sven tempers raumbilder @ galerie hans-peter jochum

21. Mai 2013

momentan ist in der galerie hans-peter jochum die ausstellung “raumbilder” von sven temper zu sehen. sven temper zeigt dabei neue möbel, objekte, modelle und zeichnungen. “raumbilder” erörtert den materiellen und sozialen raumbegriff und beschreibt unter anderem, welche wirkung der materielle raum ausübt und wie sozialer raum z.b. durch handlungen entsteht. infos zur ausstellung findet ihr hier.

 

raumbilder by sven temper

8. mai bis 6. juli 2013, mi – fr von 14 bis 18.30 uhr & sa von 11 bis 16 uhr

@ galerie hans-peter jochum

knesebeckstr. 54 in 10719 berlin

tel. 882 1612

http://www.hpjochum.de/Temper_Raumbilder.html



sinnfindung im erbe von mies van der rohe

11. Mai 2013

an der udk könnt ihr momentan eine sehr interessante ausstellung besuchen. “sinnfindung im erbe von mies van der rohe. werk werner blaser – edition löffler” gewährt euch den blick eines zeitzeugen der moderne auf die damalige welt. das erbe von mies van der rohe bildet dabei den rahmen für das fotografische lebenswerk des schweizer architekten und publizisten werner blaser. im mittelpunkt der ausstellung stehen die bauwerke van der rohes sowie klassische japanische architektur. die intensive auseinandersetzung mit dem menschen und dem werk van der rohes spiegelt sich vor allem auch in den eigenen möbelentwürfen blasers wider. die edition löffler zeigt uns seine selbst gefertigten möbel sowie einen dokumentarfilm über den mittlerweile 89-jährigen. ein besuch lohnt sich! der eintritt ist frei.

sinnfindung im erbe von mies van der rohe. werk werner blaser – edition löffler

25. april bis 30. mai 2013, mo bis sa von 10 bis 19 uhr

@ udk berlin, eingangshalle und quergalerie

hardenbergstraße 33  in berlin

http://www.udk-berlin.de/sites/content/themen/aktuelles/index_ger.html?infoID=e209209



tagung für designgeschichte

30. April 2013

am 3. und 4. mai findet in berlin die sechste jahrestagung der gesellschaft für designgeschichte statt, diesmal in zusammenarbeit mit dem werkbundarchiv – museum der dinge und dem bauhaus-archiv. aus designgeschichtlicher perspektive wird dabei der frage nachgegangen, was genau man sammelt, wenn man design sammelt. verschiedene museumsmitarbeiter und fachhistoriker werden zu wort kommen, um das thema danach ausgiebig diskutieren zu können. weitere infos und das programm findet ihr hier.

http://www.gfdg.org



berliner designpioniere: peter behrens

30. April 2013

es ist wohl nicht übertrieben zu behaupten, dass 99% der berlinbesucher mit einer erinnerung an die arbeiten von peter behrens, einem der ersten und bedeutendsten industriedesigner, nach hause zurückfahren. und es ist ebenso wahr, das 99,9% davon in glückseliger unwissenheit eben dieses umstandes leben. und das passt irgendwie zu dem mann, der sowohl dazu beitrug die hinwendung zum modernismus zu definieren sowie die karrieren vieler der bekanntesten vertreter desselben modernismus ins rollen zu bringen, selbst aber weitgehend unbekannt geblieben ist…

1868 in hamburg geboren, studierte peter behrens zunächst malerei, ehe liebäugeleien mit dem jugendstil ihn zum glas- und keramikdesign sowie verwandten handwerken brachten. 1899 trat peter behrens der darmstädter künstlerkolonie bei, ein schritt, der ihn dazu ermunterte, sein erstes architektonisches projekt in angriff zu nehmen und sich generell weiter von “reiner” zu angewandter kunst hin zu bewegen. 1904 verließ er darmstadt, um einer ernennung zum direktor der kunstgewerbeschule düsseldorf zu folgen, ehe er 1907 in berlin sein eigenes archtitekturbüro gründete. eigentlich war es in neubabelsberg, aber wir wollen, wenn ihr nicht darauf besteht, keine haarspalterei betreiben.

