Archiv für August 2011


dmy-sonderausstellung im bauhaus-archiv

Mittwoch, 31. August 2011

für alle, die das dmy verpasst haben: das bauhaus-archiv museum für gestaltung zeigt in kooperation mit dem dmy international design festival objekte und projekte der diesjährigen gewinner der dmy awards. die spätsommerliche vernissage am 13. september bildet den auftakt der eigens für die gewinner kreierten sonderausstellung, die dann bis zum 10. oktober zu sehen sein wird. weitere infos zur ausstellung gibt es unter: http://dmy-berlin.com/projects/awards-jury-selection-2011/

sonderausstellung der dmy award-gewinner

13. september bis 10. oktober 2011

mittwoch bis montag von 10 bis 17 uhr

@ bauhaus-archiv museum für gestaltung

klingelhöferstraße 14 in 10785 berlin

tel. 030 254002 0

mail bauhaus@bauhaus.de

www.bauhaus.de

http://dmy-berlin.com/projects/awards-jury-selection-2011/

vernissage: 13. september 2011 um 19 uhr



dmy-flashback: jury selection 2011

Dienstag, 30. August 2011

zusammen mit dem bauhaus-archiv museum für gestaltung zeichnet das dmy jährlich exzellente und herausragendende arbeiten im designbereich aus: diesmal erfolgte die auswahl nach der einzigartigkeit der herangehensweise an das thema design sowie nach ungewöhnlichen und zukunftsweisenden projekten. eine renommierte internationale jury wählte schließlich  drei von zehn der nominierten arbeiten aus. die gewinner der dmy-awards 2011 … taraa! … lauten: clemence seilles mit ihrem projekt monumenta, yi cong-lu und seine wohnwerkzeuge sowie dirk vander kooij mit seinem roboter endless. am 13. september werden die glücklichen gewinner in berlin gekürt und ausgiebig gefeiert! mehr zu allen nominierten und ihren projekten unter: http://dmy-berlin.com/festival/2011-2/award



aha, dahin geht der “trennt”!

Sonntag, 28. August 2011

die berliner stadtreinigung hat in kooperation mit create berlin und der berlinischen galerie den wettbewerb “trenntmöbel gesucht!” ausgeschrieben. unter dem motto “ideen für die tonne” sind berliner designer und designstudenten aufgerufen, formschöne abfallbehälter für den privaten haushalt zu entwickeln, welche die mülltrennung optimal unterstützen. vom 23. september bis 10. oktober 2011 werden in der berlinischen galerie zehn entwürfe zu sehen sein. in diesem zeitraum alle entwürfe auch via internetabstimmung unter http://trenntstadt-berlin.de/index.php/trenntmoebel.html bewertet werden. der von einer jury ausgewählte gewinner erhält im september ein preisgeld von € 5.000 sowie unterstützung bei der vermarktung seines „trenntmöbels“.

weitere infos unter:

http://www.trenntstadt-berlin.de/

http://trenntstadt-berlin.de/index.php/trenntmoebel.html



rundgang 2011 universität der künste berlin: benedikt steinhoff

Donnerstag, 18. August 2011

jahresabschlussausstellungen von designschulen zeigen ja weit aus mehr als nur die arbeiten der vergangenen zwei semster, sie können nämlich vor allem eine menge darüber aussagen, was die schulen so zu bieten haben. daher haben wir uns in diesem jahr gedacht, uns nicht einfach in den üblichen präsentationsreigen einzuordnen und euch dieses mal mehr als eine zusammenfassung des auf den ausstellungen gezeigten/gesehenen mit allem guten, schlechten, hässllichen aufzulisten. in diesem jahr sollen die schulen einmal durch die erfahrungen und arbeiten ihrer studierenden präsentiert werden – jeweils mit einem studierenden pro schule.

an der khb war das dörte ahlgrimm, für die udk haben wir benedikt steinhoff ausgewählt. benedikt sind wir das erste mal bei dem dmy 2011 über den weg gelaufen, wo sein abschlussprojekt “zwischen a und b” ausgestellt wurde – das für uns herausragendste projekt am udk stand. zwischen a und b ist ein innovatives und originelles fahrradleuchtsystem, das einen ausklappbaren – beleuchteten – gepäckträger mit einem ebenfalls vollständig beleuchteten fahrradgriff kombiniert. es kann also von einem kompletten, kohärenten system gesprochen werden, das fahrradfahrern zu mehr sichtbarkeit und somit hoffentlich auch sicherheit verhilft.

während des rundgangs 2011 an der universität der künste berlin sprachen wir mit benedikt darüber, wie das studieren an der udk ist, wie ein leben nach der udk aussehen kann und natürlich über sein diplom.

minimumblog: von anfang an: warum hast du dich entschieden, an der udk zu studieren?

