Archiv für Januar 2011


morgen fällt startschuss für die transmediale.11

Montag, 31. Januar 2011

ab morgen findet in berlin erneut das internationale festival für kunst und digitale kultur statt: unter dem motto response:ability dreht sich bei der transmediale nummer 11 diesmal alles um die radikalen veränderungen, die mit dem digitalen zeitalter, in dem wir jetzt leben, einher gehen.

der boom sozialer netzwerke und die hohe qualität mobiler kommunikationstechnologien führen heute zu einer immer dichteren vernetzung und liveschaltung der gesellschaft. andererseits wird das internet auch immer mehr zu einer umkämpften ressource. die transmediale.11 sucht antworten auf die frage, wohin sich die digitale ära web 2.0 noch entwickeln könnte… bei dieser suche helfen ca. 170 künstler, wissenschaftler und medienakteure. am hauptstandort, dem haus der kulturen der welt, sowie an 20 weiteren schauplätzen organisieren sie vorträge, performances und workshops. natürlich sind überall zahlreiche kunstwerke und installationen zu sehen. auch diesmal arbeitet die transmediale eng mit dem benachbarten und parallel stattfindenden ctm – festival for adventurous music and related visuals arts – zusammen. mehr infos sowie die programme der beiden veranstaltungen gibt es im netz unter: www.transmediale.de & www.clubtransmediale.de.

transmediale.11

1. bis 6. februar 2011

@ haus der kulturen der welt et al.

john-foster-dulles-allee 10 in 10557 berlin

tel. 030 39787175

www.transmediale.de

www.clubtransmediale.de

www.hkw.de



kai weller hinterlässt leere räume zum nachdenken

Sonntag, 30. Januar 2011

der neu-berliner künstler kai weller ist mit seiner aktuellen ausstellung “ohne titel” gerade im café & kunstraum “alice gryphius” in friedrichshain zu sehen. kai weller malt orte detailgetreu und spielt intensiv dabei mit raum und fläche. es sind orte, die dem betrachter viel raum lassen: beliebte motive sind die für berlin typischen zookäfige, terrarien und schaukästen. diese laden geradewegs dazu ein, sich selbst in die komposition des bildes einzureihen, sich zu spiegeln und in persönlichen gedankenwelten zu verschwinden… “wellers bilder bemühen sich dabei nicht, den imaginären bildraum aufrecht zu halten. sie bleiben ambivalent zwischen gegenstandsbezug und abstrakter komposition”, so die kritiker. insgesamt sind wellers werke sehr ansprechend sowie stilistisch einwandfrei! noch bis zum 2. februar.

kai weller “ohne titel”

27. januar bis 2. februar 2011

@ café & kunstraum “alice gryphius”

gryphiusstr. 10 in 10245 berlin

www.kai-weller.de

www.alicegryphius.com



jetzt geht DAS schon wieder los!

Freitag, 28. Januar 2011

von heute bis sonntagabend steht unsere hauptstadt ganz im zeichen des digital art & sound weekends DAS. knapp 80 galerien, kunsträume und institutionen nehmen am diesjährigen DAS teil. die veranstalter möchten mit dem wochenende den austausch zwischen digitaler kunst, experimenteller musik und sound fördern – eine wahrlich interessante mischung! für künstler in dieser nische bietet das DAS eine exzellente möglichkeit, ihre projekte der breiten öffentlichkeit vorzustellen. der create berlin showroom in der almstadtstraße zeigt z.b. “36 hertz”, neue installationen von annika hippler und mpathy studio. eine liste aller teilnehmer und locations gibt es im netz!

digital art & sound weekends DAS

28. bis 30. januar 2011

@ knapp 80 venues überall in berlin

http://dasweekend.de/



¡barceloooonaaa! 2° @ udk

Mittwoch, 26. Januar 2011

die galerie designtransfer an der universität der künste berlin lädt erneut zu einem spannenden vortragsabend mit gestalterischen protagonisten aus barcelona. morgen abend können wir der architektin marta malé-alemany sowie dem interaction designer victor vina lauschen. malé-alemanys “(FAB)BOTS – fabrication/design experiments with customized robotic devices” untersucht die beziehung zwischen computer gesteuertem design und materieller produktion. vinas “from bricolage to jugaad: DIY in context” zeigt lokale designprinzipien und ihre relevanz für die globale designpraxis auf. also nix wie hin! mehr infos zu den protagonisten und ihren projekten gibt es hier:

http://www.designtransfer.udk-berlin.de/index.php?n=Veranstaltungen.Barcelona2

¡barceloooonaaa! 2°

27.01.2011 um 19 uhr

@ designtransfer, universität der künste berlin

einsteinufer 43-53 in 10587 berlin

tel. 030 3185-2858

designtransfer@udk-berlin.de



möbeldesignerwissen für jeden!