die aeg-turbinenhalle in berlin von peter behrens

ebenfalls im jahre 1907 nahm er die einladung an, als “künstlerischer berater” für den deutschen elektrikwarenhersteller aeg tätig zu werden: eine stelle, die peter behrens nicht nur als einen der ersten industrie- bzw. corporate-designer etablierte, sondern auch den beginn seiner einflussnahme auf die architektur berlins markiert. im sinne eines vorzeitlichen dieter rams war peter behrens bei der aeg für die entwicklung und kontrolle aller aspekte der firmenmarke verantwortlich: von aschenbechern und uhren über logos und werbebroschüren bis hin zu gebäuden – bauten, die heute noch als wunderbare zeugen der menschheit und ihrer ideen in berlin stehen.

angefangen mit der majestätischen turbinenhalle in moabit aus dem jahre 1909, vollendete peter behrens im folgenden jahrzehnt, neben fabrikgebäuden und fertigungshallen, wohnsiedlungen für aeg-arbeiter, zum beispiel in oberschöneweide oder lichtenberg. zwei sehr gut zugängliche beispiele von peter behrens’ zusammenarbeit mit der aeg kann man entlang der linie u8 entdecken. von der aeg 1907 als “gn-linie” geplant, die gesundbrunnen mit neukölln verbinden sollte, wurde die planung und verwirklichung der heute als u8 bekannten u-bahnlinie weitgehend von alfred grenader geleitet, allerdings sind die stationen bernauer straße und moritzplatz werke von peter behrens. sehr typische beispiele übrigens. die arbeiten peter behrens’, eines bekennenden und bekannten bewunderers schinkels, schreien nach der vergangenheit. aber sie schreien im schlichten verständnis des jugendstils. klar, es finden sich säulen und bögen in seinen bauten. aber diese sind – im gegensatz zu den übermütigen dekorationen von ehedem –  nüchterne technische strukturen. insofern bildet peter behrens’ schaffen unbestreitbar eine brücke zwischen neoklassizismus und modernismus. eine brücke, die peter behrens 1930 in voller länge mit seinen monumentalen bauten alexanderhaus und berolinahaus am alexanderpaltz überschritt – zwei der besten beispiele für den späten europäischen modernismus in berlin. und leider auch zwei der am zuverlässigsten übersehenen meisterwerke in der stadt.

alexanderhaus von peter behrens am alexanderplatz

peter behrens’ einfluss auf die entwicklung von design und architektur geht dabei über die von ihm verwirklichten gebäude hinaus. um zum vergleich mit dieter rams zurückzukehren: auch peter behrens hatte bedeutenden einfluss auf folgende generationen von designern und architekten. kurz vor seiner offiziellen anstellung bei der aeg veröffentlichte peter behrens ein essay mit dem titel “kunst und technik”, in dem er zugunsten einer engeren zusammenarbeit der künste mit der industrie argumentierte. es war eine der ersten schriften mit diesem tenor und ein text, in dem zum beispiel viele der grundgedanken des bauhauses zu finden sind. zusätzlich entströmte eine konstante anzahl vielversprechender junger architekten den türen peter behrens’ studios in babelsberg: vielversprechende junge architekten die von einem mann zu lernen hofften, dessen arbeiten sie respektierten und bewunderten. darunter sind le corbusier, mies van der rohe und walter gropius nur drei der klangvollen namen derer, die in den jahren vor dem ersten weltkrieg mit und für peter behrens arbeiteten.

obwohl peter behrens zugegebenermaßen zu anderen städten und regionen engere beziehungen hatte als zu berlin, war die zeit, die er in berlin verbrachte nicht nur für seine eigene karriere entscheidend, sondern vor allem für den erfolg des europäischen modernismus, des bauhauses und dessen, was wir heute unter industriedesign verstehen. und damit gehört peter behrens in das pantheon der berliner designpioniere. wir werden in den nächsten monaten das werk und das erbe peter behrens‘ eingehender betrachten. aber für heute erstmal ein paar fotos einiger seiner berliner arbeiten.

und wo bleibt das eingangs erwähnte allgegenwärtige behrens-andenken? nun, der schriftzug „dem deutschen volke“ am reichstagsgebäude ist in einer speziell für dieses bauprojekt von peter behrens und anne simmons entwickelten schrifttype eingraviert. und welcher tourist macht kein foto vom reichstag?



mit der trendmafia in den frühling

30. April 2013

am kommenden wochen ende ist der beliebte designermarkt trendmafia wieder für uns da: in der »dear factory«, einem ehemaligen supermarkt in neukölln, haben ca. 60 berliner kreative erneut die chance, ihre handgemachten ideen und produkte vorzustellen und an den mann und die frau zu bringen. man könnte ja mal seine frühjahrsgarderobe überdenken… ein besuch lohnt sich allemal! am 4. und 5. mai 2013, jeweils ab 13 uhr. weitere infos gibt es hier.

