Archiv für April 2011


as we are by just loomis

Samstag, 30. April 2011

noch bis zum 21. mai zeigt die galerie hiltawsky in mitte mit der ausstellung „as we are“ mehr als 30 beeindruckende photographien des amerikanischen künstlers just loomis. die werkschau gibt uns einblicke in das einfühlsame, eindringliche sowie intime portfolio des ehemaligen assistenten helmut newtons. loomis zeigt uns die helden seines alltags hautnah: mit dabei sind kinder, kellnerinnen oder seine familie – menschen eben, die er geliebt hat oder denen er ganz zufällig begegnet ist. loomis bilder zeugen von einer besonderen, eher subtilen schönheit, die vor allem im nichtperfekten liegt. sehenswert!

just loomis: as we are

9. april bis 21. mai 2011, mi bis sa von 14 bis 18 uhr

@ galerie hiltawsky

tucholskystraße 41 in 10117 berlin

tel. 0171 8134567

www.hiltawsky.com/aktuell.html

www.justloomis.com



halb und halb: patchwork-möbel aus dem hause ziben

Samstag, 30. April 2011

berliner altbaufenster werden liebevoll als türen an schränke angebaut. moderne kommoden „laufen“ beschwingt auf stuhlbeinen aus der biedermeierzeit. mariusz malecki liebt den bewegenden und oft gegensätzlichen, aber doch harmonischen mix aus altem und neuen. so funktioniert der designer auf der straße gefundene gegenstände und baumaterialien  zu neuen möbelstücken um. maleckis möbel leben von der kombination und erzählen ihre ganz eigenen geschichten vom großstadtleben. alle stücke seiner serie “halb-und-halb” sind handgefertigt, die meisten unikate. wer einen persönlichen eindruck von den möbelstücken und dem designer gewinnen möchte, ist herzlich im studio ziben in der danziger straße willkommen!

halb-und-halb by mariusz malecki

@ studio ziben

danziger straße 22 in 10435 berlin

di bis sa von 12 bis 19 uhr

tel. 030 34716277

www.studio-ziben.de



it’s coop time!

Donnerstag, 28. April 2011

drei wochen lang räumen die architekten und designer von „into art&furniture“ ihre möbel und leuchten ins lager, um der coop galerie einen gastauftritt in berlin zu ermöglichen. vom 29. april an präsentieren sie in mitte skulpturen, assemblagen und papierschnitte von nándor angstenberger und toshifumi hirose. die beiden kreativen verbinden auf einzigartige weise die alltagswelt der dinge mit der dingwelt der kunst. ihre werke zeigen uns neue perspektiven der funktionalität von objekten auf. die künstler verbindet zudem die lust am arbeiten mit dem material unserer globalen lebenswelt!

the coop galerie in berlin mit nándor angstenberger und toshifumi hirose

ab 29. april 2011, di bis fr von 13 bis 19 uhr & sa 11 bis 17 uhr

@ into art&furniture

ackerstraße 165 in 10115 berlin

tel. 0151 56120640

www.into-berlin.de



fritz eschen: berlin unterm notdach

Donnerstag, 28. April 2011

berlin nach 45. die gedächtniskirche ist zerbombt, der tiergarten abgeholzt, der lehrter bahnhof voller flüchtlinge. es schlägt die stunde null – berlin ist in trümmern. doch so langsam zieht der alltag wieder ein. berlin ist geprägt von sozialem elend, besatzern und schwarzmärkten. und mittendrin ist fritz eschen. er erkundet das (über)leben in der zerstörten hauptstadt und lässt dabei keinen bereich des öffentlichen lebens aus. eschens photographien sind einzigartige zeithistorische dokumente, die uns bewegen. zusammen mit der deutschen fotothek dresden präsentiert das c/o berlin 120 spannende photographien eschens aus der nachkriegszeit. sehr sehenswert!

fritz eschen: berlin unterm notdach

fotografien 1945 bis 1955

7. mai bis 26. juni 2011, täglich von 11 bis 20 uhr

c/o berlin im postfuhramt

oranienburger straße 35/36 in 10117 berlin

tel 030 28091925

info@co-berlin.com

www.co-berlin.info



carl auböck im original in berlin

Dienstag, 26. April 2011

der maler und designer carl auböck gilt als einer der renommiertesten vertreter der österreichischen moderne. der ehemalige kunststudent und bauhaus-schüler übernahm 1926 die väterliche werkstätte in wien, wo er zunächst traditionelle wiener bronzen und art deco-objekte produzierte. seit den 40er jahren werden im hause auböck jedoch ganz besondere handgefertigte accessoires und hochwertige gebrauchsgegenstände der wohnkultur hergetsellt. seine international geschätzten produkte sind jetzt bei original in berlin in der karl-marx-allee erhältlich.