Dienstag, 25. Januar 2011

der aktuellen ausgabe der zeitschrift “schöner wohnen” liegt das spannende, 160 seiten starke “buch der designer” bei. alle interessierten, die gerade geschmack an designermöbeln gefunden haben und nun neuland betreten, sind mit diesem heft bestens beraten! “das buch der designer” gibt ihnen einen hervorragenden überblick über 150 wichtige designer der branche und stellt deren berühmteste prachtstücke vor. es bietet kompaktes möbeldesignwissen und birgt auch so manche amüsante hintergrundstory… das beste der besten: von alvar aalto bis zumthor.

mehr zum “buch der designer” sowie ein online-lexikon gibt es auch im internet unter:

http://www.schoener-wohnen.de/designer-lexikon



Piero Lissoni – Measure of Materials @ designtransfer, UdK

Donnerstag, 20. Januar 2011
designtransfer udk berlin piero lissoni axel kufus

Piero Lissoni beantwortet nach seinem UdK-designtransfer-Vortrag Fragen aus dem Publikum

Die Universität der Künste hat das neue designtransfer-Jahr 2011 mit einem Gastvortrag des italienischen Designers und Architekten Piero Lissoni eingeläutet.
Unter dem Titel “Measure of Materials” gewährte Piero Lissoni vor ausverkauftem Haus einen Einblick in seine Vorstellungen von Design, seine Designphilosophie und warum “Einfachheit das öffentliche Gesicht von Komplexität” ist.

Wir haben Piero Lissoni nach seinem Votrag getroffen und ein bisschen nachgehakt.

minimum: Warum sind Sie gerade in Berlin?

Piero Lissoni: Ich bin hier für den Vortrag heute abend und habe morgen einen Workshop hier an der Universität.

minimum: Heute abend haben Sie über die Beziehung zu Ihren Kunden gesprochen. Ist es immer so schwierig die eigenen Ideen umzusetzen, wie es die Beispiele suggerieren?

Piero Lissoni: Sie müssen zunächst wissen, dass ich mit vielen meiner Kunden schon seit über 20 Jahren zusammenarbeite. Man kann also von Freundschaft sprechen. Sie kennen mich ziemlich gut, aber ich kenne sie auch! Das ist die halbe Miete! Es ist wie eine Ehe: manchmal streitet man, manchmal liebt man, manchmal versucht man seinen Standpunkt durchzusetzen.
Also ist eine “Idee” nicht “meine Idee” sondern auf eine romatische Weise eine anhaltende Diskussion. Wenn ich mit einem Kunden z.B. über einen neuen Stuhl diskutiere, sprechen wir manchmal ein oder zwei Jahr nur darüber was sie wollen, was ich will, ob es Holz oder Plastik sein soll… und am Ende gibt es ein Produkt.

minimum: Was die Projekte angeht, haben Sie an Stühlen, Booten, Häusern, Verpackungen gearbeitet – Gibt es etwas, was Sie noch nicht gemacht haben, aber gern machen würden?

Piero Lissoni: Wenn ich ehrlich bin, bin ich offen für alles, was mir über den Weg läuft. Ich habe da keine Einschränkungen. Nein, warten Sie, das stimmt nicht. Ich mag keine dummen Sachen und ich bringe gern einen Teil von mir in die Arbeit ein, es muss sich intelligent anfühlen.

minimum: Ohne Namen zu nennen: Bekommen Sie viele dumme Angebote?

Piero Lissoni: Ständig! Es kommen zum Beispiel Leute auf mich zu und sagen: Sie haben dies oder jenes für diesen oder jenen entworfen, ich hätte gern dasselbe…

minimum: Morgen halten Sie Ihren Workshop hier an der Universität der Künste. Welchen Rat möchten Sie jungen Designstudenten unbedingt geben?

