DMY Berlin 2010: Joerg Suermann

Es entbehrt nicht einer gewissen Ironie.

Am gleichen Tag, als Deutschlands größte Luftfahrtausstelung ILA am Flughafen Berlin Schönefeld seine Tore öffnet, wird das DMY am Flughafen Tempelhof eröffnet: Ein Industriezweig, der seine Blüte längst hinter sich hat, feiert sich selbst auf der Baustelle von Deutschlands neuestem Flughafen, während eine Szene, die ihre besten Tage noch vor sich hat, ihr jährliches Festival auf einem Ex-Flughafen zelebriert, der Schönefeld architektonisch und stilistisch Lichtjahre voraus ist – dem Flughafen also, durch den er ersetzt wurde.

Wir wissen nicht, wieviel Champagner auf der ILA getrunken wurde, aber wir wissen, wieviel Herzblut in den Aufbau der Stände auf dem DMY geflossen ist. Wir durften nämlich einen ganzen Tag zuschauen, fotografieren und uns unterhalten.

Vor der offziellen Eröffnung hatten wir Gelegenheit, mit dem Gründer und Geschäftsführer des DMY, Joerg Suermann, über das diesjährige Festival und über Berliner Design zu sprechen.

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DMY Berlin Gründer und Geschäftsführer Joerg Suermann

minimum.de: Was sind Ihre persönlichen Höhepunkte des DMY 2010?

Joerg Suermann: Für mich persönlich, dass wir die Schweiz als Gastland haben, dass wir es geschaftt haben, sowohl den Nachwuchs-Design-Preis als auch den Schweizer Design-Preis erstmalig gemeinsam zu präsentieren. Darüber hinaus freue ich mich, dass wir zahlreiche Austeller aus Asien haben. Wir sind seit 2005 sehr aktiv in Asien und in diesem Jahr haben wir viele Anfragen über das Taiwan Design Centre aber auch viele einzelne Anmeldungen verzeichnen können. Ich denke, das unterstreicht nochmal, dass wir ein internationales Festival sind.

minimum.de: Sie haben das DMY Berlin eine “Hybrid-Veranstaltung” genannt. Was meinten Sie damit?

Joerg Suermann: Mit Hybrid-Veranstaltung ist gemeint, dass wir keine neue klassische Messe gründen wollten, sondern im Prinzip das Design Festival als Festival fortführen. Das heißt, für uns sind die reinen Designbeiträge und die einzelnen Designer sehr wichtig, wir möchten jedoch eine professionelle Ebene hinzufügen. Wir sind der Meinung, dass wir natürlich auch den professionell agierenden Firmen hier in Berlin eine Plattform bieten müssen und wollen und diese Kombination aus Innovation und Wirtschaft ist, denke ich, zukunftsträchtig und macht dann auch den Standort hier spannend.

minimum.de: Wie steht es um Berliner Design?

Joerg Suermann: Also es ist auf jeden Fall sehr stark in der Entwicklung, das heißt es bewegt sich ständig weiter und wächst weiter. Während wir vor fünf Jahren noch von Berliner Design wie von einer  Bastelstube gesprochen haben, können wir heute ganz stolz und gut sagen, dass sich hier hervorragende Labels gegründet haben und wir immer mehr international bekannte Designer haben, die hier in Berlin arbeiten und leben. Insofern gibt es hier auf jeden Fall eine klare Weiterentwicklung. Und wir gehen davon aus, dass sich dieser Trend fortsetzen wird.

minimum.de: Und das DMY wird diese Entwicklung begleiten und unterstützen…

Joerg Suermann: Genau. Unsere Aufgabe wird in Zunkunft darin bestehen, genau das sichtbar zu machen, dem internationalen Publikum wie auch dem Berliner Publikum zu zeigen was in Berlin passiert, was Berlin bietet und was in Zukunft aus Berlin kommen kann.

Das DMY läuft noch bis zum Sonntag, dem 13. Juni auf dem Flughafen Tempelhof. Über 30 Nebenausstellungen können außerdem in ganz Berlin besucht werden.

Weitere Informationen gibt es unter  www.dmy-berlin.de

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DMY Berlin. Pressekonferenz im Hangar 5 auf dem Flughafen Tempelhof



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