Archiv für Mai 2011


1: dmy 2011-preview

Dienstag, 31. Mai 2011

morgen abend ist es endlich soweit: die dmy 2011 öffnet ihre pforten! wir hatten jedoch schon heute das vergnügen und durften als pressefuzzis einen vorgeschmack auf das diesjährige internationale designfestival bekommen. es gibt wie immer viel zu entdecken, zu erfahren, zu bestaunen, zu erkunden und auszudiskutieren. die designszene hat fortschritte gemacht: es geht in diesem jahr um neue materialien, nützliches und natürlich finnland. als designstadt 2012 ist helsinki bestens auf dem dmy 2011 vertreten. auch das rahmenprogramm ist umfangreicher denn jeh und lässt keinerlei wünsche offen. details zu den veranstaltungen und partnerstudios rund um das festival findet ihr im internet unter: http://dmy-berlin.com/ so, jetzt genießt aber erst einmal die ersten impressionen vom dmy. nur eines können wir schon verraten: auf dem dmy wird es bunt! es erwarten euch viele schöne und überraschende objekte…

© alle photos minimum-redaktion 2011



2: minimum empfiehlt paulo sellmayer

Montag, 30. Mai 2011

das gefühl, das wir hatten, als wir die spore vase von paulo sellmayer zum ersten mal auf der dutch design week in eindhoven sahen, ist schwer in worte zu fassen. ehrlich gesagt, waren wir ein bisschen überfordert: in etwa so, wenn man am anderen ende eines überfüllten raumes plötzlich seine traumfau oder seinen traummann entdeckt… alle anderen objekte der made out portugal-ausstellung hatten einfach keine chance mehr – auch wenn sie noch so interessant waren. die spore vase hat uns keine ruhe mehr gelassen! wir haben sie im laufe der dutch design week noch ein paar mal besucht und bewundert … wenn wir nicht zufällig gerade dead bowl – ein anderes, ähnliches objekt von paulo – auf der atelierdorp-ausstellung bestaunten.

die spore vase funktioniert auf vielen ebenen: da ist einmal ihre schönheit, andererseits auch ihre einzigartigkeit und lebendigkeit. statt blumen finden wir pilze in der vase oder besser gesagt, pilzkulturen. es geht dem designer um die auseinandersetzung mit unserem sauberkeitswahn. seine vase stellt eben unsere lebendige umgebung dar, als genau das, was sie ist. und eben nicht als einen raum, den wir ständig kontrollieren können. man könnte die vase sogar als verschleierte kritik an der sterilität modernen designs verstehen, wenn man so tickt. oder sich einfach an ihrer visuellen pracht erfreuen! und: die spore vase, die wir übermorgen auf dem dmy sehen können, ist nicht dieselbe, die uns damals in eindhoven so fasziniert hat, sondern sogar eine weiterentwicklung dieser. wir sind gespannt wie flitzebögen! paulo stellt im rahmen der made out portugal-ausstellung aus.

infos unter:

http://dmy-berlin.com/festival/2011-2/zentrale-ausstellung/made-out-portugal/

www.madeoutportugal.com



3: minimum empfiehlt caspar huckfeldt

Sonntag, 29. Mai 2011

caspar huckfeldt ist uns zum ersten mal beim internationalen marianne brandt-wettbewerb 2010 aufgefallen, und zwar mit seinem damensattel. der damensattel hat uns quasi überrascht, weil er ganz spielerisch ein problem gelöst hat, dass uns bis dahin nicht oder nur unterbewusst gegenwärtig war: zwei personen auf einem rad! der an der burg giebichenstein studierte designer wird nun auf dem diesjährigen dmy sein neuestes projekt vorstellen: als mobiles regalsystem liegt es genau im trend der zeit. den namen wissen wir leider nicht. es ist eine art verstellbares wandsystem mit austauschbaren tabletts, lampen und aufbewahrungsboxen. aufgrund seiner farblichen gestaltung kann es in vielen häuslichen und betrieblichen umgebungen zur geltung kommen. das möbel ist erneut ja mit einer fast naiven unschuldigkeit entworfen worden, die es wiederum so anziehend macht. trotzdem steht hinter dem entwurf ein echter designer mit professionellen ansprüchen! caspar huckfeldt zeigt teile seiner kollektion im rahmen der burg giebichenstein-absolventenshow. nix wie hin! mehr unter: http://dmy-berlin.com/festival/2011-2/zentrale-ausstellung/%c2%bbgraduate%c2%ab-burg-giebichenstein-kunsthochschule-halle/



