ist, sondern mehr für private designer; richard hutten im letzten jahr zum beispiel oder jaime hayon in diesem. außerdem sind alle wichtigen designschulen vertreten, die sich mit ihren häufig viel konzeptionelleren und experimentelleren arbeiten präsentieren können. sie sind somit weit von dem entfernt, was man sonst so in mailand zu sehen bekommt. ich finde es gut, dass die schulen hier so eine prominente plattform haben. die ventura lambrate zu besuchen bedeutet außerdem, in einen teil von mailand zu gelangen, den man normalerweise wohl nicht besuchen würde. das bedeutet, wir haben tendenziell besser informierte besucher, die den aufwand nicht gescheut haben, hierher zu kommen, sich also wirklich für design zu interessieren scheinen.

minimumblog: die letzte frage. du stellst zurzeit nicht nur hier in mailand aus, sondern auch bei der light + building in frankfurt. was verpassen wir gerade dort?

fabien dumas: dort kann man bei dark meine lampe yokozuna sehen, die zwar schon älter ist, wegen firmeninterner dinge aber noch einmal relaunched wird. neu sind zwei wandversionen und eine microversion von tamtam für marset, was der anfang für eine ganze familie von tamtam lampen ist. ich will nicht sentimental klingen, aber die microversion ist definitiv das kind der familie. obwohl sie fraglos als objekt für sich steht und wie der großer bruder aussieht, ist sie ganz klar ein mädchen, eine süße kleine prinzessin.

instant stories, made in berlin ist auf der via privata oslavia 8, 20134 mailand als teil der ventura lambrate bis zum 22. april 2012 zu sehen.



hybrid plattform berlin: hybrid talks – die zukunft der arbeit. wo und wie.

Samstag, 14. April 2012

am donnerstag, den 3. mai veranstaltet die hybrid plattform berlin die nächsten “hybrid talks”. dieses mal wird die zukunft der arbeit beleuchtet und was das für unternehmen, arbeiter und zulieferer bedeutet – seien es möbelhersteller, architekten oder dienstleistungsunternehmen.

der abend umfasst beiträge von dr. hans-jürgen arlt, dr. katja rothe, prof. uwe vock und dem niederländischen designer alper çuğun. ein fünfter redner wird noch bekannt gegeben.

wie immer bei den hybrid talks hat jeder redner maximal 15 minuten zeit, einen aspekt des themas aus der sicht seines fachgebietes vorzustellen, bevor das publikum kommentieren kann. das schlüsselwort ist auch hier wieder “interdisziplinär”.

wir werden dort sein und anschließend berichten, was die zukunft für uns bereit hält. und ob die entscheidung, das event in raum 101 abzuhalten, in anbetracht des themas von bedeutung war. (oder nur nervig.)

hybrid plattform berlin hybrid talks – die zukunft der arbeit. wo und wie. 03.05.2012 um 18 uhr.

universität der künste, hardenbergstr. 33, berlin. raum 101/102

Hybrid Plattform Berlin

hybrid plattform berlin



matthias schmid @ galerie erstererster: braucht die welt noch eine möbelmesse?

Freitag, 13. April 2012

wir vermuten, matthias schmid würde ja sagen. schließlich ist er mitbegründer und leiter der qubique. aber wir finden es auf jeden fall super, dass die galerie erstererster diese frage stellt. und dass matthias schmid sich bereit erklärt hat sie zu beantworten.

der abend findet genau zu einer zeit statt, in der wir alle nach einer woche überzogenem, überteuertem unnsinn in mailand erstmal genug von designmessen haben, unsere aufregung in anbetracht des nahenden dmy berlin festivals aber kaum noch bändigen können, und stellt dabei eine sehr ernstzunehmende frage.

messen und designwochen sind wie filmfestivals oder marathons – jede stadt hat welche. und jede stadt besteht darauf, dass sie das schlüsselevent unter den möbelmessen ausrichtet. auf die mehrheit trifft das aber nicht zu. die meisten sind einfach nur langweilig. wirklich stinklangweilig…

jeder weiß doch, dass wir nicht so viele messen brauchen. jeder weiß, dass es sinn machen würde eine menge auszusortieren und dass es besser wäre, den überschuss zu kontrollieren und eine situation zu schaffen, die etwas nützt statt nur zu nerven. wir wüssten schon, was wir auf die frage antworten würden, aber an dem abend geht es ja nicht um uns…

im ersten teil des abends wird matthias schmid den hintergrund der qubique erläutern und was er unter dem allgegenwärtigen qubique-slogan “next generation tradeshow” versteht. anschließend gibt es eine allgemeine diskussion zum thema.

und für alle, die für mailand dieses jahr noch ein paar orientierungspunkte brauchen, präsentiert droog “material matters” – eine fiktive möbelmesse, die in einer zukunft spielt, in der rohstoffe höher besteuert werden als das einkommen. diese situation würde designer und hersteller wahrscheinlich (hoffentlich?) dazu zwingen, nicht nur darüber nachzudenken, was sie herstellen, sondern auch wie sie es präsentieren. wir haben sie noch nicht gesehen, aber es klingt so als wäre ein besuch lohnenswert.

braucht die welt noch eine möbelmesse? @ galerie erstererster am 2. mai 2012 um 20 uhr.

qubique berlin

qubique berlin: eine neue art zeitgenössisches design zu präsentieren oder nur ...