2012 werden die veranstalter vom dmy berlin wahrscheinlich alle hände voll zu tun haben. sie werden nämlich nicht nur das 10. jubiläum des berliner festivals feiern, berlins auftritt in mailand mit organisieren und die letzten vorbereitungen für ihre ersten festivals in übersee treffen, sondern auch noch den designpreis der bundesrepublik deutschland, deutschlands höchster designauszeichnung, ausrichten. 1969 vom bundesministerium für wirtschaft und technologie ins leben gerufen, wurde die auszeichnung bisher vom rat für formgebung organisiert. doch im zuge einer umgestaltung und überlegungen zur zukünftigen finanzierung solcher externer projekte, wurde die organisation des wettbewerbes öffentlich ausgeschrieben.
and the winner was: das dmy. gewonnen haben die berliner mit einem konzept, das allerhand änderungen im wettbewerb vorsieht – änderungen, die dem wettbewerb unserer ansicht nach eine unverkennbare dmy-aura verleihen.
erstens: bisher war es so, dass jeder, der einen beitrag für den wettbewerb eingereicht hat, automatisch auch “nominiert” war und somit für sich als solches werben konnte. 2012 wird dieses verfahren dahingehend geändert, als die tatsächliche “nominierung” der eingereichten beiträge erst durch eine wettbewerbsjury geschieht. dieses verfahren reduziert die anzahl und erhöht – zumindest theoretisch – die qualität der designer, die teil des wettbewerbes sind. nominiert wird bei einer ausstellung aller arbeiten und findet parallel – sowohl im zeitlichen als auch räumlichen sinne – zum dmy berlin im juni statt. sofern unsere information korrekt ist – und in anbetracht unserer quelle haben wir eigentlich keinen grund dies anzuzweifeln – heißt das, dass das dmy in diesem jahr wohl eine weitaus größere fläche im tempelhof anmieten wird…
zweitens: die teilnahme gibt es jetzt zum all-inclusive-preis. durch eine feste gebühr in höhe von 350 euro soll der zugang für alle erleichtert werden, wodurch mehr junge designer und kleinere hersteller dazu ermutigt werden sollen sich zu bewerben. die neue strategie erinnert nicht nur stark an das konzept des dmy festivals, sondern verbannt auch gleich den üblichen designpreis-wahnsinn, bei dem die gewinner nicht selten eine prämie für das gewinnen zahlen müssen.
was sich allerdings nicht ändern wird, ist, dass die wettbewerbsteilnehmer entweder bereits eine nationale und/oder internationale auszeichnung gewonnen haben oder von einer landesregierung für einen preis nominiert worden sein müssen. dieses selektionskriterium soll für eine vorauswahl in die besten der besten sorgen. natürlich setzt das voraus, dass die anderen wettbewerbe wissen, wer diese sind…
außerdem ändern wird sich, dass die siegerehrung des designpreises der bundesrepublik deutschland nicht länger während der ambiente in frankfurt, sondern im oktober bei einem feierlichen festakt in berlin stattfinden wird.
design. berlin. oktober…
wir haben keine informationen darüber, ob die verleihung während der qubique geplant ist. dafür gibt es aber eigentlich auch keinen grund, da die meisten gewinner nichts mit möbeln zu tun haben. glaubt man den offiziellen qubique-zahlen, halten sich während der messe allerdings eine beachtliche zahl designjournalisten und anderer fachleute aus der branche in berlin auf und so scheint es ja nur logisch, die preisverleihung zu beginn der qubique stattfinden zu lassen und so eine maximale resonanz zu erzielen – besonders international… für uns ergäbe das zumindest sinn – genau wie alles andere, das zu einer engeren und freundlicheren koexistenz von dmy und qubique führt. denn letztlich kommt doch alles berlin zugute…
wir werden euch auf jeden fall auf dem laufenden halten.
bei der offiziellen pressekonferenz wurde erklärt, dass die entscheidung, die organisation von deutschlands offiziellem designpreis dem dmy zuzusprechen, von frankfurt oder dem rat für formgebung nicht als beleidigung verstanden werden solle. – das mag sein… wir jedenfalls sehen es definitiv als zeichen für eine zunehmende fokussierung der deutschen designkompetenz in berlin, für den fortschreitenden abbau der alten ordnung und für die wachsende anerkennung der professionalisierung innerhalb der berliner designcommunity. …und natürlich für die anerkennung der arbeit vom dmy im laufe der letzten zehn jahre. stellt euch nur mal vor, design mai hätte nicht aufgehört…
ob es der berliner designszene tatsächlich etwas nützt, wenn der preis in der hauptstadt verliehen wird, bleibt natürlich noch abzuwarten und die vereinbarung mit dem dmy berlin gilt zunächst nur für 2012, allerdings mit der festen option auf verlängerung, wenn alle parteien zufrieden sind.
wir sehen es auf jeden fall als schritt in die richtige richtung.

designpreis der bundesrepublik deutschland 2012: organisiert von dmy berlin
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