4: minimum empfiehlt christian lessing

Samstag, 28. Mai 2011

wir haben immer schreckliche schuldgefühle, wenn wir über christian lessing reden :( sein hocker collecteur gehört ja bekanntlich zu unseren lieblingsstücken, aber wir haben noch nie einen gekauft. tja, leute wie wir kaufen nie etwas: große klappe, aber nix dahinter… christians arbeiten pendeln zwischen klassischen möbeln, nützlichen erweiterungen für bereits bestehende möbel sowie der spielerischen auseinandersetzung mit alltagsgegenständen. so ist die vielfalt der formen und stile nur einer von vielen aspekten, die wir an christians arbeiten zu schätzen wissen. besonders gut gefällt uns auch seine aktuelle balcony-kollektion. wirklich genial! da müssen wir doch glatt unsere gesamte balkoneinrichtung komplett über den haufen werfen und optimieren! christians verschiedene konzepte zeigen, dass der designer seine arbeit und aufgabe bestens versteht und eine menge spaß daran hat. mit der düsseldorfer designgruppe anonyme gestalter versucht christian, uns für das design banaler alltagsgegenstände zu sensibilisieren: beim produktdesign gehe es nicht um große namen und teure sofas, sondern um dinge, die funktionieren. egal in welcher form. auf dem dmy wird christian uns eine auswahl seines portfolios präsentieren. wir sind schon ganz aufgeregt!

 



5: rund um innovative materialien

Freitag, 27. Mai 2011

ca. 70 prozent aller produktinnovationen basieren heute auf neuen materialien. werkstoffe und die art ihrer fertigung sind mittlerweile sogar zum antrieb für innovationen geworden. doch nicht mehr die technologische funktion des materials allein steht im mittelpunkt, sondern auch die nutzerorientiertheit der produkte. zu diesem schwerpunkt bieten martin beeh und dr. sascha peters auf dem diejährigen dmy workshops an, in denen neue anwendungsszenarien für materialinnovationen entwickelt werden sollen. mehr zu den workshopinhalten gibt es im netz unter: http://dmy-berlin.com/2011/05/06/dmy-materials-innovationsworkshop-fur-designer-und-architekten/.

hier ein erster überblick:

2. juni von 11.30 bis 18.30 uhr: leichtbaumaterialien & technische textilien

3. juni von 11.30 bis 18.30 uhr: intelligente materialien

4. juni von 11.30 bis 18.30 uhr: nachhaltige materialien



aalto + aalto im finnland-institut

Donnerstag, 26. Mai 2011

am 6. mai wurde die ausstellung aalto + aalto im finnland-institut in der georgenstraße, 10117 berlin eröffnet .

gezeigt werden arbeiten des finnischen designerehepaares elina und klaus aalto: eine wundervolle sammlung von weiterentwickelten alltagsprojekten: eine kommode gebaut aus alten koffern; einen tisch, der, wenn er nicht gebraucht wird, als bild an die wand gehangen werden kann; bewegliche kleiderhaken.

am besten gefallen hat uns die kindliche unschuld der meisten arbeiten. obwohl alle produkte für das reale leben entworfen wurden, umgibt sie eine kaum fassbare fantasiewelt-aura. und es gibt nicht viel holz … oder andere stereotype “skandinavische” designs.

unser besonderes highlight ist der city boy picnic grill, der im wesentlichen eine moderne interpretation des alten primus campingkochers ist. für uns ist city boy picnic grill weniger ein grill und mehr eine nette mobile lösung um bohnen warm zu machen oder draußen wasser zu kochen. und das ganze in einer reizenden, minimalistischen form.

durchzogen mit herzigen pappfiguren, präsentiert aalto + aalto dem besucher eine gelungene einführung in die sammlung elina und klaus aaltos.

wer ein bisschen mehr über elina und klaus aalto, ihre arbeiten oder ihr leben als designer in finnland erfahren möchte, kann die beiden beim “designer talk” im finnischen institut am 31. mai, 19 uhr erleben.

außerdem wird es am 02.06. und am 04.06. führungen durch die ausstellung geben.

weitere informationen gibt es unter www.finnland-institut.de

und mehr fotos sind auf http://www.facebook.com/minimum.berlin zu sehen.

aalto and aalto finnland institut berlin
city boy picnic grill aalto + aalto @ finnland-institut, berlin


