im oktober präsentierte das bauhaus-archiv berlin in einer ausstellung die zehn nominierten des dmy berlin award 2011.
ja, das ist schon eine weile her und die ausstellung kann man auch schon längst nicht mehr besuchen, aber… wir wollen euch einfach nicht das wirklich interessante gespräch vorenthalten, das wir bei der erröffnung mit fabien dumas führten. dumas’ arbeit wurde auch im bauhaus-archiv ausgestellt und er ist ein mann, der wirklich viele interessante dinge zu sagen hat. das ändert natürlich nichts daran, dass wir mit der veröffentlichung etwas spät dran sind, aber…. ist es nicht irgendwie schick und interessant immer etwas spät dran zu sein?
dumas hat in der ausstellung sein tischlampenkonzept tools gezeigt, von denen es übrigens immer noch einige stücke zu kaufen gibt. alles zur tools 1/100 limited edition findet ihr hier. wer also noch nach einem weihnachtsgeschenk sucht…
minimumblog: sie waren für den dmy award nominiert, haben aber nicht gewonnen. waren sie enttäuscht?
fabien dumas: nein, nein. (lacht) der wahre preis ist ja, hier in so einer denkwürdigen location auszustellen. das ist etwas, was ich nie für möglich gehalten hätte.
minimumblog: wie wichtig ist das bauhaus für sie?
fabien dumas: natürlich sind da die historischen aspekte – es ist eine der wichtigsten bewegungen in sachen architektur, design und handwerk. aber für mich hat das bauhaus darüber hinaus auch eine persönliche bedeutung. als ich das erste mal nach deutschland kam, wurde ich von den berliner architekten georg & ewa marja heinrich aufgenommen, die enge kontakte zu vielen bauhaus-professoren und -studenten pflegten. hier im archiv entdecke ich nun ein relief von oskar schlemmer, von dem die beiden in ihrem wohnzimmer die original-form hatten; oder bei ihnen stand ein unvollständiges schachbrett und hier sehe ich nun das vollendete. in dem sinne ist es wundervoll für mich hier zu sein, weil ich den beiden meine karriere verdanke.
minimumblog: und in dem sinne würden wir mal mutmaßen, dass es für sie eine große rolle gespielt haben muss, zuhause ständig vom “bauhaus” umgeben zu sein und dass das ihre annäherungen an design von anfang an beeinflusst haben wird. stimmt das so?
fabien dumas: definitiv! das war ein sehr starker einfluss. heute ist das nicht mehr unbedingt in allen arbeiten zu sehen, aber trotzdem beziehe ich mich in meinen denkprozessen, wenn ich ein neues projekt entwickle, oft auf die bauhausmeister.
minimumblog: kleiner themenwechsel: dmy. inwiefern ist das dmy für einen berliner designer eine pflichtveranstaltung oder inwieweit nehmen sie daran teil, weil es ihnen spaß macht?
fabien dumas: auf der einen seite ist es fantastisch, dass es das dmy überhaupt gibt und ich weiß den aufwand, den die organisation und koordination verschlingen, wirklich zu schätzen. ich denke außerdem, dass es gut ist, dass es eine messe für designer ist bei der die marken bewusst ausgeschlossen werden. dennoch muss ich auch sagen, dass ich persönlich keinen besonderen effekt von meiner ausstellung dort spüren konnte. meine erfahrung soll da natürlich nicht als maßgebend gelten, aber das ist eben meine erfahrung. das mag jetzt komisch klingen, wenn man bedenkt, dass ich für den award nominiert wurde. (lacht)
minimumblog: und zum schluss für sie als berliner designer: wie schätzen sie die aktuelle lage der berliner designlandschaft ein?
fabien dumas: vor ein paar jahren habe ich einen englischen designer auf dem dmy getroffen, der das ganz wunderbar zusammengefasst hat. er sagte “du kennst das problem mit berlin; zu viel software, nicht genug hardware”. designer in berlin gibt es wie sand am meer – und das ist gut so. mir gefällt das. was uns aber fehlt, ist die industrie, die das potential, das in berlin steckt, ausschöpft und in die tat umsetzt.
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- dmy berlin @ bauhaus-archiv: tools von fabien dumas
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- dmy berlin @ bauhaus-archiv: tools von fabien dumas
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- dmy berlin @ bauhaus-archiv: tools von fabien dumas