Piero Lissoni: Wenn ich mit Studenten arbeite, versuche ich Sie immer zu überzeugen, ehrlich und mutig zu sein. Als erstes muss man den Mut haben und als zweites ehrlich zu sich selbst sein. Und dann muss man unnachgiebig seinen Weg gehen.

designtransfer udk berlin piero lissoni

Die gut gefüllte Universität der Künste beim designtransfer mit Piero Lissoni



mittendrin: berlin mutiert zum laufsteg

Donnerstag, 20. Januar 2011

wir schreiben die achte ausgabe der fashion week. voll ist es in der stadt und bunte farbtupfer tun sich hier und da auf und verschönern das mittwinterliche berlin. rund 200.000 modefreaks schieben sich momentan durch die straßen: vom flughafen tempelhof mit der bread & butter hin zur premium am gleisdreieck, dann weiter zum hauptveranstaltungsort am bebelplatz und wieder zurück. ja und abends da steigen die unzähligen heißen mode-partys in jedem winkel berlins. vier tage sind hier vollgepackt mit 40 laufstegschauen. und noch mehr designer zeigen ihre entwürfe und visionen für die kommende wintersaison: darunter rena lange, guess jeans, escada sport, hugo boss, michael michalsky, unrath & strano, patrick mohr, lala berlin, schumacher, kaviar gauche…

wahrlich ein fashion-marathon für alle fachleute, stars, journalisten und das publikum. höhepunkt ist sicherlich wieder der „designers for tomorrow“-award , der nun zum vierten mal verliehen wird. auch beachtlich ist der green-showroom im adlon mit über 30 internationalen designern. ökologisches denken, nachhaltigkeit, bio-mode und fair-trade-kleidung werden hier ganz hoch gehalten. die fashion week geht bis zum sonntag und feiert sich dann selbst. wer noch schnell hin will, findet hier weitere infos:

www.mercedes-benzfashionweek.com

www.breadandbutter.com

www.premiumexhibitions.com

www.thekey.to



nachschlag: weiterer vortrag beim sustainable design forum

Mittwoch, 19. Januar 2011

morgen abend referiert die bekannte designerin und materialrechercheurin anne farken am idz zur überaus spannenden frage: was muss design morgen leisten? oder: wie verändert sich z.b. der anspruch auf material in zeiten von ressourcenknappheit und klimatischem wandel? das idz veranstaltet im rahmen des ‘sustainable design forums’ regelmäßig vorträge zum thema nachhaltigkeit und design. und mit anne farken ist es da genau an der richtigen adresse: denn sie beschäftigt sich schon seit vielen jahren mit ganzheitlichem und sustainability design und versucht dabei, antworten auf aktuelle umweltherausforderungen aus der sicht des designs zu finden. weitere infos zum vortrag und thema gibt es im netz: http://www.idz.de/de/sites/11.html

sustainable design forum: material + nachhaltigkeit + kreativität

anne farken: was muss design morgen leisten?

20. januar 2011 um 19 uhr

@ idz | internationales design zentrum berlin

reinhardtstr. 52 in 10117 berlin

http://www.idz.de/de/sites/11.html



panton-ausstellung: kuratorin ida engholm im interview

Samstag, 15. Januar 2011

ida engholm, associate research professor am danish centre for design research in kopenhagen, ist kuratorin der panton-ausstellung, die momentan in der dänischen botschaft gezeigt wird. wir haben noch vor der eröffnung mit ida engholm über verner pantons karriere, seinen einfluss und seine produkte gesprochen … und auch darüber, ob herr panton ein fan des digitalen designs gewesen wäre.

minimum: als offensichtliche erste frage: wo fängt man an, wenn man eine ausstellung über einen designer wie verner panton kuratiert?
ida engholm: der ausgangspunkt für diese spezielle ausstellung war die sammlung des jungen deutschen sammlers andré barss. er trat mit der idee an die dänische botschaft heran, ich kam später als kuratorin hinzu.

minimum: es werden aber nicht nur werke von verner panton gezeigt…
ida engholm: nein, wir zeigen auch neuere arbeiten junger dänischer designer. ich wollte nicht nur möbel von verner panton präsentieren, sondern diese ausstellung auch dazu nutzen, zeitgenössisches dänisches design vorzustellen, z.b. von busk+hertzog oder hay furniture.