6: dmy-brennpunkt kopie versus inspiration

Donnerstag, 26. Mai 2011

einer der zentralen schwerpunkte beim dmy wird “kopie versus inspiration” sein – wahrlich ein wiederkehrendes thema in der kreativbranche und gerade im produkt- und möbeldesign. insbesondere der brennpunkt copyright-schutz bot aktuell viel diskussionsstoff. z.b. steigt im internet täglich die menge frei angebotener software, inhalte oder auch von musik. hier herrscht großes unbehagen unter vielen designern, was die fairness und angemessene tantieme betrifft. dies zieht auch die frage mit sich, ob designer ihre rechte einklagen sollten – oder ob das letzendlich die eigentliche natur der branche untergräbt… jedenfalls werden auf dem dmy diese themen heiß diskutiert! und vielleicht sind wir danach etwas schlauer.

designer alex valder reagierte fast fabelhaft auf die copyright-debatte: so gestaltete er das möbel latte, das auch auf dem dmy gezeigt wird. latte ist ein regalsystem, das man nicht kaufen kann. man kann lediglich den bauplan für latte – selbstverständlich frei – als pdf herunterladen, muss nur für das material bezahlen und kann dann alles selbst zusammenbauen. klar, eine spende für alex ist nur fair, aber keinesfalls pflicht! alex bietet im rahmen des dmy auch einen workshop an, in dem man zusammen mit ihm latte bauen und natürlich auch seine projekte diskutieren kann. alle infos zum workshop gibt es unter: http://dmy-berlin.com/festival/2011-2/satelliten-ausstellungen/studio-judith-seng-und-alex-valder/. und alex wird sich sicherlich über rege teilnahme freuen. und wir vermuten mal: das ist ihm nicht völlig latte!

workshop mit alex valder

5. juni 2011 von 14.30 bis 17 uhr

studio judith seng & alex valder

urbanstraße 64 (2.hh) in 10967 berlin

anmeldung: bis zum 3. juni 2011 per email an av@alexvalder.de

tel. 0179 6757826

www.alexvalder.de



barceloooonaaa! 3° @ designtransfer: lagranja und curro claret

Mittwoch, 25. Mai 2011

letzten donnerstag veranstaltete das udk designtransfer center ihren dritten barceloooonaaa! abend mit gastlesungen der in barcelona ansässigen design agentur lagranja und dem natürlich auch aus barcelona stammenden designer curro claret.

lagranja uto lamp

uto lampe von lagranja

mitgründer gabriele schiavon erläuterte zunächst die geschichte und philosophie von lagranja. ursprünglich als inneneinrichtungs- und architekturbüro gegründet, produzierten gabriele und mitgründer gerard sanmartí schon immer kleine objekte für ihre projekte selbst. gabriele, der aus venedig kommt, hatte schon immer eine schwäche für kleine glasdinge.

dann kam es wie es kommen musste: sie entwarfen eine kleine, multi-funktionale lampe, die von foscarini gekauft und 2005 ihr erstes produkt wurde: uto. seitdem designen sie eine ganze reihe von produkten für firmen wie pallucco, uno design oder santa & cole. für letztere haben sie auch den preisgekrönten fahrradständer key entworfen – gabriele sagt übrigens selbst, das design dafür in 25 minuten entwickelt zu haben.

wir hoffen bloß, dass die beiden nicht nach stunden bezahlt werden!

in gabrieles vortrag wurde deutlich, dass produktdesign für lagranja nur eine willkommene abwechslung ist: architektur, innendesign und ausstellunsgdesign bleiben die zentralen leidenschaften. mehr mit dem raum spielend als den raum füllend. sozusagen.

zum abschluss seines vortrages beschrieb gabriele ein paar meetings mit curro claret: das erste fand vor etwa zehn jahren auf einer grillparty statt, die curro in einem unbenutzten swimmingpool organisiert hatte. dieses gefühl in einem raum mit einem spektakulären dach zu sein gehört für gabriele nach wie vor zu den unvergesslichsten erlebnissen.

solche ideen sind typisch für curro claret: immer etwas, was man nicht erwartet. diese haltung untermauerte curro claret in seinem vortrag. ihn interessiert eher die erfahrung als das eigentliche objekt.

ocellet Curro Claret

ocellet von curro claret. hat uns gefallen. dem udk publikum auch.

da hat es gepasst, dass der lustigste aspekt des vortrages die reaktionen des publikums auf die arbeiten waren: das gelächter beim “love ring” oder das gespannte schweigen als er seine “church bench/bed” beschrieb – eine bank, die den schlaf in kirchen zu einer erholsamen angelegenheit macht. in der tat war das erlebnis wichtiger als die eigentlichen projekte.