benedikt steinhoff: ich komme ursprünglich aus berlin und wollte eigentlich an die burg giebichenstein gehen, aber dann bin ich wegen privater gründe doch in berlin geblieben. zunächst war ich ein jahr an der khb – was sicher gut war – aber dort wird einem ein sehr klassisches produktdesign gelehrt, was meiner meinung nach unglaublich viel “form”-arbeit voraussetzt. an der udk wird das nicht so sehr fokussiert, dafür ist alles etwas konzeptioneller ausgerichtet, was ich persönlich interessanter finde.

minimumblog: was ist das wichtigste, das du in deiner zeit an der udk gelernt hast?

benedikt steinhoff: experimentiere, bleibe offen, hinterfrage, fordere heraus. das sind, würde ich sagen, die wichtigsten dinge, die ich von der udk mitgenommen habe.

minimumblog: und fühlst du dich jetzt für die zukunft gewappnet?

benedikt steinhoff: ja, ich fühle mich gut vorbereitet und zurzeit läuft auch alles sehr gut.

minimunmblog: wie stellst du dir deine zukunft vor? selbstständig oder mit job in einer firma?

benedikt steinhoff: ich habe schon einen job!

minimumblog: sehr gut! wo denn?

benedikt steinhoff: bei erockit, einem unternehmen hier in berlin, die elektromotor-/pedalfahrräder – also eine mischung aus beidem – herstellen. ich bin in die entwicklung eingebunden – ich arbeite mit einem ingenieur zusammen und suche mit ihm nach realisierbaren Lösungen.

minimumblog: und es war immer schon dein plan für jemanden zu arbeiten…

benedikt steinhoff: wenn ich ehrlich bin, hätte ich nicht zu träumen gewagt, dass so etwas passieren würde. ich habe mit einem praktikum bei erockit angefangen. danach haben sie mich gefragt, was nötig wäre, damit ich bleibe. also mehr oder weniger die frage danach, was ich koste. das ist die art von angebot, das man nicht ausschlagen kann.

minimumblog: zwischen a und b… was ist der hintergrund zu diesem projekt?

benedikt steinhoff: ich habe 6 monate bei bmw gearbeitet und hätte dort mein diplom machen können, aber das war nicht so ganz mein ding und so entschied ich mich, lieber etwas zu tun, was mich wirklich interessiert und mir spaß machen würde. ich hab spaß am fahrradfahren und da ich fast jeden tag in eine gefährliche situation gerate, bei der mich jemand nicht sieht oder mich schneidet oder eine tür vor mir öffnet… das war tatasächlich der ausgangspunkt. ich habe angefangen zu überlegen, wie man die dinge so verändern kann, dass am ende der, der gewinner ist, der nicht das größere, sondern das kleinere gefährt hat. so habe ich z.b. mit der verstärkung meiner eigenen lautstärke oder der verwendung von lasern experimentiert, um mich sowohl auditiv als auch visuell größer zu machen. die laser haben gut funktioniert, das einzige problem war, dass man sie während des tages nicht sehen konnte; die idee mit licht aufmerksamkeit zu schaffen, war jedoch da und ich habe sie weiterentwickelt, was zu branca und certo führte.

der gepäckträger branco ist so gestaltet, dass er, wenn er zusammengeklappt ist, nicht mehr platz als eigentlich wegnimmt, ist er aber offen, leuchtet er nicht nur, sondern zeigt auch die eigentliche breite das fahrrads mit fahrer an und hindert autofahrer hoffentlich daran zu wenig abstand zu halten und fahrradfahrer zu schneiden.

certo ist ein lichtsystem, das in den lenker eingebaut ist und 360 grad sichtbarkeit ermöglicht. zusätzlich verfügt es über zwei strahler, die durch drücken des lenkers aktiviert werden.

minimumblog: hast du die beiden selbst an deinem fahrrad? und funktionieren sie?

benedikt steinhoff: ich habe einen prototyp und ja, es funktioniert.

minimumblog: gibt es konkrete pläne, branca und certo in produktion zu bringen?