carl auböck

@ original in berlin

karl-marx-allee 94in 10243 berlin

mo bis fr von  11 bis 19 uhr & sa von 12 bis 16 uhr

tel. 0 30 60936046

www.originalinberlin.de



die stadt der anderen

Dienstag, 26. April 2011

noch bis ende des monats lassen uns studierende der weißensee kunsthochschule berlin mit ihren augen auf das phänomen stadt blicken. die ausgestellten werke beschäftigen sich mit dem phänomen stadt im allgemeinen sowie mit berlin im besonderen. im mittelpunkt stehen dabei themen wie städteplanung, bauliche und soziale veränderungen, zukunftsvisionen und interessenkonflikte. zu sehen gibt es sowohl zeichnungen, photographien und bücher als auch filme und projektionen.

die stadt der anderen

eine ausstellung der weißensee kunsthochschule berlin

16. april bis 1. mai 2011, mo bis sa von 12 bis 19 uhr & do bis 22 uhr, so 15 bis 18 uhr

@ freies museum

potsdamer straße 91 in 10785 berlin

www.freies-museum.com



fuorisalone mailand 2011: poetry happens – made in berlin

Dienstag, 26. April 2011

unter dem titel “peotry happens – made in berlin” zeigten eine reihe von bereits etablierten und sich etablierenden berliner designern eine gemeinsame ausstellung als teil der ventura lambrata in mailand.

zu den highlights zählte das lokal chinabrenner. und natürlich die arbeiten.

um es mal in den worten des englischen poeten w.h. auden zu sagen: “ein designer ist, vor allen dingen, eine person die materialien leidenschaftlich liebt”.

das war definitiv der fall bei “poetry happens”, wo wunderbare neuartige materialien, neuartige materialverwendungen und neuartige herangehensweisen gezeigt wurden.

das ganze fand in einem stillgelegten aber gut erhaltenen ehemaligen fabrikgebäude im osten mailands statt, sodass sich die teilnehmer von “poetry happens”  nicht über passenden platz für ihre geschichten beschweren konnten.

vor allem das licht musste inspirierend wirken.

werner aisslingers “hemp chair” und “hemp house”, zum beispiel, zeigten auf interessante weise, wie regenerative materialien stabil genutzt werden können, auch wenn uns die form des “hemp chairs” jetzt nicht wirklich vom hocker gerissen hat.

auch ett la benn haben sich bei kami mit der ressourcenfrage beschäftigt. die serie von lampen und vasen ist aus biologisch abbaubarer zellulose hergestellt. ein alter minimumblog-liebling ist auch fortune von mark braun; das jetzt sehr schön erweitert wurde in eine globale entdeckungsreise der beziehung zu unseren wasserressourcen.

aber es ging nicht nur darum, uns schlecht zu fühlen weil wir den planeten bevölkern.

marre moerel hat zum beispiel eine tolle keramikkollektion vorgestellt: abgüsse von tierorganen.

ok, schlechtes beispiel!

als gesamtpaket hat “poetry happens” auf jeden fall einen gute mischung der ideen, stile und ansätze gezeigt und ist berlin und dem berliner design durchaus gerecht geworden.

aber es hat auch gezeigt – und unsere vorbehalte dem titel gegenüber bestätigt – dass poetry doesn’t “happen”….

weitere informationen zu “poetry happens” und den teilnehmern gibt es unter www.poetry-happens.com

fotos gibt es auf unserer facebook gallery: http://www.facebook.com/minimum

Fuorisalone Milan 2011 poetry happens made in berlin

poetry happens - made in berlin

Fuorisalone Milan Poetry Happens Made in Berlin 2011Mark Braun

"poetry is ... " weitere erklärungen gibt es auf der facebook. hier klicken.