minimum: kann man das vermächtnis von verner panton in den arbeiten der jungen designer von heute erkennen?
ida engholm: panton war sehr innovativ. seine art der produktion der möbel, die materialtechnologien oder die entwicklung spezieller formen – seine neuartige herangehensweise an design inspiriert sicherlich nach wie vor viele designer.

minimum: wenn sie pantons gesamte karriere betrachten, welches ist ihrer meinung nach seine bedeutendste arbeit oder schaffensperiode?
ida engholm: ich denke, die 60er und 70er jahre sind sehr wichtig. in dieser zeit hat er am meisten experimentiert, z.b. mit neuen produktionsmethoden und neuartigen formen. und aus dieser zeit stammen auch seine experimentellsten möbel.

minimum: gibt es in verner pantons laufbahn punkte, an denen sich die richtung seiner arbeit verändert hat?
ida engholm: ja, auf jeden fall. ich denke, dass seine möbel und produkte sehr vielseitig sind. um einen überblick zu geben, habe ich sein werk in der ausstellung in drei perioden unterteilt: “panton, der modernist”, “panton, der pop-designer” und schließlich „panton, der post-modernist“. diese drei schaffensabschnitte zeigen sehr unterschiedliche seiten von verner panton. in “panton, der modernist” zeigen wir z.b. seine ersten stühle, den bachelor chair und den tivoli chair. mit diesen stühlen hat panton einen weg abseits der traditionellen dänischen eichen- und teakholzmöbel eingeschlagen und sich in die europäische avantgarde mit bekannten bewegungen wie bauhaus oder de stijl eingereiht. dann haben wir die längste und wichtigste periode mit panton als pop-designer und schließlich im dritten teil den post-modernisten. in dieser letzten schaffensperiode ist pantons beitrag zum möbeldesign nicht mehr so relevant, aber er hat in dieser zeit sowohl zurück als auch nach vorn geschaut. er entwickelte einerseits neue versionen seiner frühesten möbel und experimentierte andererseits mit neuen formen, motiven und alternativen farben.

minimum: sie selbst interessieren sich für webdesign und graphic communication. wenn panton später geboren worden wäre, denken sie, er hätte sich mit webdesign oder graphikdesign befasst?
ida engholm: ja, das hätte er wahrscheinlich. ich glaube, er hätte sich sehr für digitales Design interessiert. verner panton ist ja auch kult im internet. viele seiner formen und farben werden im webdesign verwendet, seine geometri-textildesigns beispielweise tauchen oft als dekoratives element auf.

minimum: eine persönliche frage zum abschluss: welches panton-produkt gefällt ihnen am besten?
ida engholm: ich bewundere zwar den panton chair, mag aber seinen heart chair am liebsten. der heart chair kann als eines der ersten beispiele für pop-design gesehen werden, bei dem funktionale aspekte in den hintergrund traten. und dann hat er noch diesen wunderbaren namen… ein wunderbarer, bilder erzeugender stuhl!

panton & contemporary danish design

15.01. bis 28.02.2011

@  felleshus der nordischen botschaften

rauchstraße 1 in 10787 berlin

tel. 030 50500

www.nordischebotschaften.org



panton-ausstellung: interview mit marianne panton

Freitag, 14. Januar 2011

verner panton lernte marianne pherson oertenheim 1962 während eines urlaubs auf teneriffa kennen. zwei jahre später heirateten sie in basel. marianne panton war jedoch viel mehr als nur verner pantons frau. de facto war sie seine managerin und arbeitete eng mit ihrem mann alle aspekte seiner arbeit betreffend zusammen. nur auf die entwicklung seiner designs hatte marianne wenig direkten einfluss.
wir haben bereits vor eröffnung der panton-ausstellung in der dänischen botschaft mit marianne panton über verner pantons arbeit, seine einflüsse und sein vermächtnis gesprochen … und wie sie zum ersten panton-chair-photomodel wurde.

minimum: ein zentrales thema der ausstellung sind verner pantons experimente mit formen und farben. woher kam diese experimentierfreude?
marianne panton: (lacht.) ich glaube, diese frage hätte auch verner selbst nicht beantworten können. als kind wollte er unbedingt kunstmaler werden. design und malerei waren eben sein leben. farben haben ihn immer interessiert – schon als ganz kleines kind.