Benedikt Steinhoff:es gibt zwar leute, die interessiert sind, aber ich muss noch etwas daran arbeiten und das leuchtsystem weiterentwickeln, bevor es auf den markt gebracht werden kann.



mehr bild und raum

Dienstag, 16. August 2011

heute startet in der hauptstadt eine neue interdisziplinäre ausstellung, präsentiert vom deutschen werkbund berlin: dieser lädt ein zu bild und raum und stellt damit interessante projekte von wiewiorra hopp architekten, iondesign und tobias wille vor. lasst euch also überraschen…

bild und raum

16. bis 29. august 2011, montag bis freitag von 15 bis 18 uhr

@ werkbundgalerie

goethestr. 13 in 10623 berlin

www.werkbund-berlin.de



frauensilber: silberschmiedinnen der bauhauszeit

Sonntag, 14. August 2011

eine neue, wahrlich interessante ausstellung zeigt über 150 seltene silber- und goldschmiedearbeiten – alle von frauenhand gefertigt. der besucher lernt verschiedene frauenpersönlichkeiten kennen, die sich im vergangenen jahrhundert zwischen den beiden Weltkriegen als silberschmiedinnen einen namen machten: paula straus, emmy roth, marga jess, martha flüeler-haefeli und eilfriede berbalk gehörten zu genau dieser garde der schmiedemeisterfrauen der ersten stunde. die ausgestellten objekte stammen aus museen, privatsammlungen sowie direkt aus dem bestand des bröhan-museums. viele entwürfe tragen eigenwillige persönliche handschriften der frauen und beweisen einmal mehr das große technische geschick der damenwelt.

frauensilber

7. juli bis 9. oktober 2011, dienstag bis sonntag von 10 bis 18 uhr

@ bröhan-museum: landesmuseum für jugendstil, art deco und funktionalismus

schloßstraße 1a in 14059 berlin

tel. 030 32690600

info@broehan-museum.de

www.broehan-museum.de



die essenz der kunst für 100 euro

Freitag, 12. August 2011

dieses wochenende kommen kunstliebhaber und sammler wieder einmal voll auf ihre kosten: noch bis zum sonntag findet im sony center die art … essenz nummer 13 statt. die außergewöhnliche kunstmesse zeigt werke 50 neuer küntsler, die ihre objekte vor ort persönlich feil bieten. alle werke sind für jeweils unter 100 euro zu haben. von radierungen, skulpturen über malereie, scherenschnitte bis hin zu photographien und collagen ist alles zu haben. also nix wie hin und schnell zugreifen!

art … essenz no. 13

12. bis 14. august 2011, von 14 bis 22 uhr

@ sony center am potsdamer platz in 10785 berlin

http://www.artefakt-berlin.de/aktuelle-projekte/artessenz-no-13.html



open design city: jay cousins

Freitag, 05. August 2011

auch wenn wir uns wiederholen: wer etwas mit open design zu tun hat, redet darüber mit solch einer ansteckenden energie, dass es grundsätzlich mehr zeit – und folglich auch platz – einnimmt als eigentlich beabsichtigt. was natürlich nichts schlechtes ist. für das folgende interview mit open design city mitbegründer jay cousins bedeutet es aber, dass wir es genau wie schon das mit roel klaassen in zwei teilen online stellen werden. wir wollen euren browser ja nicht überstrapazieren. und da wir einmal bei den vorankündigungen sind: unser interview mit ronen kadushin befindet sich noch in der vorbereitung, wird aber bald auch online sein.
seit der veröffentlichung von open design now während der dmy berlin, haben wir eine menge feedback von leuten erhalten, die mehr darüber wissen wollen, was open design bedeutet und wo es herkommt. und da wir stets bemüht sind, den wünschen unserer leser nachzukommen, haben wir es uns zum ziel gestzt antworten zu finden; dieses unterfangen führte uns unweigerlich zu open design city. gegründet wurde open design city im april 2010, seitdem ist es der ort zum teilen, herstellen und tauschen.

im zweiten teil des interviews werden wir uns open design city selbst zur brust nehemen, fürs erste aber geht es “nur” um jays verhältnis zu open design und seinen mut die damit verbundenen herausforderungen anzunehmen. wie gewohnt starten wir mit einigen fragen über jays backgroud.

jay cousins: studiert habe ich industriedesign an der sheffield hallam university, anschließend widmete ich mich intensiv einer idee, die mir bereits als student kam – und zwar mein Faltgeschirr. ich habe ein unternehmen, orikasio, gegründet und das produkt weltweit vertrieben. das geschirr ist sozusagen origami aus plastik – ein kleines stück plastik, das sich z.b. zur tasse, schüssel oder zum teller falten lässt. das haben wir in über 20 länder verkauft.
danach habe ich mich als social-media-berater etabliert, wobei mich besonders der social media auftritt von communities sowie das stärken von communities interessiert hat. social media ist ja fest mit online verbunden, ich aber betrachte social media und social technology auch als in offline-aktivitäten involviertes konzept, was meiner meinung nach häufig vergessen wird. und so wuchs mein interesse für die communitybildung und speziell auch die einbindung physischer offline-methoden dabei. man kann auch sagen, wie man leuten hilft, etwas in gang zu bringen! dazu gehörte für mich auch das organisieren von barcamps und unconferences in sheffield.