http://www.trendmafia.de



new order von böttcher+henssler: “best of the best” red dot-designpreis 2013

29. April 2013

wir bemerkten in unserem post zum designpreis der bundesrepublik deutschland 2012: “wir würden normalerweise einer solchen veranstaltung nicht mehr als eine kurze fußnote widmen, nichts gegen preise generell, aber es gibt so viele designpreise und die mehrzahl von ihnen ist … nun, eher profitorientiert aus organisatorensicht als wirklich irgendwie hilfreich für den fortschritt von design.” empfindungen, zu denen wir stehen.”

dennoch fühlen wir uns mehr als nur ein bisschen verpflichtet, zu berichten, dass das berliner designstudio böttcher+henssler für new order (das für den trenntmöbel gesucht!-wettbewerb 2011 der bsr entwickelte und seit dezember 1012 im handel erhältliche haushaltsmüllsystem) einen „best of the best“ bei der red dot-preisverleihung 2013 erhalten hat. „verpflichtet” nicht im sinne von “wir müssen, leider, keine andere wahl…”, sondern wie in “…wenn es ein produkt gibt, das die rolle des heutigen produktdesigns verkörpert und die entsprechende anerkennung verdient … und wir sind hocherfreut, dass es diese bekommen hat, und wollen es der ganzen welt erzählen…“.

red dot-gründer und -vorstand peter zec war vor kurzem gastredner auf der designtage brandenburg-konferenz. unter den interessanteren punkten seiner rede war ein vergleich zwischen “designgeführten” und “profitgeführten“ marken. auch wenn die wahl seiner beispiele reichlich diskussionswürdig war, blieb es unbestritten, dass firmen, deren produktentwicklung von design bestimmt ist, höherwertige produkte herstellen: nicht nur von höherem finanziellen wert, sondern auch höherwertig beispielsweise hinsichtlich verbrauchererfahrung, produktlebensdauer oder hinsichtlich des langfristigen beitrages zum betreffenden industriesektor durch diese produkte. bei new order von böttcher+henssler besteht der höhere wert nicht allein in der tatsache, dass es mit ansprechender optik und vertrauter formaler sprache die teutonischste aller haushaltsaufgaben in etwas begehrenswertes verwandelt. durch seine kombinierte gebrauchsmöglichkeit als einkaufstasche und müllbehälter personifiziert new order letztlich den konsumzyklus und hilft uns so, etwas zu verstehen und, hoffentlich, unser verhalten anzupassen. all diese aspekte wurden von der internationalen red dot-jury bei der entscheidung, new order mit dem “best of the best”-preis auszuzeichnen, berücksichtigt.

also herzlichen glückwunsch unsererseits an moritz böttcher und sören henssler! nicht zu vergessen clémentine caurier, die ebenfalls zur ursprünglichen produktentwicklung beigetragen hat. und für alle, die ein preisgekröntes mehrzweckhaushaltsmülltrennsystem suchen: weitere details und bestellinformationen gibt es unter www.bsr.de/trenntset.php

new order von böttcher+henssler

new order von böttcher+henssler



gallery weekend startet in kürze

26. April 2013

und gleich noch einen hinterher! heute abend um sechs startet das gallery weekend berlin. 51 galerien laden kunstinteressierte ein, sich ihre schätze anzuschauen. programmdetails und andere infos findet ihr hier.

http://www.gallery-weekend-berlin.de/



lange nacht der designstudios: jetzt anmelden!

26. April 2013

im juni wird im zuge des designfestivals dmy die zweite lange nacht der designstudios stattfinden. jetzt und bis zum 22. mai können sich interessierte gestaltungsbüros und designer für eine teilnahme bewerben und dann am 6. juni einem neugierigen publikum ihre türen öffnen, um ihre projekte und produkte vorzustellen. 2012 nahmen bereits über 50 designbüros an der veranstaltung teil. schnelle entscheidungen lohnen sich, denn die anmeldegebühren sind bis ende april reduziert. zur anmeldung für die lange nacht der designstudios geht es hier.



innovatives schweden @ felleshus berlin

26. April 2013

berlin ist die kreative hauptstadt europas, wenn nicht gar der welt. nicht allein im design, sondern auch hinsichtlich innovation und technologie. und natürlich ist es auch ein brutkasten für start-ups. jeder weiß das. weil es jeder irgendwo liest. folglich mag es überraschend sein, zu erfahren, dass innovative kreativität auch in anderen ländern und städten zu finden ist. nein, jetzt mal echt. bis zum 3. mai 2013 präsentiert das fellushus berlin eine jungen, innovativen schwedischen start-ups gewidmete ausstellung. innovatives schweden, kuratiert vom schwedischen institut, präsentiert 20 projekte – von berührungsloser interface-technology über brennstoff-ladegräte bis hin zu tragbaren wegwerftoiletten.