ostern mit meister lampe

Samstag, 23. April 2011

witzige wohnaccessoires und lampen bietet moooi, so auch die “rabbit lamp”. und das passend zum osterfest! aber auch sonst ergänzt sie mit ihrem mix aus naturalistischem und abstrakten design vor allem schlicht gehaltene räume. die hasenlampe versprüht etwas sehr kraftvolles. das mag u.a. auch an ihrer dominanten farbgebung liegen. das design ist von front. erhältlich ist die “rabbit lamp” als teil der moooi lighting collection, z.b. unter: http://www.moooi.com/producten/5-rabbit-lamp.html

rabbit lamp by moooi

design: front, 2006

schirmmaterial: pvc-baumwoll-gemisch auf metall gezogen

hase: polyester

farbe: schwarz

maße: 54 x 28,5 cm



fuorisalone mailand 2011: nachacht

Freitag, 22. April 2011

nachacht wurde 2007 als ein “feierabend” designstudio gegründet, dessen produkte man am besten als naive holzprodukte bezeichnen könnte.

wobei naiv nicht im sinne von unreif oder albern zu verstehen ist, sondern eher als frisch, unprätentios oder genial.

neben der wunderbaren lampenkollektion umfasst die nachacht-kollektion auch tische, sitzgelegenheiten und wohnaccessoires.

in mailand haben wir uns mit julian jaede von nachacht getroffen.

minimum: seit ihr zum  ersten mal auf der mailänder möbelmesse?

julian jaede: nein, wir sind schon zum dritten mal hier.

minimum: was uns direkt zur nächsten fragen bringt: warum kommt man als junges designstudio nach mailand?

julian jaede: weil es eine wirklich gute plattform ist um sich zu zeigen. wir waren schon auf vielen verschiedenen messen, aber mailand ist einfach die mit der meisten presse und den besten möglichkeiten. hier sind die weltweit führenden hersteller, die globalen händler und die internationale presse und daher ist es die einzig wirklich erstzunehmende messe in europa.

minimum: wie der name “nachacht” schon sagt, stellt ihr die produkte mehr oder weniger in eurer freizeit her, wenn der reguläre arbeitstag beendet ist. macht das immer noch spaß, oder …?

julian jaede: ja, ja wir genießen es immer noch. über die jahre entwickelt man einen rhythmus, außerdem wird man ja auch professioneller. zudem haben wir aufgehört unsere produkte selbst zu verkaufen, das wurde uns einfach zu viel. in erster linie machen wir das ganze aber, weil es unsere leidenschaft ist und es uns daher immer noch spaß macht.

minimum: und was können wir von nachacht in zukunft erwarten?

julian jaede: nach mailand planen wir ein paar produkte weiterzuentwickeln. mailand ist für uns immer so eine art barometer, ein ort an dem wir testen und sehen können, welche produkte gut aufgenommen worden sind und welche produkte die mit dem meisten marktpotential sind. danach entscheiden wir dann, wie wir weiter vorgehen.

nähere infos zu nachacht gibt es unter: www.nachacht.de

Fuorisalone Milan 2011 nachacht

schwenk und maglight von nachacht @ salone satellite mailand 2011

Fuorisalone Milan 2011 nachacht stand

der nachacht-stand auf dem fuorisalone mailand 2011

Fuorisalone Milan 2011 nachacht detail

maglight von nachacht. magnetisches gelenk im detail



ein ganz spezielles osterei: Ægget von arne jacobsen für fritz hansen

Donnerstag, 21. April 2011
arne jacobsen sas grand copenhagen

das sas grand hotel in kopenhagen

“das ei” – ursprünglich für die lobby des sas royal hotel in kopenhagen entworfen – gehört unbestritten zu den wichtigsten designs des 20. jahrhunderts.

und “oster-ei” gehört zu dieser zeit des jahres natürlich auch zu den billigsten wortspielen, die ein designblogger aus dem hut zaubern kann.

es tut uns leid, aber wir konnten nicht widerstehen, und haben die gelegenheit beim schopfe gepackt. als wir mit christian grosen rasmussen, dem leiter der designabteilung bei fritz hansen, über das neue möbel favn von jaime hayón gesprochen haben, mussten wir ihn einfach ein bisschen über das ei ausfragen und wollten wissen, warum es mehr als nur ein weiterer designklassiker ist.

minimum: das ei wurde speziell für jacobsens sas royal in kopenhagen designt. man hat diesen wunderbaren kontrast zwischen den quadratischen formen des hotels und den organischen, fließenden formen des egg chairs. warum hat sich jacobsen für diesen starken kontrast entschieden?

christian grosen rasmussen: die meisten möbel von arne jacobsen  waren sehr organisch in ihrem äußeren. er wollte immer möbel schaffen die in direktem kontrast zur architektur stehen und die immer ein bisschen wie skulpturen in seinen gebäuden wirken.