dabei habe ich festgestellt, welche energie auf diesem wege entstehen kann und folglich wo die vorteile loser strukturen im gegensatz zu organisierten liegen. das führte letztlich dazu, dass ich detailliert geguckt habe, was open source alles ermöglichen und manifestieren kann.

minimumblog: ich glaube, wir wissen, was du meinst. aber wie kamst du letztlich zu open design?

jay cousins: eine reihe von erfahrungen führte dazu. auf der einen seite waren da die mit den offenen strukturen und auf der anderen seite die mit meinem eigenen unternehmen. nachdem ich die firma wieder aufgegeben hatte, habe ich mich gefragt, wo mich die erfahrung – den weg von patent und kontrolle über die produkte zu gehen – hingebracht hat. außerdem habe ich über die müllproduktion nachgedacht, die das konventionelle modell zwangsläufig hervorruft. wir leben in einer angebot-und-nachfrage-wirtschaft, die jede menge müll produziert, einfach weil ein produkt zunächst produziert und dann erst versucht zu verkaufen wird.
außerdem war ich ziemlich frustriert, weil ich diese einstellung hatte, das alles, was ich designt habe, mir gehören würde und dass ich eines tages zu meinen halbfertigen, abgelegten ideen zurückkehren würde, um sie fertigzustellen – aber ich habe nie wieder etwas mit ihnen gemacht und daran hätte sich wahrscheinlich auch nichts mehr geändert. ich habe der tatsache ins auge geblickt, dass all meine ideen, weil ich an ihnen festhalte, im müll landen werden.
und dann gibt es da eine schwachstelle im patentsystem, die für mich bedeutete, dass ich geld ausgeben musste, das ich eigentlich nicht hatte – nur um einen patentanwalt zu bezahlen. das macht einen wesentlichen finanziellen knackpunkt im projekt aus.

ich wollte nichts als mein produkt in der welt sehen, und all diese faktoren, die mich eigentlich unterstützen sollten, haben mich stattdessen auf einen weg gebracht, der mir sämtliche energie für das nahm, was ich eigentlich tun wollte. ich konnte weniger kreativ tätig sein, weil ich manager für meine produkte sein musste. das hat mich ziemlich unglücklich gemacht.

minimumblog: und nun eine naheliegende frage: ist das faltgeschirr als open source design erhältlich?

jay cousins: ja. und hätte ich zu beginn meiner arbeit schon das gewusst, was ich jetzt weiß, hätte ich es gleich als open source publik gemacht.

minimumblog: du sagst, du kamst erst über open design nach berlin. lag das daran, dass die szene dort besonders organisiert war oder… ?

jay cousins: ich kann mich nicht genau erinnern, aber es gibt eine sehr große open source und creative commons community in berlin, wodurch ich eine menge über das phänomen gelernt habe und immer interessierter daran wurde, das zu beschreiben, was ich ja schon so lange praktiziere. manchmal ist es eben nur die sache mit dem etikett, das man endlich für etwas findet, wodurch sich dann alles zu einem großen ganzen fügt.

minimumblog: wie würdest du sich open design gerne entwickeln sehen?

jay cousins: ich bin ein offener typ und so geht es mir nicht ausschließlich um open design. viel mehr sollten verschiedene vorgänge auf der ganzen welt transparenter gemacht werden. nur so kann die welt zu einem anständigen ort gemacht werden, an dem wir alle leben können und an dem jeder etwas für sich herausziehen kann. eine menge der probleme, die wir zurzeit haben, kommen von der kontrolle, der geheimhaltung und zentralisierung, was dazu führt, dass wir nicht einmal mehr verstehen können, wie unsere welt eigentlich funktioniert. ich wünsche mir eine offenheit, die alle aspekte der kultur durchdringt.

minimumblog: und wo siehst du im moment die grenzen von open design, was hält deiner meinung nach eine weiterentwicklung auf?

jay cousins: ich würde sagen, die grenzen liegen darin, dass man eier haben muss! (lacht) was ich meine, ist dass das open design hauptsächlich theorie ist und was nötig ist, sind mehr experimente. unternehmen, aber auch Einzelpersonen müssen Mut zeigen und einfach experimentieren. Sie müssten Dinge probieren, auch wenn sie noch nicht wissen, ob das Experiment klappen wird oder eben nicht – nur so kann man erfahren, was gut funktioniert. die leute sollen natürlich nicht ihr ganzes unernehmen oder ihre lebensgrundlage aufs spiel setzen, aber man kann kleine test machen. wer glaubt, leute verhielten sich auf eine bestimmt weise und dieses verhalten beschränke wiederum das eigene verhalten, sollte probieren seinen eigenen standpunkt zu widerlegen. es gilt herauszufinden, was die wirklichkeit ist.
wir brauchen leute, die genau das aus der tehorie in die realität übertragen und die eier haben, ihre vermutungen einem test zu unterziehen.