minimum: apropos farbe: war rot tatsächlich so wichtig für verner panton, wie es heute scheint?
marianne panton: rot war ihm insofern wichtig, da es eine signalfarbe mit großer psychologischer kraft ist. nachdem er sein eigentliches studium beendet hatte, hat verner ja auch noch kurzzeitig farbpsychologie studiert. dieses gebiet interessierte ihn ungemein und dabei besonders die psychologische bedeutung der farbe rot.

minimum: nach seinem abschluss ist verner viel durch europa gereist. was hat er auf diesen trips gelernt?
marianne panton: die reisen haben ihn weltoffener und neugieriger gemacht. außerdem hat er dadurch produzenten getroffen, die bereit waren, zu experimentieren und gewisse risiken mit designern einzugehen, die neue ideen hatten und nicht nur altbewährtes ein wenig entstaubten. nach dem krieg gab es in europa eine großartige aufbruchsstimmung sowie technische neuerungen und innovative materialien, so dass sich völlig neue möglichkeiten ergaben. verner hat oft gesagt, welch ein privileg es für ihn sei, in diese zeit mit so vielen neuen möglichkeiten hineingeboren zu sein.

minimum: wer oder was hat verner panton am meisten beeinflusst?
marianne panton: diese frage wurde verner oft gestellt und ich kann sie nicht wirklich beantworten. die größte quelle der inspiration war für ihn aber immer das material, das er gerade in den händen hielt. aber natürlich haben ihn auch seine studienzeit, die zeit mit arne jacobsen und die bewunderung für viele seiner kollegen beeinflusst.

minimum: und anders herum: was können junge designer heute von verner panton lernen?
marianne panton: als designer muss man sehr viel geduld und beharrlichkeit mitbringen – eigenschaften, die verner zum glück besaß.

minimum: … wie man auch an der geschichte des panton chair sehen kann. wie wichtig war es für verner, dass er mit vitra letztlich einen partner für seinen panton chair gefunden hatte?

marianne panton: das war allentscheidend! keiner sonst hat sich an das projekt herangewagt, nicht zuletzt weil hier technologisches neuland betreten werden musste. man muss ja auch wissen, dass die formkosten damals verglichen mit heute extrem hoch waren. dieser stuhl konnte nur in kunststoff produziert werden und die entwicklung von plastikprodukten befand sich damals noch in einem sehr frühen stadium. verner hatte unzählig viele produzenten angefragt. aber niemand war bereit, das wagnis einzugehen. insofern war es wirklich wunderbar, dass willi fehlbaum und vitra interesse gezeigt haben und sich an das projekt heran wagten.

minimum: hatte er je zweifel, dass er einen partner für das projekt finden würde?
marianne panton: nein, nein. er hat immer daran geglaubt, irgendwann jemanden zu finden.

minimum: als es dann soweit war, waren sie das erste photomodell für den panton chair. wie kam es dazu?
marianne panton: (lacht.) das ist einfach – ich war da.

minimum: neben möbeln hat verner panton u.a. auch inneneinrichtungen und messestände entworfen und geplant. was hat ihm am meisten spaß gemacht?
marianne panton: ich würde sagen, er hat immer am meisten spaß an den projekten gehabt, an denen er gerade gearbeitet hat – egal was es war. sobald er etwas abgeschlossen hatte, hat es ihn nicht mehr so sehr interessiert. neue ideen und deren entwicklung, daran hatte er spaß.

minimum: welches der produkte von verner panton hat für sie persönlich die größte bedeutung?
marianne panton: mein mann hat so viele schöne sachen entworfen: möbel, lampen, textilien usw. ich könnte mich unmöglich für ein bestimmtes produkt entscheiden!

minimum: sie haben zusammen mit verner umgeben von seinen arbeiten gelebt. haben sie sich darin immer wohl gefühlt?
marianne panton: ja, das war ganz wunderbar und unglaublich abwechslungsreich. wir haben uns dort alle sehr wohl gefühlt und viel spaß gehabt.

minimum: sind Sie noch mit seinen möbeln eingerichtet?
marianne panton: ja natürlich. ich lebe jetzt zwar in einer stadtwohnung, habe aber eigentlich nur panton-möbel. allerdings nicht mit farbigen wänden. die wände sind jetzt weiß, aber die möbel sind noch da.

panton & contemporary danish design

15.01. bis 28.02.2011

@  felleshus der nordischen botschaften

rauchstraße 1 in 10787 berlin

tel. 030 50500

www.nordischebotschaften.org