aber weit mehr als eine einfache vorstellung der projekte ist “innovatives schweden” als wanderausstellung auch eine einladung an lokale kreative, ideen und erfahrungen mit ihren schwedischen kollegen auszutauschen. also hat das schwedische institut zusätzlich zur ausstellung ein programm an diskussionen und symposien organisiert, um mögliche deutsch-schwedische kooperationen zu erforschen. all das begann am 12. märz mit einer eintätgigen konferenz unter dem titel “innovation und unternehmertum: die ansätze in schweden und deutschland”. in den kommenden wochen werden ähnliche veranstaltungen zu kunst, energie und gesundheit stattfinden.

auf unserem spaziergang durch das felleshus erinnerten wir uns beim betrachten der projekte an die ausstellung “industriedesign made in berlin” aus dem jahr 2011, eine wanderausstellung des berliner senats und der ihk zur promotion berliner designs. damals schrieben wir: “…aber wenn die vorstellung des berliner senats davon, berlins ruf als designstadt zu stärken, darin besteht, die welt mit einem preisgekrönten bürostuhl zu bereisen, der schon seit 2009 auf dem markt ist”, dann wird es uns, wenn ihr gestattet, nicht den atem verschlagen“. “innovatives schweden” hingegen liefert ein wunderbares beispiel, was mit ein bisschen vorstellungskraft erreicht werden kann. oder mit ein bisschen kreativität, könnte man auch sagen, aber das klänge läppisch.

“innovatives schweden” läuft im felleshus, nordische botschaften, rauchstrasse 1 in 10787 berlin, noch bis zum 3. mai 2013. die projekte werden auf deutsch und englisch vorgestellt. weitere details und das veranstaltungsprogramm findet ihr unter: http://www.nordischebotschaften.org



tour bois le prêtre – transformation eines wohnhochhauses @ daz

25. April 2013

bis zum 31. märz zeigte das deutsche architektur zentrum daz die ausstellung “tour bois le prêtre – transformation eines wohnhochhauses“. als wir ursprünglich über die ausstellung berichteten, hatten wir sie noch nicht gesehen. nun haben wir es und waren angenehm überrascht. architekturausstellungen haben die angewohnheit, techniklastig oder allzu streng auf das jeweilige objekt bezogen zu sein. “tour bois le prêtre – transformation eines wohnhochhauses” fokussiert jedoch die folgen der arbeit aus der sicht der nutzer und spiegelt damit ein zentrales anliegen des projektes wieder.

kuratiert von der berliner agentur ilka & andreas ruby, ist “tour bois le prêtre” mehr oder weniger angelegt zu zeigen, wie das interieur einer “standard”-wohnung nach der renovierung im neuen tour bois le prêtre-hochhaus aussieht, einschließlich wirklich entzückender fast antiker möbel. nichts weist darauf hin, weshalb die objekte gezeigt werden oder worum es bei der ganzen ausstellung eigentlich geht. einfach nur möbel, pflanzen und weite aussichten über paris. was wir wirklich toll fanden.

technische und hintergrundinformationen sind dennoch alle da, sie liegen in form von faltblättern und postern bereit. und nach dem genuss der “aussichten” über das 17. arrondissement aus den neugebauten wintergärten will man automatisch ein bisschen mehr erfahren. konzepte zur verbesserung der energieeffizienz des blocks oder was die architekten unter dem “plus-prinzip” verstehen, werden auf klare weise erklärt und es steht jedem besucher frei, so wenig oder so viel zu erfahren, wie es ihm beliebt. ein besonderes glanzlicht für uns war die fotosammlung ausgewählter wohnungseinrichtungen vor den renovierungen. nicht nur weil sie brutal die leistungen des projektes aufzeigen, sondern vielmehr, weil sie mit einer gewissen naivität aufgenommen sind, als eine kurze, unreflektierte antwort auf der architekten geheiß. abgebildet zeigt sich eine äußerst entzückende, voyeuristische sammlung von impressionen aus dem alltäglichen häuslichen chaos. einfach hinreißend.

tour bois le prêtre – transformation eines wohnhochhause

@ deutsches architektur zentrum daz

köpenicker straße 48/49 in 10179 berlin

www.daz.de