von den produkten hat uns das transparente spülbecken am besten gefallen, dessen boden kein loch hat und den benutzer zwingt, darüber nachzudenken, was man mit dem wasser anstellt. wegschütten? die pflanzen gießen? den boden wischen? ein schönes beispiel dafür, wie design unser verhalten beeinflussen kann. obwohl es in zusammenarbeit mit einem hersteller entwickelt wurde, hat es leider nie  den produktionsstatus erreicht; was mit ca. 50% aller produkte passiert, die curro entwickelt.

früher dachte curro, dass es an seinen arbeiten liegt. er hat aber schnell gemerkt, dass es in der designbranche üblich ist viele projekte in auftrag zu geben, die unmöglich alle produziert werden können oder wollen.

leider wissen wir zu wenig von lagranja  und cusso claret um genaue aussagen darüber treffen zu können, was sie eigentlich tun. aber durch barceloooonaaa! 3° haben wir einen guten einstieg und überblick bekommen, auf dem wir aufbauen können.

barceloooonaaa! 3° @designtransfer war eine unterhaltsame einführung in zwei designagenturen aus barcelona, ein abend der uns einige denkanstöße gegeben hat und wunderbar die unterschiedlichen ansätze von designern demonstrierte. … und dass erfolg in der branche grundsätzliche eine frage des charakters ist. man kann es. oder man kann es eben nicht.

Barceloooonaaa! 3  designtransfer lagranja and Curro Claret

barceloooonaaa! 3° @ designtransfer: curro claret und gabriele schiavon



7: minimum empfiehlt rui alves

Mittwoch, 25. Mai 2011

das dmy berlin wäre nicht das dmy ohne rui alves bzw. my own super studio! seine möbel sind nicht einfach nur von guter qualität und perfekt ausgewogenem einsatz von farbe, sondern haben auch immer eine kleine feine geschichte zu erzählen. “welcome to the jungle” aus dem letzten jahr hat uns z.b. verdeutlicht, was ein wirklich kreativer kopf alles erreichen kann, wenn er mit seinem sohn spielt… auch die diesjährige kollektion ist der beweis dafür, dass sich das dmy immer lohnt! die möbel tour, giro und vuelta haben bereits in mailand premiere gefeiert. unser persönlicher favorit ist der fantastisch gearbeitete stuhl tour mit sitzbezug aus leder. ein tolles stück – und typisch rui! wenn wir rui richtig verstanden haben, arbeitet er nicht als designer, weil er unser kulturdenken in irgendeiner form beeinflussen oder unser leben revolutionieren möchte, sondern einfach, um qualitativ hochwertige, interessante möbel herzustellen, die den nutzer erfreuen. blendend: ziel erreicht – sagen wir!

http://dmy-berlin.com/festival/2011-2/zentrale-ausstellung/rui-alves-my-own-super-studio/



internationaler museumstag @ werkbundarchiv – museum der dinge

Dienstag, 24. Mai 2011

am 15. mai war der internationale museumstag.

seit 1977 nutzen museen auf der ganzen welt den internationalen museumstag, um die aufmerksamkeit auf die arbeit, und vor allen dingen, die kulturelle bedeutsamkeit von museen zu lenken.

inmitten all der berliner museen, die am internationalen museumstag teilgenommen haben, war ein museum, das ihn wirklich ernst genommen hat:  das werkbundarchiv – museum der dinge, das am 15. mai einen tag ohne eintritt anbot  … und eine kostenlose führung.

leider haben viele besser subventionierte museen das nicht möglich gemacht.

das werkbundarchiv – museum der dinge widmet sich in seiner ständigen schausammlung der produktkultur des 20. und 21. jahrhunderts.

gegenstände.

dinge.

auf einem 500 m² großen begehbaren depot werden über 25.000 “dinge” aus der museumssammlung gezeigt.

viele dinge.

besucher bekommen einen spannenden eindruck der entwicklung und des aktuellen zustands unserer produkt-dominierten kultur.

wer mehr vom werkbundarchiv – museum der dinge wissen und sehen möchte, kann es zu den regulären öffnungszeiten in berlin besuchen – dann leider ohne freien eintritt.

weitere informationen gibt es auf der internetseite des museums:  www.museumderdinge.de

Werkbundarchiv  Museum der Dinge  thing of the month 2011 04_Eisbaer

ein aschenbecher mit polarbär - "ding des monats" im werkbundarchiv - museum der dinge