minimum: skulptur ist ein sehr gutes schlüsselwort. dem ei diente ja ein tonmodell als vorbild …

christian grosen rasmussen: … ja, jacobsen war sehr gut mit dem ungarischen bildhauer sandor perjesi befreundet, der in den 1950er jahren nach dänemark zog. zusammen mit ihm arbeitete jacobsen an dem modell für das ei. die modelle waren aus gips und lehm gemacht, sodass das ei wirklich wie ein kunstwerk geschaffen wurde. außerdem wurde es wie eine skulptur in 3d, im maßstab 1 zu 1, aufgebaut.

minimum: und wie genau kam dann das ei in die fritz hansen kollektion? war das von anfang an geplant?

christian grosen rasmussen: in den 1950er jahren erwarb fritz hansen die rechte an dem neuen formgussverfahren für schaumstoff und das ei und der schwan waren die ersten produkte, bei denen diese technik erfolgreich angewendet wurde.  wir haben also zuerst die rechte an der neuen technologie gekauft, die dann arne jacobsen in seinen originalen möbeln benutzte. demnach waren sie also von anfang an in den händen von fritz hansen.

minimum: was nun die frage aufwirft, ob das ei für die serienproduktion gestaltet wurde oder eigentlich für die ausschließliche nutzung im sas royal projekt gedacht war?

christian grosen rasmussen: jacobsen war schon immer begeistert von der industrialisierung und der massenproduktion, daher plante er von beginn an, dass sowohl das ei als auch der schwan leicht in großer stückzahl produziert werden können sollten. das ist auch der grund warum er die kaltschaumpolsterung für die schale wählte. und natürlich ist auch der gegossene aluminiumfuß ein industriell hergestelltes teil.

minimum: die produktionsverfahren heute sind daher immer noch die selben wie damals?

christian grosen rasmussen: es ist immer noch das selbe. nur der schaumstoff wurde verbessert, damit er so lang wie möglich hält. niemand schmeißt einfach so ein ei oder einen schwan weg. sie werden über generationen in der familie weitergegeben. deshalb ist es so wichtig, dass der schaumstoff lange hält und allem standhält, dem er ausgesetzt ist. in bezug darauf sind wir immer bemüht unsere produkte zu verbessern, dennoch bleibt die technik immer die selbe.

auch die bezugstechnik ist genau die selbe. alles ist handgenäht – an einem ei sind mehr als 1000 stiche – was man natürlich als nicht wirklich industriell auslegen könnte, weil es eine menge zeit und viel geld kostet, aber das ist nun mal teil der DNA des stuhls. deshalb hat man auch eine schöne kombination aus high-tech industrialisierung und traditionellem handwerk. das ist es auch, was den sessel so interessant macht.

minimum: die letzte frage an sie als leiter der designabteilung von fritz hansen: was macht das ei so speziell?

christian grosen rasmussen: zu allerest einmal war seine einführung 1958 wie der start in eine neue ära des skandinavischen möbeldesigns, basierend auf einer komplett neuen technologie. zu dieser zeit gab es wesentlich mehr holzgestelle mit polsterung und auf einmal konnte man mit dem gussverfahren für schaumstoff volumen erzeugen. deshalb war er komplett anders und hatte eine total neue formensprache. man könnte sagen eine form-revolution im damaligen möbeldesign. und weil es eines der ersten stücke war, das auf diese art und weise hergestellt wurde, etablierte es sich als bestes beispiel für das schaumstoffgussverfahren von selbst.

einerseits ist es ein so minimalistisches, man könnte sagen offensichtliches stück, andererseits ist die geometrie ziemlich komplex. ich denke dieser kontrast des offensichtlichen, puristischem auf der einen seite und dieser komplexen geometrie, die man nur wie eine skulptur kreiieren aber nicht auf dem papier entwerfen kann, auf der anderen seite, ist einer der faktoren, die das ei so absolut einzigartig machen.

The Egg Chair by Arne Jacobsen. Over 1000 hand stiches per chair.

das ei von arne jacobsen. über 1000 handgemachte stiche an einem sessel.

arne jacobsen egg sas royal copenhagen

das ei und der schwan im sas royal kopenhagen

egg chair sas royal copenhagen

das innere des hotels ist etwas verschnörkelter als das äußere. im vordergrund eine gruppe von ei sesseln.

egg and swan sas royal copenhagen

oster-schwanen-ei? oder treibt das das wortspiel zu weit?